Sonderschau Janosch-Ausstellung im Museum Kloster Veßra – mehr als nur Tigerente

Wer Janosch hört, denkt wahrscheinlich zunächst an Bär, Tiger und Tigerente. Der Grafiker, Schriftsteller und Illustrator Horst Eckert alias Janosch hat aber nicht nur Werke für Kinder geschaffen. Es geht um Sehnsucht, menschliche Beziehungen, Gesellschaftskritik – mal amüsant, mal liebevoll, mal anrüchig. Eine neue Ausstellung in Kloster Veßra zeigt nun 40 seiner Werke.

Bild - Kater Mikesch und seine Freunde
Auch Kater Mikesch und seine Freunde sind in der Sonderschau zu sehen. Bildrechte: MDR/Katja Evers

Christine Hartung ist stolz auf das, was das Team des Hennebergischen Museums Kloster Veßra geschaffen hat. In einem ehemaligen Pferdestall hängen 40 Kunstwerke von Janosch. Die erste Sonderausstellung von hoffentlich vielen. Dass dafür gleich ein namhafter Künstler seine Werke bereitstellt, ist für so ein kleines Museum ein Glücksgriff. Denn eigentlich sind solche Werke zu teuer.

Widmung
Janosch hat einen "persönlichen" Gruß für die Betrachter seiner Werke. Bildrechte: MDR/Katja Evers

Dass Janoschs Werke nun trotzdem in Reih und Glied an der weißen Wand des 10x10 Meter langen Raumes hängen, ist auch ein wenig der Lage zu verdanken. Denn der Ort macht vor allem durch einen Gasthof Schlagzeilen, der von einem Neonazi betrieben wird. Janosch und sein Galerist haben der Ausstellung schon deshalb schnell zugestimmt, um ein Zeichen gegen rechts zu setzen. 

Die Vielfalt der Janosch-Werke

Die Politik spürt man auch in den ausgestellten Werken Janoschs, vor allem aber Gesellschaftskritik. Oft haben die Werke nur in Kombination mit ihrer Bildunterschrift eine spezielle Botschaft. Andere Bilder zeigen zwischenmenschliches Miteinander – ein schmusender Kater Mikesch, eine Gratulation mit Blume.

Janoschs Stil ist einzigartig, obwohl man ja oftmals denkt, es gibt ganz viele Darstellungen, die sich ähneln.

Kuratorin
Musumskuratorin Christine Hartung über die Janosch-Werk Bildrechte: MDR/Katja Evers

Teils sind die Werke auch anrüchig – etwa "Paradiesvogel der 1.", auf dem eine nackte Frau das Geschlechtsteil eines nackten Mannes umfasst. "Sein Stil ist einzigartig, obwohl man ja oftmals denkt, es gibt ganz viele Darstellungen, die sich ähneln", sagt Kuratorin Hartung sagt. "Aber man muss den Kontext sehen. Oftmals ist es die Schrift oder die Botschaft, die er dazu noch gibt."

Die Landeshauptstadt Erfurt im Janosch-Stil

Ein besonderes Stück der Ausstellung ist eine Abbildung von Erfurt. Die nämlich hat der zuständige Galerist Enrico Battaglia extra von einer anderen Ausstellung in die des Museums Kloster Veßra überführt. Die Abbildung zeigt den Erfurter Dom, bunte Häuser, einen Geiger der die Straßen entlangspaziert – alles in üblicher Janosch-Manier.

Janosch-Liebhaber können die ausgestellten Werke übrigens erwerben. Nach dem Ende der Ausstellung werden sie an ihre neuen Besitzer übergeben.

Über die Ausstellung Die Sonderausstellung "Janosch: Unikate und Grafik" im KunstRaum des Museums Kloster Veßra

Eintritt: Erwachsene 6 Euro, Familien 12 Euro

Die Ausstellung läuft bis zum 14. Juni 2020

Bild Erfurt
Thüringens Landeshauptstadt Erfurt im Janosch-Stil Bildrechte: MDR/Katja Evers

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 05. März 2020 | 06:15 Uhr

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