Brief an Kulturpolitik Museen wollen raus aus dem Lockdown

Strenge Hygienemaßnahmen, viel Platz und gute Klimaanlagen: Mit diesen idealen Voraussetzungen wünschen sich einige Museen eine baldige Öffnung. In einem Schreiben wenden sich mehr als 50 führende Kunstmuseen aus ganz Deutschland an Kulturstaatsministerin Monika Grütters, darunter auch Marion Ackermann, Direktorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Marion Ackermann steht vor der ausgeraubten und nun ausgestellten Vitrine im Juwelenzimmer des Historischen Grünen Gewölbes im Residenzschloss in Dresden.
Marion Ackermann, Leiterin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, steht vor der ausgeraubten Vitrine im Grünen Gewölbe. Bildrechte: dpa

Die Kunstmuseen in Deutschland wollen raus aus dem Corona-Lockdown. In einem Brief wenden sich die Leitungen führender Häuser an Kulturstaatsministerin Monika Grütters und ihre Länderkolleginnen und -kollegen. Museen könnten "für den Hunger auf Kultur ein Angebot machen, ohne die gesellschaftliche Solidarität in Frage zu stellen", heißt es in dem Schreiben, das auch durch die Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Marion Ackermann, unterzeichnet wurde.

Klimatechnik, Raumkapazitäten und Hygienekonzepte

Mit vorsichtigen Worten machen sich die Museumsleitungen für die Öffnung der Museen stark: "Unsere Sorge gilt der Eindämmung der Pandemie, zugleich aber auch einer dem jeweiligen Verlauf von Corona angepassten Wiedereröffnung der Museen." Museen seien sichere Orte, in denen Hygienemaßnahmen strikt befolgt und "wie an keinem anderen öffentlichen Ort" überwacht würden. Die meisten Museen verfügten über eine ausgefeilte Klimatechnik und Raumkapazitäten, die Bewegungsabläufe nach Distanzgebot steuern und entzerren könnten.

Die Museen haben schon nach der Phase des ersten Lockdowns ihre Häuser mit großer Sorgfalt der neuen Situation angepasst.

Aus dem Schreiben der Museumsleitungen an die Kulturpolitik

Vorgeschlagen wird im Schreiben das schrittweise Herauffahren der Museen durch Bildungs- und Lernangebote für Schulen und zunehmend mögliche Individualbesuche in Museen bei Verzicht auf touristische Gruppenbesuche, Führungen oder Veranstaltungen. Schulklassen sollten unabhängig von Individualbesuchern in die Museen kommen können. Die Museen versprechen sich so "mehr Gerechtigkeit" und "eine kulturelle Grundversorgung". Mehr als 50 Museumsspitzen haben den Brief unterzeichnet, neben Marion Ackermann beispielsweise Michael Eissenhauer der Staatlichen Museen Berlin, Eva Kraus von der Bundeskunsthalle Bonn oder Christiane Lange von der Staatsgalerie Stuttgart.

Museen und ihre Pläne

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 26. Januar 2021 | 08:30 Uhr

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