Trauer Dresdner Trickfilmer und Cartoonist Lutz Stützner gestorben

Lutz Stützner
Lutz Stützner Bildrechte: Deutsches Institut für Animationsfilm e.V./Steffen Füssel

Der Dresdner Trickfilmer und Cartoonist Lutz Stützner ist tot. Wie das Deutsche Institut für Animationsfilm (DIAF) am Mittwoch in Dresden mitteilte, starb er am 6. September. Stützner war Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender der DIAF und wirkte an bekannten Trickfilmen wie "Der kleine Eisbär" (2001) mit. Aus seiner Feder stammt u.a. auch das Dixie-Nilpferd, das Maskottchen des Internationales Dixieland Festivals Dresden.

Das DIAF verdankt Stützner den Großteil seines heutigen Bestandes, denn der Künstler war es unter anderem, der 1992 den künstlerischen Nachlass der Produktionsstätte in Form von Puppen, Zeichenfolien, Entwurfszeichnungen, Fotos und Dokumenten des abgewickelten Studios rettete und damit den Grundstein für die Sammlung des DIAF legte.

Der letzte Animator des DEFA-Studios für Trickfilme in Dresden

Lutz Stützner wurde 1957 in Königsbrück geboren. Nach Abschluss der Polytechnischen Oberschule in Dresden (1963-73) absolvierte er zunächst eine Berufsausbildung als Dekorateur/Gebrauchswerber mit Spezialisierung Plakatmaler (bis 1975). Später lernte er den damaligen künstlerischen Leiter des DEFA-Studios für Trickfilme, Otto Gerd Müller, kennen, der ihn dazu ermunterte, sich zu bewerben.

Bei der DEFA arbeitete Stützner zunächst als Volontär und Zwischenphasenzeichner und stieg nach seinem Wehrdienst (1978/79) zum Animator auf. Parallel zu seiner Arbeit studierte er Gebrauchsgrafik an der Fachschule für Werbung und Gestaltung Berlin (1979-82). Im Anschluss war er als Animator, Gestalter, Autor und Regisseur bis zur Schließung des Dresdner DEFA-Studios tätig, welches er 1992 als letzter Animator verließ.

Zeichnungen für Serien und Filme wie "Der kleine Eisbär"

Zu seinen bekanntesten Filmen dieser Zeit gehören die "Mausi und Kilo"-Reihe (1986-89), "Die Panne" (1988) und "Der Inselwitz" (1990). Seine Kurzfilme "Konsequenz" (1987) und "Monument" (1989) wurden für die Retrospektive "Rebels with a Cause" ausgewählt, die 2005 ihre Premiere im New Yorker Museum of Modern Art feierte.

Im Anschluss war Lutz Stützner für verschiedene Trickfilmstudios tätig, darunter ILFO-Film-Music, Studio 88 und Motion Works, wo er unter anderem an "Der kleine König Macius" (Serie 1998-2007, Film 2007), "Der kleine Eisbär" (2001), "Das Weihnachtsmärchen" (1994) und "Die Abenteuer des Jungen Marco Polo" (2013-18) arbeitete.

"Oswin" und das Dixie-Nilpferd

Nebenbei betätigte sich Lutz Stützner als Comiczeichner und Designer von Werbefiguren: Aus seiner Feder stammen die Comic-Reihe "Oswin" (1990 bis 2003 in der Sächsischen Zeitung und 1998 als Buch erschienen), das Dixie-Nilpferd - das Maskottchen des Internationales Dixieland Festival Dresden, der Bio-Wetter-Wuschel des MDR und zuletzt eine Affenbande für die Porzellanmanufaktur Meissen.

Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für das DIAF war Lutz Stützner auch als Vorstandsmitglied und Zeichentricklehrer beim Fantasia e.V. aktiv: Gegründet im Jahr 2000, führt die Trickfilmschule kreative junge Leute in regelmäßig Kursen und dem jährlich stattfindenden internationalen Workshop "Anima" an die Herstellung von Animationsfilmen heran.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 08. September 2021 | 14:30 Uhr

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