Fotofestival "Schauplätze" Görlitzer Fotofestival zeigt Europa in allen Facetten

Am Donnerstag startet das Görlitzer Fotofestival "Schauplätze". Vom 8. September bis 5. Dezember finden zahlreiche Fotoausstellungen international renommierter und regionaler Künstlerinnen und Künstler virtuell und vor Ort in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec statt. Unter dem Motto "Heimat.Europa" liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der fotografischen Auseinandersetzung mit Heimat und Integration.

Ausstellungen und Aktionen zum Thema "Heimat.Europa"

Eingangsgebäude Fotomuseum Görlitz
Die Vernissage "Schauplätze" findet im Görlitzer Museum der Fotografie statt. Bildrechte: Claudia Glatz

Das diesjährige Görlitzer Fotofestival ist in zwei aufeinanderfolgende Zeiträume gegliedert: Der erste Teil "Part one" beginnt im Görlitzer Fotomuseum und der Frauenkirche und endet am 15. Oktober. Anschließend legt der zweite Teil "Part two" bis zum 5. Dezember den Schwerpunkt auf virtuelle Formate in der neuen Galerie FVKS.ONE am Görlitzer Untermarkt.

'Heimat' ist oftmals gegenständlich, aber dennoch ein Konstrukt.

Görlitzer Fotofestival "Schauplätze"

Das gemeinsame Ziel der geplanten Ausstellungen und Aktionen ist es, die Konstrukthaftigkeit des Heimatbegriffs kritisch zu hinterfragen. Denn Heimat, so die Festivalveranstalter, sei etwas sehr Gegenständliches: "'Heimat' wird gern glorifiziert, politisiert, idealisiert, ist gedanklicher Zufluchtsort, identitätsstiftendes Moment, Lebenszusammenhang und sozialer Raum. 'Heimat' ist Sinneserfahrung. Und was ist 'heimatlos'?"

Wie man "Heimat" fotografisch umsetzen kann

Dass man sich den Themen Heimat und Europa fotografisch auf sehr unterschiedliche Weise nähern kann, zeigt die große Bandbreite der beim Festival ausgestellten Werke. Darunter die Arbeiten des mehrfach ausgezeichneten italienischen Künstlers Massimo Branca. Der Fotojornalist begleitete zwei Jahre lang obdachlose Jugendliche, die im Tunnelsystem der rumänischen Hauptstadt Bukarest eine "neue Heimat" fanden.

Inside Outside Under Bucharest
"Inside Outside Under Bucharest" von Massimo Branca Bildrechte: Massimo Branca

Die Künstlerin Sandra Bergemann hingegen beschäftigt sich mit den technischen Möglichkeiten der Fotografie. Die Bildräume in ihrer Serie "Sturm – Drang – Horizonte" entstanden ohne den Einsatz von Kamera und Licht, wodurch Bergemanns Fotografien die Wahrnehmung von Grenzen und Orientierung in Frage stellen.

Sturm Drang Horizonte
"Strum – Drang – Horizonte" von Sandra Bergemann Bildrechte: Sandra Bergemann

Der Berliner Künstler René Moritz setzt sich wiederum auf eine ganz andere Art und Weise mit Heimat auseinander. In seiner Serie "Blickwinkel Dixi Berlin" setzt er seiner Heimatstadt mit dem Motiv der "Dixi"-Toilette ein fotografisches Denkmal.

Blickwinkel Dixi Berlin
"Blickwinkel Dixi Berlin" von René Moritz Bildrechte: Rene Moritz

Mehr Informationen zum Festival Görlitzer Fotofestival "Schauplätze"

"Part one": 9. September bis 31. Oktober 2021
"Part two": 15. Oktober bis 5. Dezember

Fotomuseum Görlitz
Löbauer Straße 7
02826 Görlitz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Donnerstag: 12 bis 16 Uhr
Freitag bis Sonntag: 12 bis 18 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 09. September 2021 | 06:30 Uhr

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