Sonderausstellung Grassimuseum Leipzig zeigt Design vom Küchentisch der Moderne

Ein Kaffeeservice mit buntem Schwammtupfen-Dekor
Dieses Kaffeeservice von Trude Petri ist eines von vielen Designobjekten in der Sonderausstellung "Die Gute Moderne" im Grassimuseum Leipzig. Bildrechte: Felix Bielmeier

Im Grassi Museum für Angewandte Kunst in Leipzig sind ab Samstag, 5. November, Design-Sammlerstücke des alltäglichen Gebrauchs zu sehen. Die Sonderausstellung "Die Gute Moderne" zeigt Entwürfe für Geschirr, Vasen, Bestecke, Möbel und Lampen von Design-Legenden wie Wilhelm Wagenfeld, Heinrich Löffelhardt und Trude Petri. Die 600 Ausstellungsobjekte stammen aus der Sammlung des Ehepaars Inge und Wilfried Funke.

Eine der größten Privatsammlungen zum Design des 20. Jahrhunderts

Die ausgestellten Einrichtungsgegenstände zeichnen ein Bild der sogenannten "Guten Form" der Design-Moderne. Funktionalität und schnörkellos-schöne Gestaltung waren der moralischer Anspruch an die damaligen Konsumgüter.

Blick in die Ausstellung: "Die gute Moderne" im Grassi-Museum für Angewandte Kunst
Vasen von Heinrich Löffelhardt aus den frühen 1950er-Jahren bis 1962 Bildrechte: Felix Bielmeier

Vier Jahrzehnte lang sammelte das Ehepaar Funke seit 1980 in Lagern des Haushaltswaren-Einzelhandels, auf Flohmärkten und in Trödelläden, auf Auktionen und im Internethandel industrielles Gebrauchsdesign des 20. Jahrhunderts. 10.000 Einzelobjekte sind so zusammengekommen, die das Ehepaar dem Grassi Museum für Angewandte Kunst vermacht hat. So zeigt die neue Sonderausstellung mit rund 600 Exponaten zwar viel, aber zugleich nur einen kleinen Ausschnitt der vielgestaltigen Kollektion.

Blick in die Ausstellung "Die Gute Moderne"

Weinrömer SM 2008/2213 'Ruwer' u. 'Kinzig', Glas, maschinengeblasen
Weinrömer SM 2008/2213 'Ruwer' u. 'Kinzig', Glas, maschinengeblasen von Heinrich Löffelhardt(Entwurf) Bildrechte: Felix Bielmeier
Weinrömer SM 2008/2213 'Ruwer' u. 'Kinzig', Glas, maschinengeblasen
Weinrömer SM 2008/2213 'Ruwer' u. 'Kinzig', Glas, maschinengeblasen von Heinrich Löffelhardt(Entwurf) Bildrechte: Felix Bielmeier
Kaffeekanne 611 Porzellan, gegossen, glasiert, gespritzt
Kaffeekanne 611 Porzellan, gegossen, glasiert, gespritzt von Heinrich Löffelhardt (Entwurf) Bildrechte: Felix Bielmeier
Kinderkanne des Geschirrs Form 200 ABC, Porzellan, gegossen, glasiert,
Kinderkanne des Geschirrs Form 200 ABC, Porzellan, gegossen, glasiert, von Hans Theo Baumann (Entwurf Form) Bildrechte: Felix Bielmeier
Teeservice, Porzellan, gegossen, glasiert
Teeservice, Porzellan, gegossen, glasiert, von Ladislav Sutnar (Entwurf) Bildrechte: Felix Bielmeier
Henkelvase 2699 mit abstraktem Dekor, Porzellan, gegossen, glasiert, Umdruckdekor
Henkelvase 2699 mit abstraktem Dekor, Porzellan, gegossen, glasiert, Umdruckdekor, von Hanns Hoffmann-Lederer (Entwurf Form) Bildrechte: Felix Bielmeier
Fonduetöpfe "Købenstyle", Stahl, emailliert
Fonduetöpfe "Købenstyle", Stahl, emailliert, von Jens Harald Quistgaard (Entwurf) Bildrechte: Felix Bielmeier
Kaffeeservice 'Urbino', Porzellan, gegossen, glasiert mit Schwammtupfen-Dekor Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin
Kaffeeservice 'Urbino', Porzellan, gegossen, glasiert mit Schwammtupfen-Dekor
Staatliche Porzellan-Manufaktur Berlin, von Trude Petri (Entwurf Form)
Bildrechte: Felix Bielmeier
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Designlegenden von Wagenfeld bis Sutnar

Das Paar begann seine Sammlung mit Entwürfen von Heinrich Löffelhardt und Wilhelm Wagenfeld. Es folgten die von Bauhaus und Werkbund herrührenden Entwürfe historischer Vorläufer wie Hermann Gretsch, Wolfgang von Wersin, Marguerite Friedlaender oder Trude Petri. Das Sammlerpaar nahm auch Beate Kuhn und Hanns Hoffmann-Lederer mit ihrer organischen Nachkriegs-Nierentisch-Ästhetik in ihre Sammlung auf und suchte Arbeiten von Wilhelm Braun-Feldweg, Günter Kupetz oder Hans-Theo Baumann zusammen.

Ein Sessel, darüber Lampen
Leuchten, die Hanns Hoffmann-Lederer um 1950 entworfen hat Bildrechte: Felix Bielmeier

Mit Tapio Wirkkala, Stig Lindberg und Jens Harald Quistgaard streiften sie die skandinavische Design-Moderne und zogen mit legendären Designern wie dem Tschechen Ladislav Sutnar, dem Briten Robert Welch oder dem Amerikaner Gerald Gulotta weitere Kreise.

Die Ausstellung zeigt neben den Objekten das Phänomen Sammeln selbst. Als Bürde und Glück zugleich erzählt "Die Gute Moderne" auch das Entstehen dieser Sammlung.

Informationen zur Ausstellung "Die Gute Moderne. Von der Passion, Design zu sammeln"
5. November 2022 bis 8. Oktober 2023

Grassi Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11
04103 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr
montags sowie am 24. Dezember und 31. Dezember 2022 geschlossen

Eintritt:
Bis 18 Jahre kostenfrei
Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 5,50 Euro bzw. 4 Euro (Ticket gilt für Sonderausstellungen und ständige Ausstellungen)

Quelle: Grassimuseum Leipzig / Redaktion: Hanna Romanowsky

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 05. November 2022 | 08:40 Uhr

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