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"Erich Heckel – Aquarelle und Zeichnungen aus sechs Jahrzehnten": Das Kunsthaus Apolda zeigt bis zum 11. September eine Ausstellung zu Ehren des "Brücke"-Künstlers Erich Heckel. Bildrechte: dpa

AusstellungKunsthaus Apolda zeigt neue Seite des "Brücke"-Künstlers Erich Heckel

Stand: 18. Juli 2022, 15:15 Uhr

Die neue Ausstellung im Kunsthaus Apolda zeigt Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken aus allen Werkphasen des Expressionistischen Malers Erich Heckel (1883-1970).

Die Schau, die am 17. Juli 2022 eröffnet worden ist, präsentiert insgesamt 92 Werke des 1883 in Döbeln geborenen Künstlers und will Heckels Werk, das zumeist im Kontext der Künstlergruppe "Brücke" betrachtet wird, aus einer neuen Perspektive zeigen. Im Zentrum der Apoldaer Ausstellung mit dem Titel "Erich Heckel – Aquarelle und Zeichnungen aus sechs Jahrzehnten" stehen die Natur, der Mensch in der Natur und die Landschaft.

Kunsthaus Apolda zeigt Heckel jenseits der "Brücke"

Am 7. Juni 1905 gründete der Dresdner Architekturstudent Erich Heckel gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl und Karl Schmidt-Rottluff die Künstlergruppe "Brücke". Ziel der Bewegung war es, sich von der als starr empfundenen akademischen Malerei ihrer Zeit abzugrenzen. 1913 löste sich die "Brücke" zwar auf, doch blieb Heckel für mehr als 50 weitere Jahre als Maler und Grafiker tätig.

Die besondere Beziehung zwischen Kunst und Natur, die für die Werke der "Brücke"-Künstler charakterisch war, blieb für Heckel auch weiterhin maßgebend. Darüber hinaus inspirierten ihn nach dem Ersten Weltkrieg Reisen in die Provence, in den Südwesten Frankreichs, in die Pyrenäen und in die Gegend um Bordeaux zu Landschaftsaquarellen, die alsbald zu seinem bevorzugten Motiv wurden.

Nach dem Ersten Weltkrieg widmete sich Erich Heckel bevorzugt Landschaftsaquarellen. Bildrechte: Erich Heckel Nachlass, Hemmenhofen/Foto: Matthias Eckert

Zudem entstand eine große Anzahl von Städte- und Hafenbildern sowie bis in die 30er-Jahre diverse Akte am Strand. Ferner zählen zu Heckels Werk Blumenstillleben mit komplexen Bildhintergründen.

Unter anderem dieses Blumenstilllleben Erich Heckels ist in der neuen Ausstellung im Kunsthaus Apolda zu sehen. Bildrechte: Erich Heckel Nachlass, Hemmenhofen/Foto: Matthias Eckert

Gravierende Bildverluste im Nationalsozialismus

Der Umfang der Ausstellung ist bemerkenswert, da über 700 Werke Heckels von den Nationalsozialisten ab 1937 als "entartete Kunst" eingestuft, beschlagnahmt und teilweise verbrannt wurden. Im Januar 1944 traf eine Bombe seine Wohnung in Berlin Wilmersdorf und zerstörte sein Atelier samt der darin befindlichen Kunst, darunter auch viele Frühwerke.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog sich Heckel zunächst in Hemmenhofen am Bodensee zurück. 1949 folgte er dem Ruf der Karlsruher Akademie der Bildenden Künste, die Professur für Malerei anzunehmen und unterrichtete dort bis 1955. Noch bis 1968 arbeitete der Künstler auf Papier. Am 27. Januar 1970 starb Erich Heckel in Radolfzell.

Das Kunsthaus Apolda zeigt insgesamt 92 Werke aus allen Schaffensphasen Erich Heckels. Bildrechte: dpa

Informationen zur Ausstellung

"Erich Heckel. Aquarelle und Zeichnungen aus sechs Jahrzehnten"
Laufzeit: 17. Juli 11. September 2022
Ausstellungsort: Kunsthaus Apolda I Bahnhofstraße 42, 99510 Apolda
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 17 Uhr

Begleitprogramm:
11. August 2022, 19 Uhr
Kuratorinnen-Führung
Nadine Stephan, Kunsthistorikerin und Kuratorin der Ausstellung

18. August 2022, 19 Uhr
Vortrag "Erich Heckel – Landschaften und Reisebilder"
Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker, Radolfzell

1. September 2022, 19 Uhr
Vortrag "Erich Heckels Motive aus Litratur und Film"
Andreas Hüneke, Kunsthistoriker, Potsdam

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 15. Juli 2022 | 06:15 Uhr