Warhol, Liechtenstein & Ramos Kunsthaus Apolda zeigt Klassiker der Pop-Art

Nach einer langen Corona-Pause öffnen Museen und Galerien langsam wieder. Das Kunsthaus Apolda hat sogar eine neue Sonderausstellung vorbereitet: Die Schau "Pop Art England/USA" läuft seit Mitte Mai und zeigt die Werke bekannter Künstler wie Roy Liechtenstein, Mel Ramos und Andy Warhol.

Crying Girl 1963
Das "Crying Girl" von Roy Liechtenstein Bildrechte: Kunsthaus Apolda

Da stehen sie: Paul, John, Ringo und George - auf dem Cover der Beatles-Platte "Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band". Eine Collage, die der Künstler Peter Blake im Jahr 1967 gestaltet hat. Für den Kurator des Kunsthauses, Thomas Levy, ist es ein ein herausragendes Werk: "Peter Blake habe ich schon mehrfach besucht. Auf diesem Bild hat er alle Ikonen der Zeit verewigt: Die Beatles mehrfach, aber da ist auch Marilyn Monroe, die eine Ikone geworden ist für alle Pop-Art-Artisten – Ob das jetzt Blake ist oder Warhol."

Hamilton I'm Dreaming Of A White Christmas 1967
"I'm Dreaming of a White Christmas" von Richard Hamilton Bildrechte: c

Marilyn als Star der Ausstellung

Marilyn Monroe ist dementsprechend gleich mehrfach zu sehen in der neuen Ausstellung im Kunsthaus Apolda, die sich der Pop Art in England und den USA widmet. Die Kunstrichtung entwickelte sich ab Ende der 50er Jahre auf beiden Seiten des Atlantiks parallel - aus England sind in der Schau nun neben Blake, David Hockney und Allen Jones vertreten.

Aus den USA sind unter anderem Werke von Roy Lichtenstein, Mel Ramos und natürlich Andy Warhol dabei. Der bekommt nicht ganz so viel Platz, da ihm das Kunsthaus bereits 2018 eine eigene Ausstellung widmete. Aber ohne diesen ikonischen Künstler der Pop Art gehe es auch nicht, sagt Thomas Levy. Warhol spiegele einfach am besten die damalige Zeit wieder: "Mit dem Konsum, mit der Fabrik, der "Factory". Das kennt man von großen Malschulen, wie bei Rembrandt beispielsweise. Aber bei Warhol war das eben Lebensgefühl: Das war das "Studio 54" in New York, hemmungsloses Leben und immer auch Protest gegen das Establishment."

Grenzen auflösen

Peek-A-Boo Marilyn II
Der zweite Teil des Tryptichons "Peek-A-Boo" von Mel Ramos Bildrechte: Kunsthaus Apolda

Protest und Provokation - den Pop-Art-Künstlern ging es darum, Konventionen zu brechen und die Grenze zwischen Unterhaltungs- und Hochkultur aufzulösen. Alle und alles wurde auf die Leinwand gebannt: Autos, Zigaretten, Dollarscheine – und auch blonde Frauen, von denen in der Ausstellung ziemlich viele zu sehen sind. Oft nackt, mit großen Brüsten wie bei Mel Ramos, manchmal ohne Gesichtszüge, wie bei Tom Wesselmann. In Zeiten von "Nein heißt nein" merkt man da plötzlich, dass auch die Pop Art mittlerweile eine historischen Epoche der Kunstgeschichte darstellt.

Die Vielfalt der Pop Art

Wir waren auch erstaunt, was für ein großer Kreis an Menschen von alt und jung sich für diese Kunst interessiert.

Hans Jürgen Giese, Geschäftsführer des Kunsthauses Apolda

Kurator Levy beschäftigt sich mittlerweile seit fast 50 Jahren mit der Pop Art. Als Galerist vertritt der Hamburger unter anderem Mel Ramos. Für die Ausstellung hat er rund 120 Siebdrucke, Collagen und Lithografien aus verschiedenen Privatsammlungen und seinen eigenen Beständen versammelt – sehr zur Freude des Kunsthauses, dem die Andy-Warhol-Schau vor zwei Jahren einen Besucheransturm bescherte, so Geschäftsführer Hans Jürgen Giese: "Deswegen war es eine glückliche Fügung, dass uns Herr Levy im Jahr 2018 kontaktiert hat und uns diese Ausstellung angeboten hat. Sie zeigt natürlich, dass es nicht nur Andy Warhol gibt, sondern eine Vielzahl von Künstlern, die auf unterschiedlichste Weise versucht haben, sich diesen Themen zu nähern."

Warhol Marilyn 1967
"Marilyn 1967" von Andy Warhol Bildrechte: Kunsthaus Apolda

Für Giese war es gar nicht einfach, die lange geplante Schau auf die Beine zu stellen. Eigentlich hätte sie schon Ende April eröffnen sollen. Zu Beginn der Corona-Schließzeit im März war dann aber nicht klar, ob sie sich überhaupt realisieren ließe. Nun hat man in Apolda umgeplant, die Pop-Art-Schau beginnt verspätet, eine Folgeausstellung wurde dafür gestrichen. Vermutlich war das die richtige Entscheidung - denn die farbenfrohen, knalligen und nicht ganz ironiefreien Werke wirken durchaus stimmungsaufhellend in diesen Zeiten.

"Pop Art England/USA" im Kunsthaus Apolda Die Sonderausstellung "Pop Art England/USA" im Kunsthaus Apolda läuft bis zum 26. Juli.
Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr geöffnet.
Der Eintritt kostet 6 Euro und 5 Euro ermäßigt.
Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen dürfen nur 30 Personen gleichzeitig in die Ausstellung. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Mai 2020 | 07:15 Uhr