Personalwechsel Hygiene-Museum Dresden bekommt ab 2022 eine Chefin

Deutsches Hygiene-Museum - Außenansicht
Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden Bildrechte: MDR/Oliver Killig

Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden bekommt ab 2022 eine Direktorin. Wie die Stiftung am Dienstag mitteilte, folgt die Kulturanthropologin Iris Edenheiser dann auf Klaus Vogel, der am Jahresende nach mehr als 30 Dienstjahren in den Ruhestand geht. Dresdens Kulturdezernentin Annekatrin Klepsch sagte als Vorsitzende des Stiftungsrats, mit Edenheiser gewinne man "eine versierte und international erfahrene Museumsexpertin mit sächsischen Wurzeln". Als Kulturanthropologin werde sie den interdisziplinären Kurs des Museums als Haus der Vermittlung, der Forschung und des Diskurses fortsetzen und weiterentwickeln.

Edenheiser erklärte, sie wolle, dass am Hygiene-Museum globale, gesellschaftlich relevante Fragen unserer Zeit diskutiert und immer wieder an die historischen Erfahrungen des Ortes und der Region rückgekoppelt würden.

Edenheiser hatte bereits Posten in Dresden und Leipzig

Iris Edenheiser
Iris Edenheiser wird ab 2022 Direktorin des Deutschen Hygiene-Museums Dresden. Bildrechte: privat

Edenheiser wurde 1977 in Torgau geboren und studierte in Leipzig und Granada Ethnologie, Religionswissenschaften und Hispanistik. Sie ist seit 2017 stellvertretende Direktorin am Museum Europäische Kulturen der Staatlichen Museen zu Berlin und arbeitete zuvor am Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig, dem Museum für Völkerkunde Dresden und den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen.

Das Deutsche Hygiene-Museum wurde 1912 von dem Industriellen Karl August Lingner gegründet, dem Erfinder des Mundwassers Odol. 1930 bekam es mit dem von Architekt Wilhelm Kreis geschaffenen Ausstellungsgebäude ein Domizil. In der Weimarer Republik trug das Museum mit verständlicher Präsentation von Wissenschaft zur Demokratisierung des Gesundheitswesens bei.

Die Mitwirkung an "rassenhygienischer" Propaganda unter den Nazis gilt indes als finsterstes Kapitel in der Geschichte des Hauses. In der DDR war es Hort der Gesundheitserziehung von Kindern und Jugendlichen. Als "Museum vom Menschen" erhielt es 1991 eine Neuausrichtung, seit 1999 wird es von einer Stiftung aus Stadt und Land getragen.

Mehr Kultur in Dresden

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 25. Mai 2021 | 12:30 Uhr

Meistgelesen bei MDR KULTUR

Abonnieren

Kultur

Katrin Schumacher mit Audio
MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei