Ausflugsziele Erfurt, Gotha, Altenburg: Dieser Besuch im Museum lohnt sich in Thüringen

Sie planen einen Ausflug nach Thüringen? Sie sollten unbedingt ein Museum aus unserer Auswahl besuchen – oder besser gleich mehrere. Eine spannende Ausstellung lässt sich wunderbar mit einer Stadtbesichtigung, einem Waldspaziergang oder einer Tasse Kaffee, Tee oder Kakao verbinden. Besuchen Sie die älteste Synagoge Europas in Erfurt, eines der weltweit größten Ölgemälde in Bad Frankenhausen, die Weltstadt des Spielzeugs Sonneberg als Paradies für Kinder und eine der schönsten Bibliotheken der Welt in Weimar. Hier sind unsere Tipps.

Besucher betrachten im Panorama Museum in Bad Frankenhausen das Monumentalgemälde «Frühbürgerliche Revolution in Deutschland« von Werner Tübke. 2009
Bildrechte: dpa

Bad Frankenhausen: Bauernkriegspanorama Museum

Das "Panorama Museum" erkennt man schon aus der Ferne – ein eindrucksvoller Rundbau, der etwas oberhalb der Stadt Bad Frankenhausen thront. Das Herzstück des Museums ist ein einziges, monumentales Gemälde: das Bauernkriegspanorama von Werner Tübke. Mit seinen 1.722 Quadratmetern ist es eines der größten Ölgemälde weltweit. Fast zehn Jahre lang arbeitete der Leipziger Maler an diesem Werk.

Gezeigt werden Szenen des Deutschen Bauernkrieges, vor allem der "Schlacht bei Frankenhausen" 1525, der letzten großen Auseinandersetzung im blutigen Glaubenskrieg. Im Zentrum des Bildes sticht Bauernkriegsanführer und Theologe Thomas Müntzer hervor. Ebenso sind Martin Luther und Albrecht Dürer zu entdecken. Die Vielzahl der Szenen ist beeindruckend: Adam und Eva beim Sündenfall, der Turmbau zu Babel und Werner Tübke selbst – dargestellt als toter Mann. Besucher können die große Rotunde von gemütlichen Sitzkissen aus betrachten.

Nach dem Besuch lockt das Museumscafé mit Terrasse zum Verweilen. Ein Abstecher in die Stadt lohnt sich ebenfalls: Bad Frankenhausen liegt am Fuße des Kyffhäusergebirges und hat mit seiner Oberkirche sogar einen eigenen extrem "schiefen Turm".

Blick in den Bildsaal des Panorama Museums mit dem Monumentalgemälde von Werner Tübke
Das Bauernkriegs-Panorama des Künstlers Werner Tübke in Bad Frankenhause beeindruckt nicht nur mit Größe, sondern auch mit Detailreichtum. Bildrechte: VG Bild-Kunst Bonn, 2018/ZK-Medien

Informationen zum Museum Panorama Museum
Am Schlachtberg 9, 06567 Bad Frankenhausen

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr

Sonneberg: Deutsches Spielzeugmuseum

Das thüringische Sonneberg ist eine Spielzeugstadt: Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich die Region allmählich zu einer der größten Spielwarenmetropolen in Europa, später zur "Weltspielwarenstadt". Bereits 1901 wurde das Deutsche Spielzeugmuseum eröffnet. Noch heute befindet es sich im historischen Gebäude, das durch einen modernen Bau erweitert wurde.

Nostalgische Achterbahnen, Puppenstuben und Zinnsoldaten: Die spannende Sammlung zeigt Sonneberger Holzspielwaren des 18. und 19. Jahrhunderts sowie Puppen aus Sonneberg. Darüber hinaus finden sich kuriose Figuren aus Brotteig und Pappmaché, Spielzeug aus dem alten Ägypten und der klassischen Antike sowie Spielzeug aus Ostasien und Afrika. Zwei Installationen zu den Weltausstellungen im 19. und 20. Jahrhundert bieten einen besonderen Einblick in die Geschichte der Spielwaren: "Gulliver in Liliput" von 1843/44 und "Thüringer Kirmes" von 1910.

Ein Spielzeugmuseum wäre allerdings kein richtiges Spielzeugmuseum, wenn hier nicht auch gespielt werden dürfte: Drei künstlerisch gestaltete Spielbereiche laden Kinder und Familien ein, das Museum spielend zu erleben. Mit Baby-Wickelraum und Platz für Kinderwagen ist das Museum für Familien mit Kindern besonders geeignet – auch für einen ganztägigen Ausflug.

Bunte Holz-Spielzeugautos mit Fahrerfiguren aus den 1960er-Jahren
Mit dem ausgestellten Spielzeug im Spielzeugmuseum Sonneberg darf leider nicht gespielt werden, dafür gibt es eine Spielecke zum Ausprobieren. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Informationen zum Museum Deutsches Spielzeugmuseum
Beethovenstraße 10, 96515 Sonneberg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10 bis 17 Uhr

Gotha: Herzogliches Museum

Gotha hat ein beeindruckendes barockes Erbe vorzuweisen. Das zeigt sich zum einen architektonisch: Schloss Friedenstein liegt als imposante Barockanlage auf einem Hügel über der Stadt. Im Inneren ist es bis heute in originalem Stil erhalten. Zum anderen gehören die Sammlungen früherer Herrscher dazu. Das Herzogliche Museum hat umfangreiche kunstgeschichtliche und naturkundliche Schätze vorzuweisen – dank der Sammelleidenschaft der Herzöge von Sachsen-Gotha.

Ein Museumsraum mit Gemlden an den Wänden
In diesem Saal des Herzoglichen Museums Gotha ist unter anderem das geheimnisvolle Gothaer Liebespaar zu sehen. Bildrechte: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha/Lutz Ebhardt

Ägyptische Mumien, antike Vasen, Skulpturen und Kunstschätze aus China und Japan sind hier neben Werken von Peter Paul Rubens, Jan van Goyen, Lucas Cranach dem Älteren und Caspar David Friedrich zu bewundern. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das mysteriöse "Gothaer Liebespaar" – die genaue Identität des Urhebers dieses Gemäldes aus dem 15. Jahrhundert ist bis heute unbekannt. Seit kurzem sind auch die nach einem spektakulären Kunstraub in der DDR zurückgekehrten Gemälde von Meistern wie Hans Holbein der Ältere, Franz Hals oder Jan Brueghel der Ältere wieder an ihrem angestammten Ort zu sehen.

Das Museum zeigt zudem die größte Sammlung an Werken des französischen Bildhauers Jean-Antoine Houdon. Er gilt als erfolgreichster Porträtbildhauer des 18. Jahrhunderts, und anhand seiner Skulpturen lässt sich der Übergang zur abstrakteren, motivbezogenen Bildhauerei hervorragend nachvollziehen.

Informationen zum Museum Herzogliches Museum Gotha
Schlossplatz 1, 99867 Gotha

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr,
November bis März: Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr
Montags geschlossen, an Feiertagen geöffnet.

Erfurt: Alte Synagoge

Mitten in Erfurts Altstadt liegt die Alte Synagoge. Sie ist in mehrfacher Hinsicht einmalig: Mit über 900 Jahren ist sie die älteste erhaltene Synagoge Europas. Auf einem Teil der Ausstellungsfläche wird daher das Gebäude selbst zum Exponat. Nach einem verheerenden Pogrom von 1349 wurde die Synagoge zum Lagerhaus umfunktioniert. Während des Nationalsozialismus war das Gebäude daher nicht mehr als Gotteshaus zu erkennen und die frühere Nutzung als solches auch nicht mehr bekannt, weswegen es diese Zeit unbeschadet überstand. Mittelalterliche Handschriften dokumentieren das frühere Leben der Erfurter Gemeinde, darunter die größte bekannte mittelalterliche Tora.

Noch beeindruckender als das geschichtsträchtige Gebäude ist der dort ausgestellte Erfurter Schatz. Wahrscheinlich 1349 während des Pogroms vergraben, wurde der Schatz 1998 in der Nachbarschaft der Synagoge entdeckt. Neben dem großen Anteil an Silbermünzen und -barren fallen besonders die gotischen Goldschmiedekunststücke ins Auge. Das bedeutendste Stück darunter ist ein goldener jüdischer Hochzeitsring aus dem frühen 14. Jahrhundert. Wahrlich ein Schatz, der auch schon in Paris, New York und London ausgestellt wurde und nun dauerhaft in Erfurt zu sehen ist.

Nach dem Museumsbesuch ist ein Spaziergang durch Erfurts mittelalterliche Gassen Pflicht. Auf dem nahegelegenen Wenigemarkt finden sich viele Cafés und nebenan die Krämerbrücke – dort gibt es handgemachtes Eis!

Ein Kellergewölbe mit dicken Steinmauern und Besuchern vor einer Glasvitrine
Die Erfurter Synagoge ist mit ihrem alten Gemäuer selbst schon museumswürdig und beherbergt noch dazu einen besonderen Schatz. Bildrechte: IMAGO

Informationen zum Museum Alte Synagoge Erfurt
Waagegasse 8, 99084 Erfurt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
An jedem ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei.

Öffentliche Führungen durch das Museum finden samstags, 10:15 Uhr statt.

Erfurt: Angermuseum

Mitten in der Erfurter Altstadt beherbergt das Angermuseum die Kunstsammlung der Thüringer Landeshauptstadt. Auf drei Etagen erwartet Besucherinnen und Besucher Kunst aus sieben Jahrhunderten: Gemälde und Schmuck, Keramik und stilvolle Möbel.

Das gelbe Gebäude des Angermuseums in Erfurt von außen
Das Erfurter Angermuseum beherbergt die Kunstsammlung der Thüringer Landeshauptstadt. Bildrechte: Stadtverwaltung Erfurt/Dirk Urban

Der Ursprung der Sammlung geht auf den Nachlass des 1807 in Erfurt geborenen romantischen Malers Friedrich Nerly zurück. Zum Kunstschatz zählen außerdem Stillleben der Erfurter Malers Jacob Samuel Beck (1715-1778), Bouquets der Erfurter Blumenmalerin Ernestine Wendel (1790-1859) und Landschaften des Altenburger Expressionisten Walter Jacob (1893-1964) – ein Geheimtipp.

Unterstützt vom jüdischen Kunstmäzen Alfred Hess wurden in den 1920er-Jahren im Angermuseum Werke des Deutschen Expressionismus gesammelt. 1937 wurden mehr als 1.000 Bilder durch die Nazis als "entartet" beschlagnahmt und in alle Winde zerstreut. Mittlerweile kehren sie langsam ins Angermuseum zurück, wie etwa Emil Noldes "Begonien".

Der "Heckel-Raum" wurde vom expressionistischen Maler Erich Heckel (1883-1970) aus Döbeln gestaltet und widmet sich dem Verhältnis von Mann und Frau. Mit Glück überstand er den Bildersturm der Nazis und ist heute ein Alleinstellungsmerkmal des Museums.

Informationen zum Museum Angermuseum Erfurt
Anger 18, 99084 Erfurt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr

Schloss Altenburg: Spielkartenmuseum

Im Spielkartenmuseum Altenburg kann die jahrhundertealte Geschichte der Spielkarten in dem thüringischen Ort erkundet werden. In der Stadt wurde das Skatspiel erfunden, dessen Geschichte in der sogenannten "Skatheimat" anhand vieler Kartenspiele, Werkzeugen zur Herstellung oder Druckvorlagen betrachtet werden kann.

Das Museum wurde 1923 auf Schloss Altenburg gegründet, musste jedoch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einen großen Verlust hinnehmen. Nahezu alle Bestände wurden abtransportiert und in alle Winde zerstreut. Durch viel Engagement wurden nach und nach wieder zahlreiche Exponate zur Geschichte der Spielkarten gesammelt und ausgestellt, so dass das Museum auch heute wieder ein lohnenswertes Ausflugsziel ist.

Plakat zur Skatstadt Altenburg mit drei Männern, die Skat spielen
Ein historisches Foto zeigt ein Werbeplakat der Skatstadt Altenburg Bildrechte: IMAGO / Horst Rudel

Informationen zum Museum Spielkartenmuseum Altenburg
Schloss 2-4, 04600 Altenburg

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag: 9:30 bis 17 Uhr

Geisa: Gedenkstätte Point Alpha

Geisa ist eine kleine Stadt in der thüringischen Rhön. Genau hier verlief einst die innerdeutsche Grenze. Daran erinnern heute noch ein hoher Wachturm, Warnschilder und Schranken. Aus dem Point Alpha, dem ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt an der thüringisch-hessischen Grenze, ist heute eine Gedenkstätte geworden, die über das militärische und zivile Leben am "Eisernen Vorhang" informiert. Das 100.000 Quadratmeter große Gelände der Gedenkstätte erstreckt sich vom amerikanischen Beobachtungsstützpunkt mit ehemaligen US-Camps auf hessischer Seite bis zum eigens errichteten thüringischen "Haus auf der Grenze".

Eine Dauerausstellung widmet sich dem Grenzregime der DDR, das insbesondere jugendliche Besucher ganz persönlich erleben können: Hier kommen Zeitzeugen aus den umliegenden Dörfern in Ost und West zu Wort. So wird die Ausstellung zum lebendigen Archiv für Regionalgeschichte. Am Ende des Rundgangs sind die Besucher dazu eingeladen, auch ihre eigenen Erlebnisse auf Bild- und Tonträgern zu dokumentieren. So wird Geschichte am Point Alpha anders erzählt: ganz unmittelbar und interaktiv.

An den Wänden eines Raumes hängen großformatige Fotos.
Diese Ausstellungswand an der Gedenkstätte Point Alpha in Geisa klärt über die Situation Deutschlands zum Kriegsende 1945 auf. Bildrechte: MDR/Ruth Breer

Informationen zum Museum Gedenkstätte Point Alpha
Platz der Deutschen Einheit 1, 36419 Geisa

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 10 bis 18 Uhr
November und März: täglich 10 bis 16:30 Uhr
Dezember bis Februar: Dienstag bis Sonntag 10 bis 16:30 Uhr

Altenburg: Lindenau-Museum

Das Lindenau Museum liegt am Fuße des Schlossparks in Altenburg. Das prächtige Neorenaissance-Gebäude wurde von Julius Robert Enger erbaut, einem Schüler Gottfried Sempers. Ein Großteil der Sammlung geht auf den Namensgeber des Museums zurück, den Gelehrten und Staatsmann Bernhard von Lindenau. Dem Kunstförderer verdankt das Museum die größte Sammlung früher italienischer Tafelbilder außerhalb Italiens. So zum Beispiel das berühmte "Bildnis einer vornehmen Frau als Heilige" von Sandro Botticelli. Er porträtierte in Florenz einst die Fürstin Caterina Sforza, die später zur Heiligen Katharina wurde.

Ein großer Saal mit Holzfußboden und antiken Statuen an den Säulen
Im Lindenau-Museum Altenburg kann man unter den Blicken antiker Skulpturen wandeln. Bildrechte: IMAGO

Auch ganz andere Epochen der Kunstgeschichte lassen sich in Altenburg entdecken: Die Sammlung umfasst antike Keramiken und Gipsabgüsse aus der Renaissance ebenso wie Gemälde aus der Gegenwart. In der modernen Malerei liegt der Schwerpunkt auf Kunst des Spätexpressionismus und der Neuen Sachlichkeit. Außerdem besitzt das Museum den weltweit größten Bestand an Werken Gerhard Altenbourgs, eines Malers und Grafikers aus Thüringen, dessen Werke in der DDR verboten waren.

Der Eingang des Interims des Lindenau-Museums, ein Steinfußboden mit einem einzelnen Nadelbaum
Interimsstandort des Lindenau-Museums in der Kunstgasse. Bildrechte: dpa

Das museumspädagogische Angebot ist sehr umfangreich: In Zusammenarbeit mit der angegliederten Kunsthochschule, dem Studio Bildende Kunst, gibt es zahlreiche Kurse und Workshops. Kinder und Jugendliche werden von Künstlern an die Werke der Sammlung herangeführt und können in einem Atelier und einer Keramikwerkstatt selbst verschiedene Techniken kennenlernen und ausprobieren.

Achtung: Aufgrund von umfassenden Sanierungsarbeiten ist das eigentliche Lindenau-Museum an der Gabelentzstraße in den nächsten Jahren geschlossen. Seit dem 14. Juli 2021 kann das Museum in seinem Interim in der "Kunstgasse 1" besucht werden.

Informationen zum Museum Lindenau-Museum
Interim in der Kunstgasse 1, 04600 Altenburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr

Eisenach: Bachhaus

Ein Museum mit stündlichem Konzert: Im Bachhaus Eisenach erklingen jede Stunde fünf barocke Tasteninstrumente, zwei Orgeln, ein Clavichord, ein Silbermann-Spinett und ein Cembalo. Auch darüber hinaus verfügt das Bachhaus über eine bedeutende Sammlung historischer Musikinstrumente, darunter die kuriose "Trompetengeige": eine Violine mit eingebauter Naturtrompete.

Am 21. März 1685 wurde Johann Sebastian Bach in diesem Eisenacher Wohnhaus geboren. Heute ist das Bachhaus eines der meistbesuchten Musikermuseen Deutschlands. Schon seit über 100 Jahren kann man hier Bachs Leben und Musik kennenlernen. Altbacken ist das Museum deswegen aber keineswegs: Im "begehbaren Musikstück" mit einer 180-Grad-Leinwand wird Bachs Musik über Klang- und Bildinstallationen erlebbar. In den hängenden "Bubblechairs" kann man ganz in Bachs Musik versinken, an einem Mischpult verschiedene Aufnahmen derselben Bach-Kantate miteinander vergleichen.

In einer Kinderecke wartet ein Orgelpuzzle auf seine Lösung. Darüber hinaus illustrieren die original eingerichteten Wohnräume das Leben zu Bachs Zeiten. Mehrfach wurde die Ausstellung im Bachhaus bereits ausgezeichnet – historische Elemente verbinden sich hier mit modernem Museumskonzept auf wunderbare Weise. Den Museums-Rundgang kann man im museumseigenen "Café Kantate" ausklingen lassen oder sich im Bachhaus-Garten niederlassen. Wer einen Tagesausflug plant, der kann im Anschluss die berühmte Wartburg besuchen – sie liegt nur etwa zwei Kilometer entfernt vom Museum.

An einem Seil hngende, transparente kugelförmige Sessel im Bachhaus Eisenach
Diese hängenden Sessel im Bachhaus Eisenach laden zum Versinken in die Musik von Johann Sebastian Bach ein. Bildrechte: Mandy Busch, Bachhaus Eisenach

Informationen zum Museum Bachhaus Eisenach
Frauenplan 21, 99817 Eisenach

Öffnungszeiten:
Täglich 10 bis 18 Uhr

Eisenach: Wartburg

Etwa 400 Meter hoch über Eisenach liegt das Festplateau, das erstiegen werden muss, um die Wartburg zu besichtigen. Oben angekommen, erwartet Besucherinnen und Besucher ein spektakulärer Ausblick, UNESCO-Welterbe – und das Wartburg-Museum.

Die Wartburg thront im Thüringer Wald über Eisenach.
Die Wartburg wurde über Jahrhunderte immer wieder umgebaut und erweitert, was ihre viefältige Architektur ausmacht. Bildrechte: imago images/Olaf Döring

Immerhin hat die Burg in ihrer fast 1.000-jährigen Geschichte zahlreiche Berühmtheiten beherbergt. Dass Reformator Martin Luther sich unter dem Decknamen Junker Jörg monatelang hier versteckt hielt und das Neue Testament ins Deutsche übersetzte, gehört zur Allgemeinbildung. Die Lutherstube ist im Originalzustand erhalten und daher fester Bestandteil vieler Rundgänge.

Aber auch der sogenannte Dürerschrank gehört zu den Sehenswürdigkeiten: ein wahres Meisterwerk spätgotischer Möbelkunst aus dem Jahr 1515. Bei einer Führung können Gemälde aus der Hand Lucas Cranachs bestaunt werden, wertvolle Bildteppiche, Plastiken Tilmann Riemenschneiders, Kunsthandwerk der Renaissance und geschichtsträchtiges Mobiliar. Auf Empfehlung des Dichterfürsten Johann Wolfgang Goethe wurde die Kunstsammlung der Wartburg vor fast 200 Jahren ins Leben gerufen.

Mehr Informationen Wartburg
Auf der Wartburg 1
99817 Eisenach

Öffnungszeiten:

Burghöfe und Außenanlagen
1. April bis 6. November: 8 bis 20 Uhr
7. November bis 31. März: 9 bis 17 Uhr

Palas, Museum und Lutherstube
1. April bis 6. November: 9 bis 17 Uhr (letzer Einlass)
7. November bis 31. März: 9:30 bis 15:30 Uhr (letzer Einlass)

Eisenach: Lutherhaus

In einem der ältesten und schönsten Fachwerkhäusern Thüringens ist das Lutherhaus Eisenach Zuhause. Hier soll von 1498 bis 1501 der Schüler Luther gelebt haben, die sogenannten "Lutherstuben" können seit 1956 von interessierten Besuchern und Besucherinnen besichtigt werden. Als Europäische Kulturerbe-Stätte hat dieses Museum eine große Bedeutung für die Stadt.

Lutherhaus mit historischem Portal und Neubau in Eisenach
Das Lutherhaus in Eisenach beleuchtet eine wichtige Lebensphase des Reformators. Bildrechte: IMAGO / Hanke

Die preisgekrönte Dauerausstellung "Luther und die Bibel" ist nun nach umfangreichen Renovierungsarbeiten am Haus wieder geöffnet und einen Besuch wert. Durch die Kombination von neuen Medien mit alter Geschichte ist die Ausstellung sowohl für Groß als auch Klein geeignet – so kann man beispielsweise in der alten Lutherbibel stöbern.

Mehr Informationen zum Museum Lutherhaus Eisenach
Lutherpl. 8
99817 Eisenach

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
Montags geschlossen

Gera: Otto-Dix-Haus

Nahe dem Stadtwald, am Ufer der Weißen Elster, ist Gera besonders schön. Direkt neben der Marienkirche steht ein denkmalgeschütztes Haus – das Geburtshaus des Malers Otto Dix. Als Dix 1891 als Sohn des Eisenformers Franz und der Näherin Louise Dix geboren wurde, ahnte niemand, dass er einmal zu den bedeutendsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts zählen würde. Im Mietshaus bewohnten die Eltern gerade einmal zwei Zimmer.

100 Jahre später ist in Otto Dix' Geburtshaus eine der größten Dix-Sammlungen in öffentlicher Hand zu sehen. Eine ständige Ausstellung zeigt die Hauptwerke des Künstlers in Form von Zeichnungen, Ölgemälden und Grafiken. Von seinen impressionistischen Anfängen über die neue Sachlichkeit bis zu expressionistischen Werken wird die künstlerische Vielfalt des Otto Dix hier besonders deutlich. Natürlich gewähren die historischen Räumlichkeiten auch einen Einblick in das Leben von Dix. Einzigartig sind in diesem Zusammenhang auch die gezeichneten Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg.

Drei Bilder von Otto Dix an einer Ausstellungswand, darauf zu sehen sind zwei einzelne und ein Doppelporträt
Die Werke im Otto-Dix-Haus in Gera zeigen Dix in seinen verschiedenen Schaffensphasen. Bildrechte: Steffen Weiß/Stadtverwaltung Gera

Informationen zum Museum Otto-Dix-Haus
Mohrenplatz 4, 07548 Gera

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 11 bis 17 Uhr

Weimar: Goethe-Nationalmuseum, Goethes Gartenhaus und Schillers Wohnhaus

Eigentlich kann man in ganz Thüringen auf den Spuren der Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller wandeln, doch in ihren Weimarer Wohnhäusern geht das besonders gut. Goethes ehemaliges Wohnhaus und ein Museumsanbau bilden heute das Goethe-Nationalmuseum.

Darin sind ein Teil von Goethes kunst- und naturwissenschaftlichen Sammlungen sowie seine Privatbibliothek zu sehen. Nach seinem Umzug nach Weimar und später zum Ende seines Schaffens lebte und arbeitete Goethe auch in seinem Gartenhaus im wunderschönen Park an der Ilm. Ursprüngliches Inventar sowie Bilder und Handschriften aus Goethes Nachlass werden hier ausgestellt, und der Garten ist mit Kräutern und Blumen liebevoll hergerichtet.

Auch Schillers altes Wohnhaus bietet einen lebendigen Einblick in die Lebensumstände und Atmosphäre seines Schaffens. Ein Spaziergang zu Goethes Gartenhaus im Ilmpark und die historischen Wohn-Gebäude der Weimarer Dichter sind nicht nur für Goethe- und Schiller-Liebhaber ein anregendes Ausflugsziel.

Wem es hier gefallen hat, für den lohnt sich auch ein Abstecher nach Tiefurt: Das Schloss war einst Sommersitz der Herzogin Anna Amalia. Im riesigen Schlosspark zu beiden Seiten der Ilm kann man die idyllische Landschaft genießen und zugleich auf den Spuren der Weimarer Hofgesellschaft wandeln. Schloss und Park Tiefurt gehören zum UNESCO-Welterbe.

Goethes Gartenhaus in Weimar steht auf einer sonnenbeschienenen grünen Wiese
Bei einem Spaziergang durch den Park an der Ilm in Weimar lohnt ein Besuch in Goethes Gartenhaus. Bildrechte: MDR/Hendrik Sachs

Informationen zum Museum Goethe-Nationalmuseum mit Goethes Wohnhaus
Frauenplan 1, 99423 Weimar

Schillers Wohnhaus
Schillerstraße 12, 99423 Weimar

Öffnungszeiten:
14. April bis 1. November: Dienstag bis Sonntag, 9:30 bis 18 Uhr
2. November bis 13. April: Dienstag bis Sonntag, 9:30 bis 18 Uhr

Schloss und Park Tiefurt
Hauptstraße 14
99425 Weimar-Tiefurt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Schlosspark ganzjährig frei zugänglich

Weimar: Gedenkstätte Buchenwald

Wer durch das Lagertor des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald tritt, liest die Worte "Jedem das Seine". Die auffällige Inschrift sollte die Gefangenen täglich daran erinnern, sie würden das bekommen, was sie verdienten. Entworfen wurde der Schriftzug vom Bauhaus-Architekten Franz Ehrlich, damals selbst Häftling in Buchenwald. Der Designer verewigte darin jedoch insgeheim den Widerstand: Ehrlich wählte eine von den Nationalsozialisten als entartet eingestufte Schriftart des Bauhauses. Die Lagerleitung bemerkte es nie.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges ist das Lager auf dem Ettersberg bei Weimar das größte KZ im Deutschen Reich. Als die amerikanischen Streitkräfte Buchenwald schließlich befreien, schreibt Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower: "Nichts hat mich je so erschüttert wie dieser Anblick." Über 56.000 Menschen starben hier an Auszehrung, Folter und medizinischen Experimenten. Eines der bekanntesten Opfer ist KPD-Vorsitzender Ernst Thälmann: 1944 wird er im Lagerkrematorium auf direkten Befehl Adolf Hitlers erschossen.

Auf dem Gelände des ehemaligen Häftlingslagers stehen heute nur noch wenige Gebäude. Der Ort hat dennoch eine unheimliche Wirkung. Mehrere Dauerausstellungen zeigen heute seine Geschichte, vom Konzentrationslager Buchenwald zum sowjetischen Speziallager bis zur Gedenkstätte.

Nicht nur das Grauen des Lagers wird hier offensichtlich, sondern auch eine deutsche Gesellschaft, die die Lager und Ausgrenzung für gerechtfertigt und notwendig hielt. Dafür ist auch die reibungslose Nachbarschaft zwischen Weimar und Buchenwald ein bedrückendes Beispiel. Eine Kunstausstellung zeigt außerdem Arbeiten von Gefangenen, die während der Haft entstanden sind oder später von Überlebenden geschaffen wurden.

Besucher betrachtet das Lagertor des Konzentrationslager KZ Buchenwald mit der Inschrift Jedem das Seine in der Ausstellung
Das Lagertor des Konzentrationslagers Buchenwald ist hier in einer Ausstellung zu sehen. Bildrechte: IMAGO

Informationen zum Museum Gedenkstätte Buchenwald
99427 Weimar

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag und Feiertage, 10 bis 18 Uhr

November bis März: Dienstag bis Sonntag und Feiertage 10 bis 16 Uhr

Weimar: Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Fast wären die Anna Amalia Bibliothek und ihre historischen Bücher verloren gewesen: Bei einem verheerenden Brand im Jahr 2004 wurden 50.000 Bände aus dem 16. bis 18. Jahrhundert vollständig zerstört – einer der schwärzesten Tage in der Thüringer Kulturgeschichte. Doch dank des Einsatzes von rund 500 Menschen in der Nacht des Brandes konnte ein Teil des Bestandes gerettet werden, darunter die wertvolle Lutherbibel von 1534.

Heute ist die Herzogin Anna Amalia Bibliothek eine öffentlich zugängliche Forschungseinrichtung für Literatur- und Kulturgeschichte mit Schwerpunkt deutsche Literatur der Zeit um 1800. Etwa eine Million Schriften zählen zum Bestand, darunter Nietzsches Privatbibliothek und die weltweit größte Faust-Sammlung. Eines der wertvollsten Bücher der Bibliothek wurde vom englischen Naturforscher Isaac Newton zur Gravitation verfasst: "Philosophiae naturalis principia mathematica" aus dem Jahr 1687. Die Schrift begründete die modernen Naturwissenschaften, nur wenige Exemplare sind erhalten.

Besucherinnen und Besucher können sich die beeindruckenden Werke in einem ganz besonderen Ambiente anschauen: Der berühmte Rokokosaal bildet das Herzstück der Bibliothek. Aus konservatorischen Gründen ist der Zutritt limitiert: Das Gebäude kann nur von maximal 290 Personen pro Tag besucht werden.

Blick von der ersten Etwage, der Raum ist ein großes Oval, weiße Säulen bilden die Balustrade
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar hat eine ganz besondere Atmosphäre Bildrechte: dpa

Informationen zum Museum Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Platz der Demokratie 1, 99423 Weimar

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 9:30 bis 18 Uhr

Weimar: Bauhaus-Museum

Als Gründungsstadt der berühmten Kunstschule Bauhaus und der heutigen Bauhaus-Universität ist Weimar mit dem Bauhaus tief verwurzelt. Als Walter Gropius die Schule 1919 ins Leben rief, versammelte er die künstlerische Avantgarde. Elegante Designkonzepte, ein völlig neuer architektonischer Stil und innovative Kunst prägten das Schaffen der am Bauhaus tätigen Künstler. Ihr Werk beeinflusst bis heute Design und Kunst.

Allerdings wurde erst 1995 ein provisorisches Museum eingerichtet, das stets nur einen kleinen Ausschnitt von Bauhaus-Werken zeigen konnte. Das zum Gründungsjubiläum neu errichtete und am 5. April 2019 neu eröffnete Bauhaus-Museum inszeniert rund 1.000 Objekte aus der Frühzeit der berühmten Gestaltungsschule. Ein großes Haus für kleine Dinge mit folgenreicher Geschichte – so lässt sich das Innenleben des lichtgrau schimmernden Bauhaus-Kubus von Architektin Heike Hanada auf den Punkt bringen. Das neue Museum präsentiert Weimar als Wiege des Bauhauses.

Mehrere Tische stehen ineinander verschachtelt, von klein nach groß sortiert als Ausstellungsobjekte in der Ausstellung
Einblicke in die neue Dauerausstellung des Bauhaus-Museums Weimar. Bildrechte: dpa

Informationen zum Museum Bauhaus-Museum Weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag 9:30 bis 18 Uhr
Dienstag geschlossen

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturtipps | 31. Januar 2022 | 08:10 Uhr