Tipps Aktuelle Ausstellungen in Sachsen

Unsere Übersicht empfiehlt zahlreiche neue und verlängerte Ausstellungen in Sachsen für den Sommer 2021: Die Geschichte des Dresdner Zwingers ist in der multimedialen Ausstellung "Zwinger Xperience" erfahrbar. In Leipzig kann man der Geschichte von Karl Liebknecht nachgehen, das Hygienemuseum Dresden führt in die Welt hinter Gittern, in Görlitz findet noch bis Dezember das Fotofestival statt und auf der Festung Königstein kann Keramik aus der Bronzezeit entdeckt werden. Eine Übersicht.

Menschen an Medienstationen
Futuristisch ist die Ausstellung "Zwinger Xperience" in Dresden Bildrechte: Thomas Schlorke

Dresden: Banksy-Ausstellung erforscht Mythos um anonymen Graffiti-Weltstar

Das Plakat mit dem schwarzweißen Motiv eines Mädchens, das einen roten, herzförmigen Ballon fliegen lässt und ihm nachschaut, ist dieser Tage viel in Dresden zu sehen. Jung und Alt, ob mit Graffiti-Schablonentechnik vertraut oder nicht, erkennen den Urheber sofort: Banksy! Das Plakat für die Schau zur Kunst des globalen Street-Art-Rebells und Kunststars führt aufs Gelände des "Zeitenströmung"-Gebäudeensembles. Zudem wird mit dem Zusatz "an unauthorized exhibition" geworben – eine unauthorisierte Ausstellung. Was hat es damit auf sich?

Mehr zur Ausstellung Wanderausstellung
"The Mystery of Banksy – A Genius Mind"

Zeitenströmung – Freiraum für Tradition & Inspiration
Königsbrücker Straße 96, 01099 Dresden

17. September bis 9. Januar 2022

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch und Sonntag: 10 bis 18 Uhr

Leipzig: Ausstellung über die Zukunft der Stadt

Angesichts rasant steigender Mietpreise in deutschen Städten fühlen sich viele Menschen hilflos. Da kommt eine Ausstellung zur Zukunft der Stadt in der Halle 14 auf dem Gelände der Baumwollspinnerei in Leipzig-Lindenau gerade recht. Im benachbarten Stadtteil Plagwitz siedelten sich Mitte der Nullerjahre Galerien und Künstler an und verhalfen der nach der Wende schrumpfenden Stadt zu ihrem Image als "Boomtown Hypezig". Doch wie wird die Zukunft aussehen? Damit beschäftigt sich die Ausstellung "The Future of Cities. Not for Granted".

Mehr zur Ausstellung "The Future of Cities. Not For Granted"
über die Zukunft der Stadt, insbesondere von Leipzig
12. September 2021 bis 29. Januar 2022

HALLE 14
Zentrum für
zeitgenössische Kunst
Leipziger Baumwollspinnerei
Spinnereistraße 7
04179 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr
Barrierefreier Zugang

Dresden: Zwinger zeigt Vermeers "Brieflesendes Mädchen" wieder im Originalzustand

Johannes Vermeers berühmtes "Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster" hatte lange Zeit ein Geheimnis: Nun wurde an der leeren Wand ein übermalter Liebesgott freigelegt. Die weltweit einmalige Ausstellung "Johannes Vermeer. Vom Innehalten" im Dresdner Zwinger der Staatlichen Kunstsammlungen versammelt dieses und zehn weitere Gemälde von Vermeer – die nur 35 Bilder des Malers sind über die ganze Welt verteilt.

Mehr zur Ausstellung Johannes Vermeer. Vom Innehalten

Ausstellung im Dresdner Zwinger
10. September 2021 bis 2. Januar 2022

Öffnungszeiten
Dienstag bis Donnerstag, Samstag, Sonntag 10 bis 18 Uhr
Freitag 10 bis 20 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise:
regulär 12 Euro, ermäßigt 9 Euro
Personen unter 17 Jahren haben freien Eintritt

Aufgrund der Corona-Einschränkungen wurde die Ausstellung schon zweimal verschoben, der Zugang ist jetzt auf 60 Besucher pro Stunde limitiert – bei erweiterten Öffnungszeiten.
Karten gibt es nur online und im Vorverkauf.

Görlitz: Fotofestival "Schauplätze"

Eingangsgebäude Fotomuseum Görlitz
Die Ausstellungen sind u.a. im Görlitzer Fotomuseum zu sehen. Bildrechte: Claudia Glatz

Das Görlitzer Fotofestival "Schauülätze" findet vom 8. September bis 5. Dezember mit zahlreichen Fotoausstellungen international renommierter und regionaler Künstlerinnen und Künstler virtuell und vor Ort in der Europastadt Görlitz-Zgorzelec statt. Unter dem Motto "Heimat.Europa" liegt der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der fotografischen Auseinandersetzung mit Heimat und Integration.

Das Fotofestival ist in diesem Jahr in zwei aufeinanderfolgende Zeiträume gegliedert: Der erste Teil "Part one" beginnt im Görlitzer Fotomuseum und der Frauenkirche und endet am 15. Oktober. Anschließend legt der zweite Teil "Part two" bis zum 5. Dezember den Schwerpunkt auf virtuelle Formate in der neuen Galerie FVKS.ONE am Görlitzer Untermarkt.

Mehr Informationen zum Festival Görlitzer Fotofestival "Schauplätze"

"Part one": 9. September bis 31. Oktober 2021
"Part two": 15. Oktober bis 5. Dezember

Fotomuseum Görlitz
Löbauer Straße 7
02826 Görlitz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Donnerstag: 12 bis 16 Uhr
Freitag bis Sonntag: 12 bis 18 Uhr

Chemnitz: "Die Stadt. Zwischen Skyline und Latrine"

Chemnitz ist auf dem Weg zur europäischen Kulturhauptstadt – und auch das dortige Staatliche Museum für Archäologie (smac) ist mit seiner neuen Schau involviert: "Die Stadt. Zwischen Skyline und Latrine" ist eine archäologische Tiefenbohrung über die Bedeutung von Städten. Ausgehend von der Stadtarchäologie im Freistaat sollen hier urbane Prozesse erlebbar werden, die auch in anderen Teilen der Welt zu der Entwicklung der unterschiedlichsten Metropolen geführt haben.

Informationen zur Ausstellung: Die Ausstellung "Die Stadt. Zwischen Skyline und Latrine" ist bis zum 26. September 2021 zu sehen.

Adresse:
Staatliches Museum für Archäologie (smac)
Stefan-Heym-Platz 1,
09111 Chemnitz

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr
Donnerstag: 10 bis 20 Uhr
Montags geschlossen (außer an Feiertagen)
geschlossen am Karfreitag, 24./25./31. Dezember und 1. Januar

Eintrittspreise:
regulär 7 Euro
ermäßigt 4 Euro
Familien 10 Euro
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren

Riesa: Kindermumien in der Gruft der Klosterkirche

Es ist der wohl schaurigste Ort in Riesa: 12 Stufen führen hinter dem Alter in der Klosterkirche hinab in die Tiefe. Mumien liegen in den Gewölben. Sie überdauerten die Zeit ohne die mumifizierende Spezialbehandlung altägyptischer Herrscher. In zwei Grüften ruhen sie, dank besonderer klimatischer Umstände, teilweise seit mehr als 300 Jahren.

Ein europaweit einmaliges Bestattungsensemble, wie Forscherinnen und Forscher staunen. Erst seit 2016 wird der Fund genauer erkundet. So trug ein Kleinkind eine Krone aus Nelken, die damals wertvoller als Gold waren. Eine Ausstellung im Stadtmuseum Riesa zeigt ab dem 22. August die Forschungsergebnisse.

Informationen zur Ausstellung: Geschichten über den Tod hinaus -
Die Grüfte in der Klosterkirche von Riesa
22. August 2021 bis 16. Januar 2022

Stadtmuseum Riesa
Poppitzer Platz 3
01589 Riesa

Öffnungszeiten
Di-Fr: 10 bis 18 Uhr
Sa/So: 14 bis 18 Uhr

Leipzig: Designerkinderstühle im Grassi-Museum

Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts tauchten Kinderstühle in größerer Zahl in den Wohnungen des Bürgertums auf. Damals dienten sie hauptsächlich dazu, den Nachwuchs ruhig zu halten. Inzwischen hat sich die Sicht auf Kindermöbel geändert. Heute sind dem Design kaum Grenzen gesetzt: viele Farben, widerständiges Plastik und Tierformen. Nun beschäftigt sich im Leipziger "GRASSI Museum für Angewandte Kunst" die Ausstellung "Stühle. Nur für Kinder" mit dem Kinderstuhl im Wandel der Zeiten. Teil der Schau sind unter anderem Design-Klassiker der Firma Thonet, aber auch von Marcel Breuer und Egon Eiermann.

Informationen zur Ausstellung: "Stühle. Nur für Kinder"
bis zum 3. Oktober 2021

Adresse:
GRASSI Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11
04103 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise:
regulär 8 Euro
ermäßigt 5,50 Euro
Inhaber Leipzig-Pass 4 Euro
Gruppen ab 8 Personen 6 Euro
Abendkarte ab 17 Uhr 4 Euro
Menschen bis einschließlich 18 Jahre zahlen keinen Eintritt.
Am ersten Mittwoch im Monat ist der Eintritt für alle frei.

Leipzig: Karl Liebknecht zum 150. Geburtstag

Blick in die Sonderausstellung "Held oder Hassfigur? Der Leipziger Liebknecht" im Haus Böttchergässchen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig.
Die Ausstellung ermöglicht es, sich ein Bild von Karl Liebknecht zu machen Bildrechte: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

War Karl Liebknecht, der revolutionäre Sozialist, ein Held? Oder doch ein Spalter? Die polarisierende Sicht auf Liebknecht ist dabei weniger ein Ost-/Westkonflikt als eine Blickwinkelfrage: wie bewertet man die Entwicklung des Sozialismus im zwanzigsten Jahrhundert. Vor 150 Jahren wurde Liebknecht am 13. August 1871 in Leipzig geboren. Aus diesem Anlass blickt das Stadtgeschichtliche Museum in der Ausstellung "Held oder Hassfigur? Der Leipziger Liebknecht" zurück auf das Leben des Politikers. Denn bislang gibt es in Leipzig nur zwei Erinnerungsorte, die Gedenkstätte in seinem Geburtshaus in der Braustraße und die nach ihm benannte Kneipenmeile "Karli".

Informationen zur Ausstellung: "Held oder Hassfigur? Der Leipziger Liebknecht"
11. August 2021 bis 30. Januar 2022

Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Haus Böttchergäßchen
Böttchergäßchen 3 I 04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 18 Uhr

Museum After Work
jeden dritten Donnerstag im Monat: 12 bis 20 Uhr

Eintrittspreise:
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Freier Eintritt an jedem ersten Mittwoch im Monat
Erwachsene: 5 Euro
ermäßigt: 2,50 Euro
Abendkarte: 2,50 Euro

Dresden: Ausstellung räumt mit Fallschirmjägerlegenden auf

In Dresden ist das Militärhistorische Museum wieder geöffnet. Seit Montag ist die Sonderausstellung "Hitlers Elitetruppe?" zu sehen, die eine kritische Sicht auf die mythenumwobenen Fallschirmjäger der Wehrmacht gibt.

Informationen zur Ausstellung: "Hitlers Elitetruppe? Mythos Fallschirmjäger"
7. Juni 2021 bis Januar 2022
MIlitärhistorisches Museum Dresden

Öffnungszeiten:
täglich außer mittwochs, 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Eintritt: 5 Euro, ermäßig 3 Euro, Kinder und Jugendliche sowie Bundeswehr-Angehörige frei

Bitte beachten Sie mögliche Änderungen aufgrund der aktuellen Entwicklung!

Dresden: Der Krieg und die Kunst

Frau auf Schlachtfeld
Peter Paul Rubens: Allegorie auf den Krieg, um 1628 Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Welche Rolle spielte die Kunst beim Krieg? Eine wichtige, denn porträtiert wurden beispielsweise wurden siegreiche Kämpfer in der entsprechenden Pose, Waffen und Schlachten wurden ebenfalls dargestellt, mal in ihrer Überlegenheit, aber auch in ihrer vernichtenden Gewalt, ebenso gibt es Kunstwerke, die die Opfer des Krieges aufzeigen. Eine Ausstellung im Residenzschloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden beleuchtet diese künstleriusche Auseinandersetzung. Sie ist Teil des Forschungs- und Ausstellungsprojektes "Bellum et Artes" elf namhafter europäischer Museen und Forschungsinstitutionen, bei dem rund 400 Jahre nach dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges die Rolle der Künste in diesen desaströsen Zeiten untersucht werden soll.

Informationen zur Ausstellung: Bellum et Artes
Sachsen und Mitteleuropa im Dreißigjährigen Krieg

8. Juli 2021 bis 4. Oktober 2021
Residenzschloss Dresden

Öffnungszeiten:
täglich außer dienstags, 10-17 Uhr

Chemnitz: Spanische Künstlerin gegen Krieg und Kapitalismus

Cristina Lucas: Europe 1945 / Europa 1945, 2017-2021, Maschinenbestickter Stoff, Monotypie, 128 x 95 cm, Aus der Serie Tufting / Tuften 2017-2021, Courtesy: Cristina Lucas, Galeria Albarrán Bourdais, Madrid
Bomben in Europa 1945 Bildrechte: Cristina Lucas

In Kapitalismus- und Kriegskritik üben sich die Kunstsammlungen Chemnitz mit ihrer neuen Sonderschau "Maschine im Stillstand". Gezeigt wird das genreübergreifende Werk der Künstlerin Cristina Lucas, neben Malerei und Fotografien gibt es auch einprägsame Video-Arbeiten. Darunter sind auch Werke, die Luftbombardements auf Zivilisten im Lauf der Geschichte aufzeigen, mit authentischen Fotografien, Daten und Übersichten der Bombardements. Es ist die erste große Einzelausstellung der spanischen Künstlerin in Deutschland.

Informationen zur Ausstellung: "Maschine im Stillstand"
Werke der Künstlerin Cristina Lucas

15. August bis zum 31. Oktober 2021

Kunstsammlungen Chemnitz: Kunstsammlungen am Theaterplatz
Theaterplatz 1, 09111 Chemnitz

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag bis Sonntag, Feiertag 11 bis 18 Uhr
Mittwoch 14 bis 21 Uhr

Dresden: Zeichnungen von Joseph Beuys

Joseph Beuys
Joseph Beuys Bildrechte: imago images/Everett Collection

Zum 100. Geburtstag des bekannten Aktionskünstlers Joseph Beuys zeigt das Kupferstichkabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden das eher stille, aber seinen Weg ständig begleitende, zeichnerische Werk. Die Ausstellung "Beuys zum Geburtstag / Linie zu Linie, Blatt um Blatt" präsentiert Bilder, die aus der Privatsammlung der Familie stammen und in dieser Fülle noch nie zu sehen waren. Statt spontaner Skizzen, sieht man Zeichnungen, die auf sehr subtile Weise Anschauung und Denken des Künstlers verknüpfen. Die Materialien sind Bleistift, Öl- und Wasserfarben, dazu kommen häufig Fundstücke aus der Natur, wie Baum- und Blütenblätter in den Bildern.

Informationen zur Ausstellung: "Beuys zum Geburtstag – Linie zu Linie – Blatt um Blatt"
Kupferstichkabinett Dresden im Residenzschloß
23. Juli bis 17. Oktober 2021

Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 17 Uhr, Dienstag geschlossen

Im digitalen Laborraum KK Lab können Besucherinnen digital eigene Ausstellungen kuratieren sowie mit Mitarbeitenden des Kupferstich-Kabinetts ins Gespräch kommen.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Verlag Schirmer/Mosel erschienen.

Dresden: Zwinger Xperience

Menschen sitzen in VR-Bikes
Mit dem Fahrrad durch die Zeit reisen: Das geht in der Ausstellung "Zwinger Xperience" Bildrechte: Thomas Schlorke

Mit dem Virtual-Reality-Fahrrad durch die Zeit reisen oder eine Ballonfahrt über das Zwingergelände wagen: In der multimedialen Ausstellung "Zwinger Xperience" kann man in die Geschichte des Dresdner Zwingers eintauchen.

Was steckt hinter dem martialischen Namen "Zwinger"? Wie groß sollte der Bau eigentlich noch werden? Und warum war August der Starke so ein Orangen-Fan? Aufwendige Projektionen und Virtual-Reality lassen die Vergangenheit des berühmten Bauwerks und die utopischen Pläne von August dem Starken über ein Versaille in Dresden lebendig werden.

Informationen zur Ausstellung: Ausstellung "Zwinger Xperience"

Dresdner Zwinger
Bogengalerie L
Theaterplatz
01067 Dresden

Öffnungszeiten:
täglich 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr

Eintritt einzeln:
10 Euro, ermäigt 8 Euro
Kinder 6 bis 16 Jahre: 3 Euro
Altersempfehlung: für Kinder unter 6 Jahren ist die Ausstellung nicht geeignet

Kombiticket für "Zwinger Xperience" und "Festung Xperience":
(je 3 Tage gültig)
16 Euro, ermäßigt: 13 Euro
Kinder 6 bis 16 Jahre: 5 Euro

Festung Königstein: Sonderausstellung zur Bronzezeit

In der Sonderausstellung Titel "Viel früher als gedacht! Der Königstein in der Bronzezeit" werden Spuren der menschlichen Zivilisation im Elbsandsteingebirge und im oberen Elbtal vorgestellt. Im Fokus stehen dutzende, etwa 3.000 Jahre alte Keramikscherben. Diese wurden Archäologen 2016 auf dem Plateau des Königsteins entdeckt als bei Tiefbauarbeiten ein Bagger eine unberührte Abfallgrube freilegte, in der sich 55 Scherben fanden. Der Fund ist eine kleine Sensation, da er die Besiedelung des Felsplateaus schon mehr als 2.000 Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Königsteins belegt. In der Ausstellung sind auch noch andere bronzezeitliche Spuren aus der Gegend um das Elbtal zusehen.

Flaschen, Kannen und Krüge aus einer Ausgrabung.
Flaschen, Kannen und Krüge aus einer Ausgrabung. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

Informationen zur Ausstellung: Viel früher als gedacht! Der Königstein in der Bronzezeit
2. Juni bis 31. Oktober 2021
Magdalenenburg, 2. Obergeschoss

Öffnungszeiten
täglich 10-18 Uhr

Leipzig: Norbert Biskys erste Einzelausstellung "Disinfotainment"

Zum 50. Geburtstag Norbert Biskys richtet die Kunsthalle G2 die erste Schau des Malers in seiner Geburtsstadt Leipzig aus. "Disinfotainment" thematisiert die veränderten Kommunikationsbedingungen in der Pandemie mit allen Mitteln der Kunst. Zum Einsatz kommen explosive Farben, Spiegel und Collagen, die den Medienkonsum und den Umgang mit Informationen in einer digitalisierten Welt reflektieren. Die Kunsthalle ist dafür der perfekte Ort: In der DDR befand sich hier gegenüber der Stasi-Zentrale ein Datenverarbeitungszentrum.

Informationen zur Ausstellung: Sonderausstellung "Disinfotainment"
von Norbert Bisky
vom 4. Juni bis 26. September 2021

G2 Kunsthalle
Dittrichring 13
04109 Leipzig

Besuch:
Mittwoch 15–20 Uhr und Samstag 12–17 Uhr

Öffentliche geführte Rundgänge:
Montag 11 Uhr sowie Donnerstag, Freitag, Sonntag jew. 15 Uhr
(vorherige Anmeldung online über Buchungsportal der G2 Kunsthalle)

Leipzig: Halle 9 zeigt Roseanny Lynch und Ludwig Leo

Blick in Ausstellungsraum.
Blick in den Ausstellungsraum mit einem der Fotogramme von Roseanne Lynch. Bildrechte: Kai-Hendrik Windeler

Will man in Leipzig interessante Kunst erleben, ist das Kirow-Werk in Plagwitz eine gute Adresse. In der Halle 9 sind derzeit gleich zwei Ausstellungen zu sehen. Die irische Künstlerin Roseanny Lynch zeigt in der ehemaligen Produktionshalle Fotogramme, die durch die direkte Belichtung der Objekte auf lichtempfindliches Fotopapier entstanden sind. Anders gesagt: Lynch fotografiert ohne Kamera.

Der zweite Teil der Ausstellung ist dem Berliner Baumeister der Nachkriegsmoderne Ludwig Leo gewidmet. Seine Zeichnungen und die beeindruckenden Fotos seiner Arbeiten erinnern teils an Pop-Art. Highlight ist sein Umlauftank im Berliner Tiergarten, der in Blaumann-Blau und Pink erstrahlt.

Informationen zur Ausstellung: "Roseanne Lynch. Grammar"

"Architektur als Experiment. Ludwig Leo"

Dauer jeweils:
25.06. bis 16.10.2021 (Die Ausstellungen wurden verlängert)

Techne Sphere Leipzig, Weißer Kubus bzw. Halle 9
Niemeyerstraße 2-5, 04179 Leipzig

geöffnet jeweils freitags und samstags, 15 bis 18 Uhr

Leipzig: Verschollene Malerinnen entdecken

Paare am Abend, Karoline Wittmann
"Paare am Abend" von Karoline Wittmann Bildrechte: Joseph Hierling

Das NS-Regime brachte das künstlerische Schaffen vieler Frauen fast völlig zum Erliegen. Nach 1945 konnte nur schwer angeknüpft werden. Aber, die Frauen malten doch – wie eine Schau im Mädler Art Forum Leipzig beweist. Mehr als 60 Werke von 17 Künstlerinnen der "verschollenen Generation" gibt es zu sehen.

Informationen zur Ausstellung: Sonderausstellung
"…und sie malten doch! Malerinnen des expressiven Realismus"
Mädler-Art-Forum Leipzig
Bis 13. November 2021

Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Sonnabend von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei!

Das "Mädler Art Forum" befindet sich in der Mädler-Passage in Leipzig, nur unweit von Auerbachs Keller, im 1. Stock. Der Aufgang nennt sich historisch "Treppe B".

Eine Online-Anmeldung ist nötig über www.maedlerartforum.com


Schloss Lichtenwalde: "800 Jahre Licht im Walde"

Eine Mitarbeiterin des Schlosses Lichtenwalde nahe Chemnitz schaut sich den chinesischen Salon an.
Der chinesische Salon Bildrechte: dpa

Ein Besuch im Schloss Lichtenwalde bei Chemnitz ist immer ein lohnenswerter Ausflug. Allein schon wegen des eindrucksvollen Barockgartens, aber auch wegen des Museums im aufwendig sanierten Schloss selbst. Eine Schatzkammer, in der man sinnlich inszeniert Kunst- und Kultobjekte aus Nepal, Tibet, China und Japan sowie aus Westafrika bewundern kann. Was bisher jedoch fehlte, war eine umfassende Darstellung der wechselhaften Schloss- und Parkgeschichte. Jetzt endlich widmet sich eine Sonderausstellung dieser Reise durch "800 Jahre Licht im Walde".

Informationen zur Ausstellung: "800 Jahre Licht im Walde"
Sonderausstellung im Schloss Lichtenwalde

17. Oktober 2020 bis 26. September 2021

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr


Dresden: Die Welt hinter Gittern

Die Sonderausstellung "Im Gefängnis – Vom Entzug der Freiheit" in Dresden zeigt, wie sich Menschen hinter Gittern einrichten. Ihr Alltag wird bestimmt von Macht, Gewalt und Kreativität – wie skurrile Exponate zeigen, etwa ein Schachspiel aus Seife oder ein selbstgebautes Handy-Ladegerät. Darüber hinaus sind Fotografien aus dem Gefängnisalltag und über Gefängnisarchitektur zu sehen, Besucher können Videointerviews sehen, zum Beispiel mit einem Rechtswissenschaftler über das Thema Resozialisierung. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Musée des Confluences Lyon und dem Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum Genf – bis Januar 2022 macht sie in Dresden Station.

Informationen zur Ausstellung: Ausstellung "Im Gefängnis. Vom Entzug der Freiheit"
bis 2. Januar 2022

Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1
01069 Dresden

Öffnungszeiten:
Montag-Freitag, 10-12 Uhr und 13-16 Uhr

Museums- und Ausflugstipps für Sachsen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. April 2021 | 17:10 Uhr