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Die neue Direktorin des Hygiene-Museums, Iris Edenheiser, stellte sich und ihre Pläne am Montag in Dresden vor. Bildrechte: Deutsches Hygienemuseum Dresden/Oliver Killig

LeitungswechselDeutsches Hygiene-Museum: Was die neue Direktorin in Dresden plant

von Grit Krause, MDR KULTUR

Stand: 08. Februar 2022, 15:10 Uhr

Mit seinen Ausstellungen setzt das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden Maßstäbe. Jetzt wechselte die Leitung: Ende letzten Jahres ist der langjährige Direktor des Deutschen Hygiene-Museums, Klaus Vogel, in den Ruhestand gegangen. Am Montag stellte sich seine Nachfolgerin offiziell in Dresden vor: die aus Sachsen stammende Kulturanthropologin Iris Edenheiser. Dabei verriet sie, welche Pläne sie für das renommierte Haus mitbringt.

Es fühle sich wie ein Homecoming, eine Heimkehr an, beschreibt Iris Edenheiser ihre neue Position als Direktorin des Deutschen Hygiene-Museums, die sie im Januar diesen Jahres angetreten hat. Damit verweist die 1977 in Torgau geborene Kulturanthropologin auf ihre Wurzeln in Sachsen. Viele Jahre habe sie in großen Museen in Deutschland gearbeitet und freue sich nun, mit diesen Erfahrungen zurückzukehren und hier wirksam zu sein.

Ich habe diese Position ja als Fan des Hygiene-Museums übernommen.

Iris Edenheiser, Direktorin des Deutschen Hygiene-Museums Dresden

Von Berlin zurück nach Sachsen

Stationen auf ihrem bisherigen beruflichen Weg waren unter anderem die Staatlichen Ethnografischen Sammlungen Sachsen, für die sie sowohl in Leipzig als auch in Dresden tätig war, sowie die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Bevor sie schließlich an das Deutsche Hygiene-Museum kam, war Iris Edenheiser seit 2017 stellvertretende Direktorin am Museum Europäischer Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin.

Studiert hat sie in Leipzig und dem spanischen Granada: Sozial- und Kulturanthropologie sowie Religionswissenschaften und Hispanistik. Für ihre Promotion wiederum forschte die Kulturanthropologin eine Zeit lang in Ecuador. Insofern kann Iris Edenheiser sowohl wissenschaftlich-kuratorische Qualifikationen, aber eben auch Führungskompetenzen vorweisen, gepaart mit einer regionalen Verankerung und Erfahrungen auf dem internationalen Museumsparkett.

Ostdeutsche Perspektiven und internationale Vernetzung stärken

Iris Edenheiser ist sich bewusst, dass sie ein gut bestelltes Haus übernommen hat. Sie schwärmt von dem hochprofessionellen Team, dessen hoher Identifikation mit dem Museum und freut sich daher auf die künftige Zusammenarbeit. Schwerpunkte sieht sie dabei auf einer noch stärkeren internationalen Vernetzung, einem Ausbau der bereits bestehende Kooperationen, will aber auch das Potential des Hygiene-Museums mit seiner Verwurzelung in Dresden, in Sachsen nutzen, um ostdeutsche und darüber hinaus osteuropäische Perspektiven stärker einzubeziehen.

Gleichzeitig betont sie, dass wiederum bei den Debatten vor Ort der Dialog mit migrantischen Sichtweisen eine größere Rolle spielen muss. Anspruch des Hauses sei es, ein Museum für alle zu sein und diesem Wert fühlt sich Iris Edenheiser verpflichtet.

Ich finde es besonders wichtig für Kulturinstitutionen im Osten, dass sie diese Perspektiven auch immer stark machen und in einen gesamtdeutschen Diskurs hineinfüttern.

Iris Edenheiser, Direktorin des Deutschen Hygiene-Museums Dresden

Doch auf Iris Edenheiser warten noch andere Herausforderungen, beispielsweise wie man nach einer so langen, pandemiebedingten Schließzeit – im vergangenen Jahr waren es etwa sechs Monate – Besucherinnen und Besucher zurückgewinnt. Außerdem wird die neue Direktorin die langjährigen Bestrebungen fortführen, nicht nur ausstellungsbezogen, sondern permanent als Museum von nationaler Bedeutung seitens des Bundes gefördert zu werden.

Neues Jahresprogramm vorgestellt

Gleichzeitig stellte die neue Direktorin auch das Programm für 2022 vor, das noch unter der Ägide ihres Vorgängers Klaus Vogel geplant wurde. Ganz zentral dabei die neue Sonderausstellung "Fake. Die ganze Wahrheit", die am 4. Mai startet. Dabei verwies sie auf ein neues Outreach-Format, das im Rahmen der Schau seine Premiere haben wird. Hierbei wird das Deutsche Hygiene-Museum gemeinsam mit Partnern im ländlichen Raum Projekte vor Ort zum Thema der Ausstellung entwickeln, wobei das besonders vom Strukturwandel betroffene Hoyerswerda jetzt den Auftakt bilden wird.

Aber auch in zahlreichen Veranstaltungen werden wie gewohnt aktuelle, gesellschaftlich relevante Debatten aufgegriffen, zu Themen wie eben Fakenews und dem Wahrheitsanspruch sowie zu Fragen des künftigen Zusammenlebens mit Blick auf eine drohende Spaltung der Gesellschaft.

Aktuelle Sonderausstellungen im Deutschen Hygiene-Museum Dresden:

"Künstliche Intelligenz. Maschinen – Lernen – Menschheitsträume"
Bis zum 6. November 2022 verlängert

"Fake. Die ganze Wahrheit"
ab 4. Mai 2022

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 08. Februar 2022 | 08:40 Uhr