Gerhard-Altenbourg-Preis Thüringens wichtigster Kunstpreis geht 2023 an Asta Gröting

Asta Gröting
Asta Gröting wurde 1961 in Herford in NRW geboren. Heute lebt sie in Berlin. Bildrechte: Angelika Platen

Der Gerhard-Altenbourg-Preis 2023 geht an die Künstlerin Asta Gröting. Wie das Altenburger Lindenau-Museum am Montag mitteilte, hat sich die Jury nach zwei Wahlgängen für die Berlinerin entschieden. Der Preis gilt als der wichtigste Kunstpreis Thüringens und ist mit 50.000 Euro dotiert. Davon gehen 10.000 Euro direkt an die Künstlerin. Mit den restlichen 40.000 Euro wird dem Museum zufolge im kommenden Jahr eine Ausstellung im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg umgesetzt sowie und ein dazugehöriger Katalog.

Die Kunstpreisträgerin in Altenburg

Gröting arbeitet mit verschiedenen Mitteln: So nahm sie von verschiedenen Berliner Fassaden Gipsabdrücke, um so die Spuren der Geschichte in der städtischen Bausubstanz zu zeigen und auch zu bewahren. Sie schuf zudem Videoarbeiten und arbeitete performativ. Mit ihren Arbeiten will Gröting Unsichtbares sichtbar machen wie die Einschusslöcher in Berliner Mauern, aber auch Abläufe im Verdauungstrakt oder im kleinen Zwischenraum zwischen Liebenden. Sie selbst sieht sich auch als eine Art Archäologin, die Schichten abträgt, um Dinge sichtbar zu machen.

Die Künstlerin Asta Gröting steht in ihrem Atelier zwischen Gipsabgüssen von Fassaden.
In einer ihrer bekanntesten Arbeiten machte Asta Gröting Geschichtsspuren in Wänden sichtbar. Bildrechte: Angelika Platen

Die 1961 geborene Künstler hat ihre Werke in Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem im Essener Zollverein Zeche, dem Museum of Contemporary Art in Seoul oder dem Maas Museum in Sydney. Sie wurde bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet – zum Beispiel war sie 1994 die zweite Preisträgerin des Otto-Dix-Preises der Stadt Gera.

Der Gerhard-Altenbourg-Preis

Der Gerhard-Altenbourg-Preis wird seit 1998 alle zwei Jahre vergeben und würdigt das Lebenswerk herausragender Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart. Wer die Auszeichnung erhält, darüber entscheidet ein mehrköpfiges Kuratorium, das unter anderem aus verschiedenen Kuratorinnen und Kuratoren bedeutender deutscher Museen und auch Vertretern der Stifter wie der Thüringer Staatskanzlei. Bisherige Preisträger*innen waren Ruth Wolf-Rehfeldt, Olaf Holzapfel oder Michael Morgner.

Ausstellungen in Altenburg und Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 19. September 2022 | 16:30 Uhr