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KunstAusstellung in Halle versammelt Bilder von Uwe Pfeifer

von Ulrich Wittstock, MDR KULTUR

Stand: 22. Januar 2022, 13:14 Uhr

Der hallesche Maler und Grafiker Uwe Pfeifer hat einst bei Werner Tübke, Hans Mayer-Foreyt und Wolfgang Mattheuer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studiert und kann deshalb zur "Leipziger Schule" gezählt werden. Er selbst sieht sich als Romantiker. Seine Bilder werfen, oft mit ironischem Unterton, einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Zum 75. Geburtstag des Künstlers im Februar gibt es in Halle eine Ausstellung mit einigen seiner Werke der vergangenen 15 Jahre.

Zu DDR-Zeiten fiel Uwe Pfeifer auf, weil er seine Umgebung malte, nämlich Halle-Neustadt. Als Maler der "Plattenbauten" sorgte Pfeifer auch im Westen für Aufsehen, denn sein Blick entsprach nicht den Erwartungen der DDR-Kulturpolitik. Pfeifer studierte in Leipzig bei Wolfgang Mattheuer und gehört damit auch zur berühmten Leipziger Schule.

Aber tatsächlich fühlt sich der Maler und Grafiker eher dem 19. Jahrhundert verbunden. Er sei eigentlich Romantiker, sagt Pfeifer von sich: "Wenn etwas schön ist, dann male ich es auch schön. Aber der Romantiker schaut genau hin. Wenn Dinge falsch sind, dann zeigt er das auch."

Pfeifers Bilder werfen einen kritischen Blick auf die Gesellschaft

Uwe Pfeifer ist in Halle geboren und aufgewachsen und hat in Leipzig bei Werner Tübke, Hans Mayer-Foreyt und Wolfgang Mattheuer studiert. Bildrechte: IMAGO

Die Ausstellung in der hallischen Galerie Zaglmaier zeigt Malerei und Grafik aus den letzten 15 Jahren – eine Art Zwischenbilanz, denn Pfeifer feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag. Und noch immer blickt der Künstler kritisch auf seine Umwelt, auch wenn es nun nicht mehr Plattenbauten sind, die ihn interessieren.

Stattdessen setzt Pfeifer nun Geländer und Teppen in Szene, mal mit, mal ohne Menschen. Sie führen zumeist ins Leere. Uwe Pfeifer spricht von einem Sinnbild: "So ein Geländer kann schützen – aber auch den Weg versperren. Außerdem kann man sich auf ein Geländer drauf stellen. Man fliegt oder stürzt ab." Für Uwe Pfeifer ist das ein Sinnbild auf die Nachwendesituation in Ostdeutschland.

Das Schöne hat es schwer

Das Bild "Die Seeligen und die Verdammten" von Uwe Pfeifer ist in der Ausstellung in Halle zu sehen. Bildrechte: MDR/Uli Wittstock

Uwe Pfeifer ist kein Künstler, der auf Experimente setzt, denn er will etwas erzählen. Und weil er selbst den Eindruck hatte, dass seine Arbeiten immer düsterer wurden, reiste er in den Harz, um in der Landschaft zu malen.

Was sich ihm da aber zeigte, war alles andere als romantisch, sagt Pfeifer: "Ich war regelrecht geschockt, als ich sah, in welchem Zustand der Wald dort ist. So schlimm hatte ich mir das gar nicht vorgestellt." Zwei kleine Ölbilder in der Ausstellung zeigen einen schwarzen Wald, in dem die Bäume wie zu einer Trauerfeier versammelt stehen.

Pfeifer malt den Tod im Maßanzug

Früher kam der Tod mit einer Sense, bei Uwe Pfeifer trägt er feinen Zwirn, wie ein Vorstandschef. Ironie und Sarkasmus sind für den Maler wichtige Stilmittel. Unter dem Titel "Aufbruch" zeigt er ein verbeultes Geländer, den Unfall denkt sich der Betrachter dazu. In einer anderen Grafik steht eine Frau im Halbdunkel, um sich von einem Geldautomaten bescheinen zu lassen. Es sind Alltagsbeobachtungen, die den Betrachter anregen, tiefer nachzudenken.

Informationen zur Ausstellung

Uwe Pfeifer – Personalausstellung zum 75. Geburtstag
Galerie Zaglmaier
Große Steinstraße 57, 06108 Halle (Saale)
göffnet mittwochs bis sonntags vom 22. Januar bis 19. März 2022

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 22. Januar 2022 | 08:45 Uhr