Kunstschule erweitert Studio Leonardo: Lindenau-Museum in Altenburg eröffnet Holzwerkstatt

Das Lindenau-Museum in Altenburg ist bereits seit seiner Gründung 1848 nicht nur Museum, sondern auch Kunstschule. Seit 50 Jahren ist das Studio Bildende Kunst fester Bestandteil, mit Atelier, Druck- und Keramikwerkstatt. Im Rahmen des Projekts Lindenau21Plus wird die Kunstschule erweitert. Mit der Holzwerkstatt, dem Studio Leonardo, eröffnete nun das erste von drei neuen Studios.

Holzwerkstatt Studio Leonardo 3 min
Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler
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Vermittlungsarbeit wird für Museen immer wichtiger. Das Lindenau-Museum schafft einen Raum, in dem sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene künstlerisch am Material Holz ausprobieren können. Cornelia Winkler berichtet.

MDR KULTUR - Das Radio So 20.02.2022 06:00Uhr 03:27 min

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Sägen, hämmern, schleifen – all das können Besucher der Kunstschule des Lindenau-Museums in Altenburg seit Sonntag selbst ausprobieren. Mit dem Studio Leonardo hat das Museum in den vergangenen Monaten im Zentrum der Stadt eine Holzwerkstatt geschaffen. Auf 300 Quadratmetern kann hier nun an nagelneuen Werkbänken und mit jeder Menge Werkzeugen fleißig gehämmert, genagelt und gebohrt werden.

Wie die Leiterin des Bereichs Kunstvermittlung am Museum, Angelika Forster, sagt, richtet das Angebot an Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene. "Wir wollen am Vormittag vor allem die Schulklassen einladen, Projekttage bei uns durchzuführen. Wir wollen den Kindern diesen Werkstoff Holz nahebringen und ihnen die Möglichkeit bieten, Dinge anders zu erfahren, als sie das vielleicht im Schulunterricht erfahren würden." An den Nachmittag seien Kurse für alle Altersgruppen geplant, die Wochenenden seien dann den Familien vorbehalten.

Zwei Frauen stehen in einer neu eingerichteten Holzwerkstatt an einer Werkbank.
Holzbildhauerin Susann Schade (l.) und Studio-Leiterin Angelika Forster Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler

Studio Leonardo: Raum für kreative Holz-Projekte

In der neuen Werkstatt sollen kreative Projekte entstehen – immer mit dem Ziel, ein Gefühl für das Material Holz zu bekommen, das Handwerk kennenzulernen und vor allem: Kunst zu machen. Gewerkelt wird natürlich unter professioneller Anleitung. Momentan arbeitet das Museum mit einer Holzbildhauerin und einem Holzbildhauer zusammen. Doch dabei werde es wohl nicht bleiben, sagt Forster:

Uns ist absolut klar, dass wir diesen beiden immer jemanden zur Seite stellen müssen. Wir wissen, dass wir nur in kleinen Gruppen arbeiten können in so einer anspruchsvollen Werkstatt. Wir müssen uns wahrscheinlich auch Sozialarbeiter suchen, die mit uns zusammenarbeiten.

Angelika Forster Studio-Leiterin, Lindenau-Museum

Das werde sich aber alles erst mit der Zeit zeigen, so die Kunstvermittlerin weiter. Deswegen hätten sie und ihr Team sich auch mit einer Bitte an den Museumsdirektor gewandt: "Uns einfach die Zeit zu geben, dass wir wirklich vieles ausprobieren können und gucken, was funktioniert und was nicht."

Holzwerkstatt Studio Leonardo
Erstes kleines Kunstwerk aus der Holzwerkstatt: ein Schlittenberg Bildrechte: Lindenau-Museum Altenburg

Idee zu Holzwerkstatt besteht schon länger

In der Holzwerkstatt sollen zwar hauptsächlich Kurse und Workshops stattfinden, doch in ferner Zukunft – so hofft man im Museum – sollen diese auch Künstler nutzen können. Wie Kunstvermittlerin Forster erzählt, geht mit dem Studio Leonardo ein langgehegter Traum des Museums in Erfüllung: "Neben unseren bisherigen Werkstätten Druck, Keramik und Malen und Zeichnen hatten wir immer die Vorstellung, dass man unbedingt was mit Holz machen müsste – und auch schon die Idee von einer Holzwerkstatt, also ein Konzept in der Schublade. Und das war natürlich ganz wunderbar für uns, als wir aufgefordert wurden, uns etwas auszudenken, also unsere Vermittlungsarbeit zu erweitern."

Holzwerkstatt Studio Leonardo
Die Kurse in der Holzwerkstatt richten sich an Kinder wie Erwachsene. Bildrechte: Lindenau-Museum Altenburg

Lindenau-Museum vom Bund gefördert

Das Studio Leonardo ist teil des Projektes Lindenau21Plus, mit dem das Lindenau-Museum unter anderem seine Kunstschule vergrößert. Finanziert wird das Ganze durch Mittel vom Bund. Museumsdirektor Roland Krischke erklärt: "Das Lindenau-Museum in Altenburg hat im Jahr 2021 erhebliche Förderung der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien erhalten. Das bedeutet, dass wir eine Förderung von bis zu zwei Millionen Euro pro Jahr bis zum Jahr 2027 erhalten. Und ein ganz wesentlicher Punkt davon ist eben auch kulturelle Vermittlung". Das Museum bestehe seit seiner Gründung 1848 aus Kunstschule und Museum. In diesem Sinne würde man mit den Vorhaben die Idee des Gründers Bernhard August von Lindenau weiter. Und gleichzeitig setze man die Idee des Bundestages um, durch Kunst zu bilden.

Das Studio Leonardo ist der erste von insgesamt drei neuen Bereichen der Kunstschule. In den kommenden Monaten eröffnen in unmittelbarer Nachbarschaft noch ein Medienlabor, das Studio Digital, sowie das Studio Bambini, dass sich an Familien mit Kleinkindern richtet.

Holzwerkstatt Studio Leonardo
Auf 300 Quadratmetern kann im Studio Leonardo nun gewerkelt werden. Bildrechte: MDR/Cornelia Winkler

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. Februar 2022 | 08:40 Uhr