#DeutschlandDigital Neue Ausstellung in Leipzig: Digitalisierung zum Anfassen

Im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig ist bis zum 3. Oktober 2022 die Wechselausstellung #DeutschlandDigital zu sehen. Dabei wird mit mehr als 400 Objekten, Fotos und interaktiven Medienstationen der Einfluss und die Wirkung der fortschreitenden Digitalisierung in Deutschland kritisch betrachtet. Besucherinnen und Besucher können Portale ganz modern durch eine Chipkarte öffnen und im "Open Space" ins Gespräch kommen.

Ein Computer aus den 1980er Jahren: der Commodore PET
Bildrechte: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Alexander Schmidt

Wie kann man Digitalisierung in einer Ausstellung sichtbar oder greifbar machen? Kurator Prof. Hanno Sowade erklärt: "Wir haben eine Ausstellung, die versuchen soll, das Digitale auch in ihrer Haptik und Optik zu transportieren. Deswegen haben wir eine Ausstellung, die zum ersten Mal in der Geschichte des Hauses keine festen Wände hat." Die Schau versuche damit, das Immaterielle des Digitalen aufzugreifen.

Einige Bildinformationen hängen dafür beispielsweise in unterschiedlichen Größen in einer in der Tiefe gestaffelten Form im Raum, sodass sie gemeinsam Bilder ergeben. Und auch die Vitrinen und die Medienstation sind aus einem ganz besonderen Material gefertigt: Makrolon. "So haben wir einen ganz eigenen Raum geschaffen, der dieses Digitale – vielleicht wie eine Cloud – aufruft und den Besucher in diese digitale Welt mit hineinzieht. Und in dieser Welt wird der Besucher mit verschiedenen Themen in Berührung gebracht", führt Sowade aus.

Ein Computer aus den 1980er Jahren in einer Vitrine: der Commodore PET
Der Computer Commodore PET wird seit den 80er-Jahren im Sprachunterricht an Schulen genutzt. Bildrechte: Stiftung Haus der Geschichte/Punctum/Alexander Schmidt

Besondere Ausstellungsstücke in Leipzig

Neben einer Nachbildung des Zuse Z3, dem ersten Computer aus dem Jahr 1941, der gerade mal drei Rechenarten konnte und eine Speicherkapazität von 64 Wörtern hatte, können Besucherinnen und Besucher sich noch auf viele weitere spannende Exponate freuen. Unter anderem ist eines von drei erhaltenen Dokumenten von Leibnitz ausgestellt, in welchem er sein binäres Zahlensystem vorstellt – das grundlegendes Konzept für alles, was wir heute in der digitalen Welt kennen.

Ein wild vollgeschriebenes Blatt mit Text und einer Zahlentabelle.
Die Handschrift von Gottfried Leibnitz von 1701 ist eine Rarität. Bildrechte: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek

Hanno Sowade mag als Kurator der Ausstellung alle Exponate, doch eines hat ihn besonders zum Nachdenken über die Allgegenwart des Digitalen in unserem Alltag angeregt: "Mein Lieblingsobjekt ist 'God bless you'. Eine Landeskirche hat einen menschengroßen Roboter gebaut, und von diesem können Sie sich dann segnen lassen. Dazu können Sie sich aussuchen, ob mit männlicher oder weiblicher Stimme, welchen Segen, und Sie können sich den Segen auch ausdrucken lassen. Wir wollen damit eine Diskussion darüber anregen, was digital sein kann und was noch analog durch den Menschen passieren muss."

Mehr Informationen zur Ausstellung Die Ausstellung #DeutschlandDigital ist im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig vom 5. Mai bis 3. Oktober 2022 zu sehen.

Adresse:
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr
Am Wochenende und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 05. Mai 2022 | 17:10 Uhr