Kunst "Großer Schatz": Fürst-Pückler-Park Bad Muskau kauft historische Aquarelle

Blick von der Blockkellerwiese im Bergpark auf die Gaststätte „Zum Bockkeller“. Im Hintergrund die Jakobskirche und die Brauerei
Carl Graebs Aquarelle entstanden in den Jahren 1855 bis 1859 und sind nun im Besitz der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau hat 74 Aquarelle des preußischen Hofmalers Carl Graeb erworben. Wie die Kulturstiftung der Länder am Mittwoch in Berlin mitteilte, handelt es sich dabei um historische Ansichten aus dem 19. Jahrhundert, die Schloss und Park sowie dessen damalige Herrschaft zeigen. Mit Hilfe des Bundes, der Länder und Sponsoren förderte die Kulturstiftung den Ankauf nach eigenen Angaben mit 100.000 Euro.

"Großer Schatz" für das deutsch-polnische Weltkulturerbe

Die Aquarelle entstanden in den Jahren 1855 bis 1859, einer Zeit, in der der Berliner Maler Carl Georg Anton Graeb (1816-1884) als der bevorzugte Architektur- und Vedutenmaler des preußischen Hofes galt. Den 74 Bilder umfassenden Zyklus schuf er im Auftrag von Friedrich von Oranien-Nassau (1797-1881), Prinz der Niederlande und Standesherr in Muskau. Nach dessen Tod erbte Tochter Sophie das Konvolut. Nach einer letzten Ausstellung im Jahr 1870 in Berlin galten die Werke als verschollen. Erst im Zuge einer Muskauer Ausstellung im Jahr 2018 konnte ihr Verbleib ermittelt und eine Auswahl präsentiert werden. 2020 wurde die gesamte Serie am Ort ihrer Entstehung im Neuen Schloss Bad Muskau ausgestellt.

Wie die Kulturstiftung mitteilte, habe Carl Grab auf seinen Aquarellen in hoher künstlerischer Qualität nahezu die gesamte Garten- und Schlossanlage abgebildet. Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach bei der Präsentation am Mittwoch von einem "großen Schatz" für das deutsch-polnische Weltkulturerbe. Laut der Kulturstiftung der Länder, handele es sich bei Graebs Serie um die einzig bekannte, umfassende künstlerische Dokumentation eines historischen Gartens in Deutschland.

Kein Park in Deutschland aus dieser Epoche ist in vergleichbarer Qualität und Dichte künstlerisch dokumentiert.

Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder

Zum Zustand der großformatigen Aquarelle teilte die Kulturstiftung mit, dass diese auf Karton montiert und teilweise sogar vom Künstler signiert sein sollen. Die Bilder befänden sich in zwei originalen Ledermappen mit den Titeln "Muskau I" und "Muskau II". Vom Ankauf der Werke erhofft sich die Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau wichtige Informationen für die Wiederherstellung und Pflege der historischen Gartenanlage aus dem 19. Jahrhundert.

Brücke über Herrmannsschlucht im östlichen Parkteil
Das Aquarell des Landschaftsmalers Carl Graeb zeigt die Brücke über der Herrmannsschlucht im östlichen Teil des Muskauer Parks. Bildrechte: MDR/Viola Simank

Der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Der Landschaftsgarten Fürst-Pückler-Park Bad Muskau wurde 1815 von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) in der Oberlausitz angelegt. Mit einer Gesamtfläche von 830 Hektar zählt er zu den größten Landschaftsparks Zentraleuropas im englischen Stil. Seit 2004 steht der Pückler-Park Bad Muskau auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 30. März 2022 | 16:30 Uhr

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