Tipps Diese Ausstellungen sind aktuell in Sachsen zu sehen

Unsere Übersicht empfiehlt zahlreiche neue und verlängerte Ausstellungen in Sachsen für den Sommer 2021: Im Hygienemuseum Dresden beschäftigt sich das Künstlerkollektiv Neozoon damit, wie wir in Zukunft essen, in Meißen kann begehbare Recycling-Kunst aus Sperrmüll entdeckt werden. Und im Leipziger MdbK sind fiktive U-Bahnhöfe zu sehen, die Leipzig kunstvoll mit der Welt verbinden. Eine Übersicht.

Martin Kippenberger. Metro-Net
zu sehen im MdbK Leipzig: Martin Kippenbergers U-Bahnvisionen. Bildrechte: Lukas Baumewerd and Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain

Meißen: Recycling-Kunst aus Sperrmüll

Mit ihrer raumgreifenden Holzkunst verhilft die Künstlerin Gaby Taplick Sperrmüll zu neuer Schönheit. Für ihre aktuelle Installation hat sie in Meißen ein 700 Jahre altes Kreuzgewölbe in einer begehbaren Landschaft aus Altmöbeln nach unten gespiegelt.

Informationen zur Ausstellung: Gaby Taplick: DURCHDRINGUNG
29. Mai bis 3. Juli 2021

Burgstraße 2
01662 Meißen

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag 11 bis 18 Uhr
Eintritt frei

Zeitgleich können vier Interessierte die Ausstellung besuchen. Voraussetzung ist ein aktueller Test oder Impfnachweis und ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz.

Festung Königstein: Sonderausstellung zur Bronzezeit

In der Sonderausstellung Titel "Viel früher als gedacht! Der Königstein in der Bronzezeit" werden Spuren der menschlichen Zivilisation im Elbsandsteingebirge und im oberen Elbtal vorgestellt. Im Fokus stehen dutzende, etwa 3.000 Jahre alte Keramikscherben. Diese wurden Archäologen 2016 auf dem Plateau des Königsteins entdeckt als bei Tiefbauarbeiten ein Bagger eine unberührte Abfallgrube freilegte, in der sich 55 Scherben fanden. Der Fund ist eine kleine Sensation, da er die Besiedelung des Felsplateaus schon mehr als 2.000 Jahre vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Königsteins belegt. In der Ausstellung sind auch noch andere bronzezeitliche Spuren aus der Gegend um das Elbtal zusehen.

Informationen zur Ausstellung Viel früher als gedacht! Der Königstein in der Bronzezeit
2. Juni bis 31. Oktober 2021
Magdalenenburg, 2. Obergeschoss

Öffnungszeiten
täglich 10-18 Uhr

Besuch ausschließlich mit vorab gebuchtem Online-Ticket (Zeitfenster-Buchung und Kontaktnachverfolgbarkeit) sowie Nachweis eines tagesaktuellen amtlichen negativen SARS-CoV-2-Testergebnisses oder des vollständigen Covid19-Impfschutzes am Einlass.

Dresden: "Sprachlosigkeit – das laute Verstummen"

Krieg, Gewalt, Vertreibung: Traumatische Erfahrungen wie diese können ganze Gesellschaften verstummen lassen. Eine Ausstellung im Japanischen Palais zeigt, wie Kunst das Schweigen brechen kann. Erinnert wird darin auch an die sogenannten Trostfrauen. Bezeichnet wurden damit junge Mädchen und Frauen, die während des Asien-Pazifik-Kriegwa 1937-1945 vom japanischen Militär zur Zwangsprostitution gezwungen wurden. Ihr Schicksal war jahrzehntelang kein Thema. Der japanische Fotograf Yajima Tsukasa erinnert an sie in seiner eindrucksvollen Porträtserie "Von Angesicht zu Angesicht".

Informationen zur Ausstellung Sprachlosigkeit – Das laute Verstummen
16. April bis 1. August 2021
Japanisches Palais Dresden
Öffnungszeiten
täglich 10-18 Uhr, Montag geschlossen

Zutritt nur mit Zeitticket und Test

Leipzig zeigt fiktives U-Bahnnetz von Martin Kippenberger

Mit "Metro-Net" schuf der Künstler Martin Kippenberger ein fiktives U-Bahn-Netz, das Sachsen mit Kanada verbindet. Eine Station findet sich auch in Leipzig: Eine Ausstellung im Bildermuseum zeigt die Geschichte dahinter.

Informationen zur Ausstellung: Die Ausstellung "Martin Kippenberger. Metro-Net" ist noch bis zum 15. August 2021 im Museum der bildenden Künste Leipzig zu sehen.

Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr und
Mittwoch von 12 bis 20 Uhr

Leipzig: Norbert Biskys erste Einzelausstellung "Disinfotainment"

Zum 50. Geburtstag Norbert Biskys richtet die Kunsthalle G2 die erste Schau des Malers in seiner Geburtsstadt Leipzig aus. "Disinfotainment" thematisiert die veränderten Kommunikationsbedingungen in der Pandemie mit allen Mitteln der Kunst. Zum Einsatz kommen explosive Farben, Spiegel und Collagen, die den Medienkonsum und den Umgang mit Informationen in einer digitalisierten Welt reflektieren. Die Kunsthalle ist dafür der perfekte Ort: In der DDR befand sich hier gegenüber der Stasi-Zentrale ein Datenverarbeitungszentrum.

Informationen zur Ausstellung: Sonderausstellung "Disinfotainment"
von Norbert Bisky
vom 4. Juni bis 26. September 2021

G2 Kunsthalle
Dittrichring 13
04109 Leipzig

Ein Besuch der G2 Kunsthalle ist im Moment nur mit Negativtest und nach Voranmeldung über das Online-Portal der G2 Kunsthalle möglich.

Genesene und Geimpfte sind von der Testpflicht ausgenommen, sofern sie einen Nachweis darüber erbringen können.

Leipzig: Andreas Gursky beeindruckt mit ikonischen Fotografien

Lange hat Leipzig coronabedingt auf diese Schau gewartet: Andreas Gursky, einer der berühmtesten Fotografen der Welt, präsentiert zum ersten Mal eine Einzelausstellung in seiner Geburtsstadt. Mit seinen großformatigen Foto-Collagen hinterfragt er unsere Gegenwart von Konsumverhalten bis Finanzsystem. Die gigantische Ausstellung im Leipziger Museum der bildenden Künste (MdbK) zeigt sowohl seine bekanntesten Werke als auch neue Arbeiten.

Informationen zur Ausstellung Ausstellung: "Andreas Gursky"
vom 25. März bis 22. August 2021 (bzw. bis aufgrund steigender Infektionszahlen das Museum wieder geschlossen werden muss)

Museum der bildenden Künste
Katharinenstraße 10
04109 Leipzig

Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Mittwoch: 12 bis 20 Uhr

Derzeit ist der Besuch des MdbK nur mit Voranmeldung möglich. Die Zeitfenster-Reservierungen sind unter www.mdbk.de/zeitfensterbuchung oder über die Telefonnummer 0341 216 999 54 möglich.

Bitte bringen Sie bei Ihrem Besuch Ihr Zeitfenster-Ticket und einen medizinischen Mund-Nasenschutz mit.

Leipzig: Verschollene Malerinnen entdecken

Das NS-Regime brachte das künstlerische Schaffen vieler Frauen fast völlig zum Erliegen. Nach 1945 konnte nur schwer angeknüpft werden. Aber, die Frauen malten doch – wie eine Schau im Mädler Art Forum Leipzig beweist.

Informationen zur Ausstellung: Sonderausstellung
"…und sie malten doch! Malerinnen des expressiven Realismus"
Mädler-Art-Forum Leipzig
Bis 13. November 2021

Die Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Sonnabend von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei! Ein Besuch ist mit vorheriger Online-Anmeldung und tagesaktuellem, negativen Corona Testergebnis möglich.

Das "Mädler Art Forum" befindet sich in der Mädler-Passage in Leipzig, nur unweit von Auerbachs Keller, im 1. Stock. Der Aufgang nennt sich historisch "Treppe B".

Große Kunstschau Freital

Schon immer war Freital ein Ort, der Kunstschaffende anzog. Eine Tradtion der einstigen Industrie- und Bergstadt, die weniger bekannt sein dürfte. Die mitten in der Pandemie eröffnete "Große Kunstschau Freital" versammelt 48 Werke von 30 Künstlerinnen und Künstlern aus Anlass des 100. Gründungsjubiläums der Stadt, die 1921 aus dem Zusammenschluss von zunächst drei Gemeinden entstand. Organisiert hat sie die neue Leiterin der Städtischen Sammlungen, Kristin Gäbler. Bis zum 13. Juni ist Gelegenheit, die Ausstellung auf Schloss Burgk zu besichtigen. Vorerst nur nach Anmeldung und an den Wochenenenden.

Informationen zur Ausstellung "Große Kunstschau Freital"
Schloss Burgk
bis 13. Juni 2021

Adresse:
Altburgk 61,
01705 Freital

Der Besuch ist nur mit vorheriger Terminbuchung einschließlich Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung möglich.

Für den Besuch ist die Vorlage eines negativen Schnell- oder Selbsttests notwendig, der nicht länger als 24 Stunden zurückliegen darf.

Außerdem sind Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten und eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Termine können wochentags jeweils zwischen 9:00 und 16:00 Uhr telefonisch unter 0351 / 649 15 62 gebucht werden.


"800 Jahre Licht im Walde" – Ausstellung in Schloss Lichtenwalde

Ein Besuch im Schloss Lichtenwalde bei Chemnitz ist immer ein lohnenswerter Ausflug. Allein schon wegen des eindrucksvollen Barockgartens, aber auch wegen des Museums im aufwendig sanierten Schloss selbst. Eine Schatzkammer, in der man sinnlich inszeniert Kunst- und Kultobjekte aus Nepal, Tibet, China und Japan sowie aus Westafrika bewundern kann. Was bisher jedoch fehlte, war eine umfassende Darstellung der wechselhaften Schloss- und Parkgeschichte. Jetzt endlich widmet sich eine Sonderausstellung dieser Reise durch "800 Jahre Licht im Walde".

Informationen zur Ausstellung "800 Jahre Licht im Walde"
Sonderausstellung im Schloss Lichtenwalde

17. Oktober 2020 bis 26. September 2021

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 18:00 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr


Dresden: "ROT, GELB, BLAU"

Farbe ist für Mark Lammert plastische Masse; ein Mittel, um die Grenzen der Malerei zu erforschen. Aus Menschen werden dabei Torsi. Figürlich oder abstrakt, das ist hier nicht seine Frage. Um Sein oder Nicht-Sein geht es Mark Lammert! Der Zeichner, Maler und Bühnenbildner wurde 1960 in Ostberlin geboren und gilt heute als einer der prägendsten Künstler seiner Generation. Seine Werke sind derzeit in der Schau "ROT, GELB, BLAU" im Leonhardi-Museum Dresden zu sehen.

Informationen zur Ausstellung Mark Lammer: "Rot, Gelb, Blau"
bis 20. Juni 2021

Leonhardi-Museum Dresden
Grundstraße 26
01326 Dresden

Öffnungszeiten
Di - Fr: 14-18 Uhr
Sa / So : 10-18 Uhr

Mark Lammert war von 1989 bis 1992 Meisterschüler von Werner Stötzer an der Berliner Akademie der Künste. Heute bildet er selbst Studenten und Studentinnen aus, als Professor an der Universität der Künste Berlin.


Dresden: Die Welt hinter Gittern

Die Sonderausstellung "Im Gefängnis – Vom Entzug der Freiheit" in Dresden zeigt, wie sich Menschen hinter Gittern einrichten. Ihr Alltag wird bestimmt von Macht, Gewalt und Kreativität – wie skurrile Exponate zeigen, etwa ein Schachspiel aus Seife oder ein selbstgebautes Handy-Ladegerät. Darüber hinaus sind Fotografien aus dem Gefängnisalltag und über Gefängnisarchitektur zu sehen, Besucher können Videointerviews sehen, zum Beispiel mit einem Rechtswissenschaftler über das Thema Resozialisierung. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Musée des Confluences Lyon und dem Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum Genf – bis Ende Mai macht sie in Dresden Station.

Informationen zur Ausstellung Ausstellung "Im Gefängnis. Vom Entzug der Freiheit"
bis 2. Januar 2022

Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1
01069 Dresden


Hygiene-Museum Dresden: Ausstellung zum Essen der Zukunft

Essen gehört in unserer Gesellschaft inzwischen zum Lifestyle, volle Teller zählen zu den beliebtesten Motiven in sozialen Netzwerken. Die Ausstellung "Future Food" im Deutschen Hygiene-Museum Dresden befasst sich mit vielen Aspekten des Essens und seiner gesellschaftlichen Rolle. Vor allem aber geht es um die Frage, wie sich unser Essverhalten in Zukunft ändern könnte – oder ändern müsste, damit die wachsende Weltbevölkerung ernährt werden kann.

Informationen zur Ausstellung "Future Food. Essen für die Welt von morgen"
mit Werken des Künstlerkollektivs Neozoon
Verlängert bis 22. August 2021

Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1
01069 Dresden

Museums- und Ausflugstipps für Sachsen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 20. April 2021 | 17:10 Uhr