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AusstellungAuf Burg Posterstein die Welt der Weihnachtskrippen entdecken

von Mareike Wiemann, MDR KULTUR-Landeskorrespondentin Thüringen

Stand: 06. Dezember 2021, 15:25 Uhr

Es ist zu einer schönen Tradition geworden: Jedes Jahr in der Adventszeit lädt Burg Posterstein nahe Gera zur Krippenausstellung. Denn in den 90er-Jahren bekam das Museum dort eine große private Krippensammlung geschenkt, die seitdem wächst. Jede Schau steht unter einem anderen Motto, im Advent 2021 wird zur Weltreise eingeladen. Sie führt vom böhmischen Krippenberg bis nach Afrika, Asien und Südamerika. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 8. Januar 2023.

Eine Weihnachtskrippe am Berg, zu sehen in einer Ausstellung auf Burg Posterstein Bildrechte: Burg Posterstein

Wohin mit der Weihnachtskrippe im engen Wohnzimmer? Auf diese Frage fand man in Böhmen eine Antwort: den Krippenberg – eine Krippe also, die sich mit ihrer dreieckigen Form gut in jede Zimmerecke einfügt. Auch in der Ausstellung von Burg Posterstein ist solch ein Berg zu sehen, vor einem felsigen Hintergrund baut sich eine Weihnachtsszenerie auf, die Kuratorin Marlene Hofmann so beschreibt: "Da sieht man Handwerker, Kinder und auch Tiere. Es ist eine Dorflandschaft mit ganz vielen Details, die den Alltag der Leute widerspiegelt." Der Krippenberg wurde mit gedeckten, dunklen Farben bemalt, vielleicht angelehnt an die große Dunkelheit im mitteleuropäischen Dezember.

Krippenberg aus Böhmen, Retablo aus Südamerika mit Lama

Kuratorin Franziska Huberty vor Burg Posterstein Bildrechte: Burg Posterstein

In der realen Welt müsste man einmal um den halben Globus reisen, um etwas mehr Farbe in den Alltag zu bekommen. In der Ausstellung sind es nur ein paar Schritte vom böhmischen Krippenberg nach Südamerika zum sogenannten Retablo aus Peru: Das sind winzige, kleine oder auch etwas größere Krippen-Schreine mit Türen, hinter denen sich detailreiche Welten verbergen: "Schön bunt, pink und knallig", freut sich Kuratorin Franziska Huberty, "Auch dort hat man das ganze Dorf mit abgebildet, im Mittelpunkt steht manchmal die Krippe, die drei heiligen Könige gibt es auch. Also die Grundelemente sind dabei, aber immer landestypisch angepasst, was die Kleidung oder die dargestellten Tiere angeht", erklärt Huberty beim Blick auf einen der kunterbesten Kästen: "Da gibt es also nicht nur Schafe, sondern eben ein Lama."

In der Ausstellung sind Retablos in ganz verschiedenen Varianten zu sehen, Huberty konnte aus einer größeren Anzahl in der Sammlung auswählen. Bei Krippen aus anderen Teilen der Erde war das allerdings etwas komplizierter, berichtet sie. "In Afrika hat die Krippendarstellung spätestens seit der Missionierung auch Tradition. Diese Krippen sind aber aus einem eigenen Kulturbegriff heraus gestaltet. Da haben wir eine kleine Auswahl. In Asien wird die ganze Sache etwas schwieriger, weil dort, auch wenn man Russland hauptsächlich mit den orthodoxen Christen mitrechnet, maximal überhaupt zehn Prozent der Bevölkerung überhaupt christlich sind."

Südamerikanische Krippe: Retablo aus Peru Bildrechte: Burg Posterstein

Frohe Botschaft: Universell und landestypisch

Krippe aus Tansania Bildrechte: Burg Posterstein

Die Auswahl ist klein, aber dennoch fein. Von den Philippinen stammt etwa eine schlichte, nur aus drei Püppchen und Hütte bestehende Krippe, die aus Hanffasern gefertigt wurde. Aus Tansania präsentiert das Museumsteam eine filigran geschnitzte Krippe aus dunklem Ebenholz. Und im Gegensatz zu diesen Naturmaterilien stammt aus Burkina Faso eine Krippe, die aus Kunststoffabfällen bei der Brillenherstellung zusammengebaut wurde. So verschieden diese Exemplare aber auch sind – für die beiden Kuratorinnen Huberty und Hofmann war beeindruckend zu sehen, dass es auch viele Parallelen gibt: "Und das ist auch das Schöne, dass die Krippe so viel Kultur transportiert. In der eigentlich ganz simplen Darstellung, die immer wieder gleich ist. Mit Josef, Maria und dem Baby."

Video-Aktion im Advent auf Youtube

An jedem Adventssonntag veröffentlicht das Team nun ein Video, in dem es auf einen anderen Kontinent reist und die dortigen Krippen vorstellt. Die vier Sonntage reichen aus, denn noch findet sich keine Krippe aus Australien in der Sammlung von Burg Posterstein. Ein Umstand, der sich ändern soll, geht es nach den Kuratorinnen: Sie sind dankbar für jeden Hinweis, wie sich diese Leerstelle füllen lässt.

Krippenblume, die sich öffnen und schlißen lässt Bildrechte: Burg Posterstein
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Angaben zur AusstellungMit Weihnachtskrippen um die Welt:
Reise durch die Krippensammlung
Verlängert bis 8. Januar 2023

Museum Burg Posterstein
Burgberg 1
04626 Posterstein

Öffnungszeiten:
November bis Februar

Di bis Fr: 10 – 16 Uhr
Sa, So, Feiertag: 10 – 17 Uhr

Hinweis:
Es gilt 2G, für Kinder reicht der Testnachweis aus der Schule.

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 06. Dezember 2021 | 07:40 Uhr