Ausstellungshighlights nach dem Lockdown Welche Ausstellungen das Kunstmuseum Moritzburg Halle plant

Die Ausstellung "La Bohème - Henri de Toulouse-Lautrec und die Meister vom Montmartre" war ursprünglich vom 4. Oktober 2020 bis zum 17. Januar 2021 im Kunstmuseum Moritzburg geplant. Neben der Karl-Lagerfeld-Ausstellung sollte sie das Ereignis des letzten Jahres sein. Doch dann kam Corona. Nun soll sie am 9. Mai beginnen. Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich gibt einen Überblick über die Pläne des Museums.

Thomas Bauer-Friedrich
Thomas Bauer-Friedrich vom Kunstmuseum Moritzburg Halle Bildrechte: imago/VIADATA
Thomas Bauer-Friedrich, 2015 7 min
Bildrechte: dpa

Welche Ausstellungen sind 2021 im Kunstmuseum Moritzburg geplant, verschoben versenkt? Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich im Gespräch mit Carsten Tesch.

MDR KULTUR - Das Radio Mi 13.01.2021 06:00Uhr 07:08 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thomas Bauer-Friedrich, 2015 7 min
Bildrechte: dpa

Welche Ausstellungen sind 2021 im Kunstmuseum Moritzburg geplant, verschoben versenkt? Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich im Gespräch mit Carsten Tesch.

MDR KULTUR - Das Radio Mi 13.01.2021 06:00Uhr 07:08 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Die Verschiebung der Ausstellung "La Bohème - Henri de Toulouse-Lautrec und die Meister vom Montmartre" war alles andere als einfach, sagt Thomas Bauer-Friedrich, Direktor des Kunstmuseums Moritzburg. Die Bilder, die aus dem Musée d’Ixelles in Brüssel stammen, befinden sich auf einer langen internationalen Tournee durch Europa. Alles, was man bereits vor über zwei Jahren abgesprochen hatte, war von heute auf morgen obsolet. Und die Ausstellung dann innerhalb dieser Tournee an eine andere Stelle zu rücken, sei eine große Herausforderung gewesen, so Bauer-Friedrich.

La Bohème gegen die Pandemie-Einsamkeit

Das Thema Bohème ist thematisch nun ein starker Kontrast zum eingeschränkten Pandemie-Leben, denn das Bohème-Leben steht für Begegnungen und Ausschweifung. Genau deshalb sei es genau richtig für diesen Sommer, so Bauer-Friedrich: Wenn die Menschen sich wieder mit anderen treffen und im Museum in der Bohème der Jahrhundertwende schwelgen können.

Erste Willi Sitte-Retrospektive nach 40 Jahren

Willi Sitte: Bergung aus Hochwasser, 1958
Willi Sitte: Bergung aus Hochwasser, 1958 Bildrechte: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt - Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Foto: Falk Wenzel, Halle (Saale)

Der Maler Willi Sitte wäre am 28. Februar 2021 100 Jahre alt geworden. Eine Retrospektive zu diesem Anlass muss deswegen in diesem Jahr stattfinden, betont der Museumsdirektor. Er setze alles daran, dass sie wie geplant am 3. Oktober beginnt. Diese Ausstellung werde das Spannende an Sittes Künstlerbiografie herausarbeiten und sie sei auch ein großes Forschungsunterfangen. Schon allein wegen der Frage, wo das eine oder andere Werk abgeblieben ist in den letzten 40 Jahren, in denen keine große Ausstellung zu Sitte stattfand.

Sind digitale Ausstellungen die Zukunft?

Auch die Ausstellung mit Fotografien von Karl Lagerfeld hat eine echte Lockdown-Geschichte – sie eröffnete im März 2020, wurde dann coronabedingt geschlossen, ins Netz gestellt und nun verlängert bis Ostern. Die derzeitige digitale Ausstellung ist in ihrer Form definitiv mehr als ein virtueller Rundgang, so Bauer-Friedrich, sondern eher eine Art "Netflix fürs Museum". Doch auf die Frage, ob das als Geschäftsmodell für die Zukunft tauge, zeigt er sich skeptisch: Dauerhaft ersetze das Digitale keinen analogen Museumsbesuch.

Was den Museumsdirektor im Moment umtreibt, sind auch die vielen Vermittlungsangebote, die nun brachliegen. Es gebe mittlerweile einen ganzen Schuljahrgang, der sein Haus nicht besucht hat, bedauert er. Die Museumsarbeit werde gerade sehr aktiv diskutiert – nicht nur die Frage des Digitalen. Es gehe auch darum: Was brauchen wir alles noch? Ein Thema in der Museumslandschaft sei auch das "Entsammeln", sich von Dingen zu trennen oder gewisse Sachen anders und besser anzugehen.

Mehr Informationen zur "Bohème"-Ausstellung: In der Schau "La Bohéme. Henri de Toulouse-Lautrec und die Meister vom Montmartre" werden zahlreiche Arbeiten eines der wichtigsten Künstler der Wende zum 20. Jahrhundert gezeigt. Vor allem seine Plakate, unter anderem für das berühmt-berüchtigte Pariser Varieté "Moulin Rouge" machten den französischen Maler und Grafiker weltweit bekannt.

In der Sonderausstellung gibt es 100 großformatige Plakate von Toulouse-Lautrec und Künstlerkollegen wie Jules Chéret, Eugène Grasset, Alfons Mucha, Théophile-Alexandre Steinlen, Pierre Bonnard, Georges Meunier und Félix Vallotton zu sehen. Außerdem zeigt die Schau etwa 100 japanische Farbholzschnitte, die den Plakatkünstlern als Inspiration dienten. Die ausgestellten Werke stammen aus dem Musée d’Ixelles in Brüssel.

Zu sehen vom 09.05.2021 — 08.08.2021
Kunstmuseum Moritzburg
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Mehr zum Museen im Lockdown

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 13. Januar 2021 | 08:40 Uhr

Abonnieren

Kultur

Katrin Schumacher mit Audio
MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei