Kulturförderung im ländlichen Raum Mehr Kultur aufs Land – Sachsens Kleinprojektefonds macht es möglich

Die Kulturstiftung des Freistaats Sachsen hat 2019 mit Mitteln des sächsischen Kulturministeriums den Kleinprojektefonds für den ländlichen Raum ins Leben gerufen. Damit soll verstärkt Kunst und Kultur jenseits der großen Städte gefördert werden. Die Bilanz nach drei Jahren: Das Förderprogramm ist eine Erfolgsgeschichte.

Mann spielt im Stoppelfeld Geige 4 min
Bildrechte: IMAGO / Westend61

Die Bilanz des Kleinprojektefonds kann sich sehen lassen: Seit das Förderprogramm 2019 von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen zusammen mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst initiiert wurde, konnten über 800 Projekte mit jeweils bis zu 5.000 Euro unterstützt werden: Ausstellungen, Konzerte, Festivals oder auch Theaterprojekte und Workshops, die durch das große Engagement von Ehrenamtlichen vor Ort in den ländlichen Regionen veranstaltet wurden und werden.

Erfolgreiches Programm

Stiftungsdirektor Manuel Frey resümiert, dass es inzwischen eines der erfolgreichsten Programme der Kulturstiftung sei, nicht zuletzt dadurch, weil die Antragstellung unkompliziert und auch keine Kofinanzierung bzw. Eigenmittel zwingend notwendig sind.

Die Idee ist wirklich, Kunst und Kultur überall im Land zu fördern, an jedem Ort und möglichst viele Menschen dazu zu aktivieren.

Manuel Frey, Stiftungsdirektor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Mit dem Kleinprojektefonds verbindet sich aber ebenso die Hoffnung, dass sich Projekte, wie auch das Engagement der Ehrenamtlichen verstetigen lässt. In diesem Förderprogramm sieht Manuel Frey demnach für manche ein mögliches Sprungbrett, um künftig weitere Projekte in anderen Förderbereichen der sächsischen Kulturstiftung bis hin zu Künstlerstipendien zu beantragen.

Fortsetzung erwünscht – "Löbau lebt" macht es vor

Mit gutem Beispiel voran geht dabei der Verein "Löbau lebt". Im vergangenen Jahr haben die Mitstreiterinnen und Mitstreiter vom Makerspace dort die "Lausitztour Recycling" ins Leben gerufen. Damit waren sie im Sommer in der Region unterwegs und haben in Kultureinrichtungen und auf Festivals andere dabei angeleitet, wie sie aus Plastikabfällen ganz einfach neue brauchbare Objekte herstellen können – finanziert mit 5.000 Euro aus dem Kleinprojektefonds.

Jugendliche sitzen vor Computern
Der Verein "Löbau lebt" bei einer seiner Aktivitäten Bildrechte: Marcel Schröder

Aber eben nicht nur. Parallel dazu initiierte das Team, das größtenteils aus Schülerinnen und Schülern besteht, ein Crowdfunding, mit dem sie auf Unternehmen zugingen, die eine Affinität zu Plastik-Recycling haben. Davon profitieren sie jetzt erneut und können auch 2022, ausschließlich finanziert durch das selbst aufgebaute Unterstützernetzwerk, die "Lausitztour Recycling" fortsetzen.

Coronafonds brachte Geldsegen

Dass bisher Projekte so zahlreich von dem Förderprogramm profitieren konnten, liegt vor allem daran, dass die ursprünglich dafür vom Freistaat zur Verfügung gestellte Summe in den Jahren 2020, 2021 und 2022 mit Mitteln aus dem sächsischen Coronabewältigungsfonds aufgestockt wurde. In diesem Jahr um 950.000 Euro auf über 1,3 Millionen Euro.

Das bedeutet demnach: Sollte dieses Geld künftig wegfallen, stehen für den Kleinprojektefonds jährlich nur noch die ursprünglichen 370.000 Euro zur Verfügung – und dann werden weitaus weniger Projekte gefördert werden können. Da in Sachsen jetzt aber Haushaltsverhandlungen anstehen, ist das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen.