"Tanz die Maschine" Ausstellung in Chemnitz erforscht Verhältnis zwischen Mensch, Arbeit und Maschine

Ein aus einer Schreibmaschine herausgebautes Einzelteil. Es gleicht einer schwarzen Röhre.
Aus der Serie "Disassembling a Typewriter" (2022): Das Museum Gunzenhauser zeigt Arbeiten von Andrzej Steinbach und setzt sie in Beziehung zur industriekulturellen Vergangenheit von Chemnitz. Bildrechte: © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Im Museum Gunzenhauser in Chemnitz eröffnet am 8. Juli die Ausstellung "Tanz die Maschine". Zu sehen sind Bild-, Portraitserien und Videoarbeiten des 1983 in Czarnków (Polen) geborenen und in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz aufgewachsenen Fotografen, Medien- und Objektkünstlers Andrzej Steinbach. Alle Arbeiten sind erstmals zusammen zu sehen und werden darüber hinaus in Beziehung zur industriekulturellen Vergangenheit der Stadt Chemnitz gesetzt.

Museum Gunzenhauser zeigt Bild-, Portraitserien und Videoarbeiten

Andrzej Steinbach Jj Rr Aa %4 Aus der Serie Disassembling a Typewriter, 2022 14 Fine Art Prints, je 90 x 60 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2022
Neben den spezifisch, für Chemnitz geschaffenen Werken, ist im Museum Gunzenhauser auch die zum ersten Mal öffentlich ausgestellte Fotografieserie "disassembling a typewriter" zu sehen.  Bildrechte: © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Wie der Ausstellungstitel nahelegt, wird die Frage nach dem Beziehungsverhältnis zwischen Mensch, Arbeit und Maschine gestellt. Steinbachs Arbeiten mit historischen Rundstrickmaschinen aus dem benachbarten Sächsischen Industriemuseum erfahren in der Ausstellung eine neue Bedeutungszuschreibung.

Zum ersten Mal öffentlich zu sehen ist auch Steinbachs Fotografie-Serie "disassembling a typewriter": 14 Abbildungen zeigen eine in ihre einzelnen Bestandteile zerlegte mechanische Schreibmaschine. Die dokumentarfotografisch anmutende Bildästhetik und Komposition erinnert an ein Herbarium, sie mutet an wie eine wissenschaftlichen Archivarbeit: In einer Videoarbeit werden dreihundert verbogene Nägel in schneller Abfolge für wenige Sekunden vor die Kamera gehalten.

Ein roter Schraubenzieher umgreift eine Schraube.
Aus der Serie "Auto Erotik" (2022): Die Ausstellung in Chemnitz eröffnet neue künstlerische Sichtweisen auf materielle Kulturerzeugnisse. Bildrechte: © VG Bild-Kunst, Bonn, 2022

Andrzej Steinbach: Fotograf, Medien- und Objektkünstler aus Chemnitz

Portratitfoto von Andrzej Steinbach in dunklem Sweatshirt Pullover.
Andrzej Steinbach studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buch-kunst (HGB). Seine Arbeiten wurden unter anderem vom Museum of Modern Art (MoMa) in New York und von der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland angekauft und ausgestellt. Bildrechte: Tom Walker

Andrzej Steinbach studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB). Seine Arbeiten wurden unter anderem vom Museum of Modern Art (MoMa) in New York und von der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland angekauft und ausgestellt. Mit der Ausstellung "Tanz die Maschine" eröffnet er im Museum Gunzenhauser neue künstlerische Sichtweisen auf materielle Kulturerzeugnisse.

Ein metallenes Einzelteil, das aus einer Schreibmaschine herausgebaut wurde.
Aus der Serie "Disassembling a Typewriter" (2022): Die Ausstellung im Museum Gunzenhauser widmet sich Fragen rund um die Beziehung Mensch, Arbeit und Maschine. Bildrechte: © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Informationen zur Ausstellung

  • Andrzej Steinbach: "Tanz die Maschine"
  • Laufzeit: 9. Juli 2022 bis 16. Oktober 2022
  • Ausstellungsort: Museum Gunzenhauser I Stollberger Straße 2, 09119 Chemnitz
  • Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, Feiertag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch 14 bis 21 Uhr
  • Künstlergespräch mit Andrzej Steinbach und Steffen Zillig am 9. Juli 2022, 13:30 Uhr: "Am liebsten selber machen" | im Rahmen von Autodidakten – ein Symposium in den Kunstsammlungen am Theaterplatz

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. Juli 2022 | 12:40 Uhr