Gäste einer Festveranstaltung betrachten und fotografieren das dem Gemälde «Prinz Wilhelm von Oranien-Nassau und drei seiner Schwestern» (1635) im Schloss Oranienbaum.
Zurück im Schloss Oranienbaum in Dessau: Das Gemälde "Prinz Wilhelm von Oranien-Nassau und drei seiner Schwestern" des niederländischen Malers Gerrit van Honthorst galt jahrzehntelang als verschollen. Bildrechte: dpa

Familienbildnis der Oranier Dessau: Verschollen geglaubtes Gemälde zurück in Sachsen-Anhalt

18. April 2023, 12:05 Uhr

Ein bedeutendes Gemälde des niederländischen Malers Gerrit van Honthorst ist zurück in Sachsen-Anhalt. Es zeige die Kinder des niederländischen Statthalters Friedrich Heinrich von Oranien-Nassau und seiner Ehefrau Amalia von Solms, teilte die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz am Freitag im Schloss Oranienbaum mit. Das Werk habe sich nachweislich von 1696 bis 1939 im Dessauer Residenzschloss befunden und galt danach als verschollen.

Ankauf ein Glücksfall für Sachsen-Anhalt

"Es ist leider in den Kriegswirren verloren gegangen", erklärte die Sammlungsleiterin der Stiftung Dessau-Wörlitzer Gartenreich, Anette Froesch, MDR KULTUR. Anschließend habe sich das nahezu quadratische Gemälde über mehrere Generationen im Besitz der Erben des Gründers der Tengelmann-Gruppe, Josef Kaiser, befunden. "Es ist uns dann aus dem Kunsthandel angeboten worden, nachdem eine findige Kunsthistorikerin dort entdeckt hat, dass es unser Bild sein könnte", so Froesch.

Gäste einer Festveranstaltung sitzen vor dem Gemälde "Prinz Wilhelm von Oranien-Nassau und drei seiner Schwestern" (1635) im Schloss Oranienbaum.
Bei einer Festveranstaltung im Schloss Oranienbaum wurde das Gemälde der Öffentlichkeit präsentiert. Bildrechte: dpa

Bei den abgebildeten Kindern handele es sich um die älteren Geschwister von Henriette Catharina, die Schloss Oranienbaum hat bauen lassen. Sie hat das Gemälde aus dem Erbe ihrer Schwester, dem kleinsten Mädchen auf dem Bild, bekommen. "Deswegen ist es wunderbar, dass das Gemälde wieder bei uns ist", betonte die Sammlungsleiterin.

Zukünftig wolle die Stiftung erforschen, wie das Fürstenhaus von Oranien-Nassau das Gemälde genutzt hat, um auf die Bedeutung der eigenen Dynastie zu verweisen.

Gemälde im Schloss Oranienbaum zu sehen

Der Ankauf sei ein außerordentlicher Glücksfall gewesen, teilte die Stiftung mit. Dieser sei mit Unterstützung der Kulturbeauftragten der Bundesregierung, des Landes Sachsen-Anhalt, der Kulturstiftung der Länder sowie der Ernst von Siemens Kunststiftung gelungen. An der feierlichen Präsentation des Gemäldes im Schloss Oranienbaum nahm deswegen auch Ministerpräsident Reiner Haseloff teil.

Interessierte können das Bild "Wilhelm II. und drei seiner Schwestern" im Festsaal von Schloss Oranienbaum sehen. Hier stehe es gemeinsam mit anderen Gemälden für den "intensiven niederländisch-deutschen Kulturtransfer des 17. Jahrhunderts", so die Stiftung.

Quelle: MDR Kulturnachrichten, dpa/sa, dpa-ah, epd / Red. Bearbeitung: Valentina Prljic

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 14. April 2023 | 11:30 Uhr