Ausstellung Kunsthaus Apolda zeigt Werke von Barlach und Kollwitz

Barlach und Kollwitz 5 min
Bildrechte: Käthe Kollwitz / Kunsthaus Apolda Avantgarde

Eine neue Ausstellung im Kunsthaus Apolda Avantgarde widmet sich bis zum 18. April 2022 dem Schaffen des Bildhauers Ernst Barlach und der Malerin Käthe Kollwitz. Unter dem Titel "Über die Grenzen der Existenz" werden über 100 Exponate beider Künstler gezeigt und in ihrer Bedeutung für die Gegenwart beurteilt.

Ernst Barlach und Käthe Kollwitz im Dialog

Das künstlerische Schaffen Ernst Barlachs (1870-1938) und Käthe Kollwitz' (1867-1945) eint, dass sich beide mit ihrer Kunst gegen eine vom Materialismus geprägte Wirklichkeit stemmten. In der für sie typischen realistischen Bildsprache stellte die Malerin, Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz ihre Werke in den Dienst der gesellschaftlichen Verantwortung. So lenkte sie das Auge des Betrachters beispielsweise auf Menschen, die in ärmsten Verhältnissen um ihre Existenz rungen.

Käthe Kollwitz
Zu den bekanntesten Werken von Käthe Kollwitz zählt ihre Plastik "Pietà" (1937-39)
– von der Künstlerin selbst auch als "Mutter mit totem Sohn" bezeichnet.
Bildrechte: Käthe Kollwitz / Kunsthaus Apolda Avantgarde

Barlach als "Mystiker der Moderne"

Ernst Barlach studierte in den 1890er-Jahren an der Dresdner Kunstakademie und machte sich vor allem mit seinen Holzplastiken und Bronzeskulpturen einen Namen. Die Ausstellung in Apolda zeigt ihn als "Mystiker der Moderne". Barlachs Skulpturen tragen kaum individuelle Merkmale und stehen als Trauernde, Eiferer, Zweifelnde und Notleidende symbolhaft für die Grundzustände des menschlichen Seins.

Ernst Barlachs Skulptur
Ernst Barlachs Bronzeskulptur "Trauer" (1913) Bildrechte: Ernst Barlach / Kunsthaus Apolda Avantgarde

Die Ausstellung "Über die Grenzen der Existenz" im Kunsthaus Apolda Avantgarde stellt das Gesamtwerk beider Künstler in einen Dialog miteinander. "Trotzdem darf man nicht erwarten, in einer Geschichte mit zwei handelnden Hauptpersonen ein geschlossenes Bild von jedem der beiden Künstler zeichnen zu können. Es geht vielmehr darum, Berührungen und Grenzen aufzuzeigen", hieß es vonseiten des Kunsthauses.

Darüber hinaus prüft die Schau die Weltanschauung von Barlach und Kollwitz auf ihre Übertragbarkeit in die Gegenwart, indem sie den Bogen zu aktuellen Debatten um soziale Ungerechtigkeit spannt.

Das Kunsthaus Apolda Avantgarde

Das Kunsthaus Apolda Avantgarde wurde 1995 mit der Ausstellung "Max Liebermann und Lovis Corinth" eröffnet. In den fast 30 Jahren seit seiner Gründung hat es sich zu einer festen Instanz in der Thüringer Kulturlandschaft entwickelt. Da das Haus keine eigenen Sammlungsbestände besitzt, ist es auf die Zusammenarbeit mit externen Kuratoren angewiesen. Veranstalter der aktuellen Barlach-Kollwitz-Ausstellung ist der Kunstverein Apolda Avantgarde e. V. in Kooperation mit der Ernst Barlach Museumsgesellschaft Hamburg und dem Kurator Dr. Jürgen Doppelstein.

Außen/Tag/Querformat: Ansicht vom Kunsthaus Apolda Avantgard, welches sich in einer ehemaligen Fabrikantenvilla von 1871/1872 in der Bahnhofsstraße befindet, zeigt eine Ausstellung zu Friedensreich Hundertwasser.
Das Kunsthaus befindet sich im Gebäude einer ehemaligen Wollwarenfabrik im italienischen Landhausstil. Bildrechte: MDR/Thomas Müller

Mehr Informationen zur Ausstellung Ernst Barlach und Käthe Kollwitz: "Über die Grenzen der Existenz"
16. Januar bis 18. April 2022

Kunsthaus Apolda Avantgarde
Bahnhofstraße 42, 99510 Apolda

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Führungen nach telefonischer Voranmeldung

Eintrittspreise:
Erwachsene: 8 Euro
Ermäßigt: 7 Euro
Familienkarte: 16 Euro
Schulklassen: Eintritt frei

Es gelten die 2G-Regel sowie die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 17. Januar 2022 | 08:10 Uhr

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