Ru-Keramik Staatliche Kunstsammlung Dresden macht "Sensationsfund"

Sensationsfund in Dresden: Chinesische Ru-Schale
Diese wertvolle Ru-Schale aus China wurde in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden entdeckt Bildrechte: Staatliche Kunstsammlung Dresden

Im Bestand der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlung Dresden (SKD) wurde eine äußerst seltene chinesische Ru-Schale aus der Zeit der Nördlichen Song-Dynastie (960-1127) entdeckt. Wie die SKD am Mittwoch mitteilte, wurde der "Sensationsfund" im Rahmen des 2014 begonnenen Forschungsprojektes zu dem historischen Bestand ostasiatischer Porzellane gemacht.

Chinesische Ru-Keramik

Bei der Keramik handelt es sich weltweit erst um das 88. Ru-Stück, das bis zum jetzigen Zeitpunkt offiziell gefunden wurde. Eine ähnliche Keramik-Schale hatte zuletzt im Jahr 2017 bei einer Versteigerung im Londoner Auktionshaus Sotheby’s eine Summe in Höhe von 37,7 Millionen Dollar erzielt. Die in der Dresdner Porzellansammlung gefundene Schale wurde zunächst fälschlicherweise im Korea des 10. bis 13. Jahrhunderts verortet. Einem Hinweis des Palastmuseums in Beijing folgend, konnte die chinesische Herkunft des wertvollen Ru-Stüks nun aber zweifelsfrei durch die Expertise Regina Krahls, einer weltweit anerkannten Expertin für chinesische Keramik, bestätigt werden. Das Schälchen stammt ursprünglich aus der Sammlung des Arztes Oscar Rücker-Embden, der diese während eines China-Aufenthaltes zu Beginn des 20. Jahrhunderts erworben hatte. 1927 wurde es von Ernst Albert Zimmermann, dem damaligen Direktor der Porzellansammlung, angekauft und befindet sich seither in der Dresdner Sammlung.

Das geschichtsträchtige Schälchen passt ganz wunderbar nach Dresden, wo August der Starke die größte Sammlung chinesischen Porzellans außerhalb Asiens zusammentrug.

Julia Weber, Direktorin der Porzellansammlung Dresden

Eine echte Sensation

Julia Weber, Direktorin der Porzellansammlung, nennt den Keramikfund eine "echte Sensation": "Wir wussten natürlich, dass die Dresdner Porzellansammlung kostbare und teils auch noch wenig bekannte Schätze birgt. Dass sich darunter aber eine der sagenumwobenen Ru-Keramiken befindet, ist eine echte Sensation." Auch Regina Krahl, Expertin für chinesische Keramik, freut sich über den seltenen Fund und weist auf dessen internationale Bedeutung hin: "Weltweit haben sich weniger als hundert Stücke erhalten und jedes einzelne ist registriert und publiziert. Dieser Fundus vergrößert sich eigentlich nicht. Der 'Fund' in Dresden ist deshalb nicht nur für mich persönlich eine aufregende Entdeckung, sondern international von großem Interesse. Ein Ru-Stück jetzt auch in einem deutschen Museum zu finden, erhöht die Bedeutung der hiesigen chinesischen Sammlungen insgesamt."

Blick in den neugestalteten Böttgersaal der Porzellansammlung im Zwinger.
Blick in den neugestalteten Böttgersaal der Porzellansammlung im Dresdner Zwinger Bildrechte: SKD/Oliver Killig
Museumsarbeit beginnt im Depot 4 min
Bildrechte: Sächsische Landesstelle für Museumswesen/SLFM
Museumsarbeit beginnt im Depot 4 min
Bildrechte: Sächsische Landesstelle für Museumswesen/SLFM

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 11. Februar 2021 | 06:30 Uhr