Direktorin Marion Ackermann Wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden für 2021 planen

Ob im Albertinum und im Residenzschloss zu Dresden oder im GRASSI Museum zu Leipzig - die Türen der insgesamt 15 Museen umfassenden Staatlichen Kunstsammlung Dresden bleiben bis vorraussichtlich Ende Februar geschlossen. Unter dem bereits im September vergangenen Jahres gewählten Motto "Einsamkeit und Empathie", geht die Museumsarbeit trotzdem weiter. Im Mittelpunkt des musealen Betriebs stehen die historische Zäsur der Covid-19-Pandemie und ihre Auswirkungen für die Gesellschaft, wie Direktorin Marion Ackermann erklärt.

Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann 9 min
Bildrechte: imago/epd

Ein Highlight der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sollte in diesem Jahr das Kooperationsprojekt "Träume von Freiheit – Romantik in Russland und Deutschland" werden. Doch die planmäßige Ausstellungseröffnung Anfang Dezember in der Staatlichen Tretjakow-Galerie in Moskau wurde corona-bedingt vorerst ausgesetzt. Über 200 Exponate der Romantik aus der Staatlichen Tretjakow-Galerie, dem Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und weiteren bedeutenden deutschen und russischen Museen bleiben somit den neugierigen Blicken der Besucherinnen und Besucher bis auf Weiteres verborgen, wie Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, erklärt.

Wann die Exponate ihren Weg nach Dresden finden werden, wo die Ausstellung im Sommer planmäßig fortgeführt werden soll, bleibt abzuwarten. Mit dem sammlungsübergreifenden Jahresthema "Einsamkeit und Empathie" plant Marion Ackermann die derzeitigen Ausfälle im Museumsbetrieb zu dokumentieren, selbstkritisch zu hinterfragen und neue Formen des Miteinanders zu entwickeln.

Viele Ausstellungen befinden sich im "Schlummerschlaf"

Blick in die Ausstellung "Raffael und die Madonna. Vom Frühwerk bis zur Meisterschaft" virtuell
Die Ausstellung "Raffael und die Madonna. Vom Frühwerk bis zur Meisterschaft" kann in der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden virtuell besichtigt werden. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

In den insgesamt 15 Museen der Staatlichen Kunstsammlung Dresden warten teils hochkarätige Leihgaben aus vielen Teilen der Welt auf ihre gebührende Inszenierung. Darunter die weltberühmten Meisterwerke rund um Raffaels "Sixtinische Madonna" im Semperbau am Dresdner Zwinger. Viele Exponate blieben im letzten Jahr, der Corona-Pandemie geschuldet, dem öffentlichen Blick sogar gänzlich vorenthalten.

Große, über Jahre hinweg in aufwändiger Detail-Arbeit konzipierte Ausstellungen, etwa die des niederländischen Malers Johannes Vermeer, wurden vertagt oder befinden sich in einem "Schlummerschlaf", wie Marion Ackermann mit Bedauern feststellt. Viele Museen bieten derzeit zwar virtuelle Rundgänge durch ihre Ausstellungsräume an - und doch ist die Begegnung mit teilweise jahrhundertealten Kunstschätzen im Original für Marion Ackermann durch das Digitale nicht zu ersetzen.

Erhebliche finanzielle Belastung

Finanziell wird die Staatliche Kunstsammlung Dresden, wie viele andere Kunst- und Kulturhäuser auch, von erheblichen Belastungen geplagt. Während des ersten Shutdowns hatte der Freistaat Sachsen dem Verband über den üblichen Zuschuss hinaus eine Finanzhilfe für die pandemiebedingten Einnahmeverluste gewährt. Und doch gibt es auch Positives zu verzeichnen: Die wachsende internationale Solidarität unter ihren Museumskolleginnen und –kollegen in der Kunstwelt nimmt Marion Ackermann als "schöne Begleiterfahrung des Lockdowns" wahr.

Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann 9 min
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Die Türen der 15 Museen der Staatlichen Kunstsammlung Dresden (SKD) bleiben bis voraussichtlich Ende Februar geschlossen. Der museale Betrieb geht aber trotzdem weiter. Dazu Marion Ackermann, SKD-Generaldirektorin.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 11.01.2021 06:00Uhr 09:22 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann 9 min
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Die Türen der 15 Museen der Staatlichen Kunstsammlung Dresden (SKD) bleiben bis voraussichtlich Ende Februar geschlossen. Der museale Betrieb geht aber trotzdem weiter. Dazu Marion Ackermann, SKD-Generaldirektorin.

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Kunst und Kultur in Corona-Zeiten

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. Januar 2021 | 08:10 Uhr

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