Fazit Von der Sonderschau zur Dauerausstellung – was bleibt von der 4. Sächsischen Landesausstellung?

Die 4. Landesausstellung unter dem Motto "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" wurde groß für 2020 geplant und war mit 18 Millionen Euro auch finanziell gut unterfüttert. Doch dann kam Corona und halbierte die Ausstellungszeit auf vier Monate. Auch die Einnahmen blieben mit 135.000 Euro deutlich unter den Erwartungen. Was bleibt vom Boom-Gefühl?

Das Logo der 4. Sächsischen Landesausstellung ist auf einem Container zu sehen.
Das Motto der 4. Landesausstellung Sachsen: "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" Bildrechte: dpa

In Sachsen sollte die Landesausstellung 2020 mit einem kräftigen "Boom" einschlagen, doch dann justierte Corona die Spielregeln neu. Die Macher haben jetzt ein Fazit vorgelegt und auch weiter in die Zukunft gedacht.

Viele Ausstellungsteile bleiben erhalten – auch digital

Ein Teil der Schau soll digital zugänglich gemacht werden und dadurch eine größere Nachhaltigkeit erreichen. So werde ein umfangreicher 360-Grad-Rundgang der Zentralausstellung vorbereitet und im Internet zur Verfügung gestellt, sagte am Freitag in einer Online-Pressekonferenz der Direktor des Deutschen Hygiene-Museums, Klaus Vogel. Ebenso soll die Präsentation "F.I.T. for future" über heutige Arbeitswelten digitalisiert werden, teilte Wirtschaftsminister Martin Dulig mit.

Eine Ausstellungsverlängerung vor Ort bis in den Sommer 2021 erhalten die beiden Schauplatzausstellungen "AutoBOOM" in Zwickau sowie "MaschinenBOOM" in Chemnitz. Ein Teil der dezentralen Ausstellungen werde sogar dauerhaft installiert, so das Industriedenkmal Tuchfabrik Gebr. Pfau Crimmitschau, das als Museum der Textilindustrie einen Dauerplatz erhalten soll. Oder die Sonderausstellung "EisenbahnBoom" in Chemnitz-Hilbersdorf, die für den ab März geplanten Neustart Gelder erhält und zu einem Leitmuseum zum Thema Eisenbahn gestaltet werden soll.

Nur vier statt acht Monate Laufzeit

Durch die Corona-Pandemie konnte die 4. Sächsische Landesausstellung nur vom 11. Juli bis 1. November 2020 stattfinden. Geplant war sie ursprünglich vom 25. April bis 31. Dezember. Die Laufzeit betrug also lediglich knapp vier statt acht Monate.

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch sieht dennoch einen Erfolg, schließlich haben rund 104.000 Gäste die Schau besucht – auch unter den ungewöhnlichen Bedingungen der Corona-Pandemie, die die Besuchsmöglichkeiten gravierend eingeschränkten, das teilte Ministerium am Freitag in Dresden mit.

Im Zwickauer Stadtkern weisen gelbe Banner auf die 4. Sächsische Landesausstellung.
Die Werbung war präsent, konnte aber auch nichts gegen die Coronabeschränkungen ausrichten. Bildrechte: Heike Riedel

Kurator Thomas Spring rechnete Anfang 2020 in einem Interview mit dem Evangelischen Pressedienst noch mit rund 120.000 Besuchern allein für die Zentralausstellung in Zwickau (gekommen sind 26.000) und für die gesamte Landesausstellung mit rund 250.000 Besuchern. Zu 3. Sächsischen Landesausstellung 2011 in Görlitz unter dem Motto "Via Regia" kamen rund 170.000 Menschen.

18 Millionen Euro investiert – 135.000 Euro Einnahmen

Die 4. Landesausstellung fand unter dem Thema "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" statt. Laut Kulturministerin Klepsch wurden rund 18 Millionen Euro investiert, die Einnahmen blieben mit rund 135.000 Euro jedoch deutlich unter den Erwartungen. Neben der Zentralausstellung im Audi-Bau Zwickau gab es sechs weitere Ausstellungen an authentischen Orten in Chemnitz, Zwickau, Freiberg, Oelsnitz (Erzgebirge) und Crimmitschau. Die federführende Konzeption lag beim Deutschen Hygiene-Museum Dresden.

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