Preisverleihung Dresden: Sachsens Design der Zukunft ausgezeichnet

Am Montagabend ist zum 17. Mal der Sächsische Staatspreis für Design in Dresden verliehen worden. Das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr würdigt mit dem Preis die besten Designleistungen in den Kategorien Produktdesign, Kommunikationsdesign, Design im Handwerk sowie junges innovatives Nachwuchsdesign. Der Sonderpreis in der Kategorie "Design macht Arbeitsschutz attraktiv" wurde erstmals bundesweit verliehen. Der Sächsische Staatspreis für Design ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert.

Auch in diesem Jahr war das Spektrum der mehr als 200 eingereichten Designleistungen bemerkenswert vielfältig, aber vor allem zukunftsweisend: von technologisch-medizinischen Erfindungen über ultra-leichte Regenbekleidung bis hin zu einem Roboter-Arm, der menschliche Bewegungen nachahmt.

Veto - Magazin
Mandy Münzner aus Dresden wurde für das Design des Magazins "Veto" ausgezeichnet. Bildrechte: Mandy Münzner

"Design als Mittler zwischen Mensch und Gesellschaft"

Nach zweimaliger coronabedingter Terminänderung fand die Verleihung des Sächsischen Staatspreises für Design 2020 nun am 5. Juli 2021 im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Schloss Pillnitz statt. Wirtschaftsminister Martin Dulig würdigte die innovativen und zukunftsweisenden Leistungen der eingereichten Entwürfe sächsischer Designerinnen und Designer: "Dies geht weit über funktionales und ästhetisch anspruchsvolles Design hinaus. Mit dem Credo 'Nachhaltigkeit durch Design und Verantwortung für die Zukunft' steht Design als Mittler zwischen Mensch und Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt im Fokus", so Dulig.

Designpreis Sachsen, 2020 4 min
Bildrechte: SMWA/Julian Hoffmann

Eine Gitarre ohne Kopf, in der Erde geschmolzener Schmuck, alternative Essgeräte: Der mit insgesamt 50.000 Euro dotierte Sächsische Staatspreis für Design ging diesmal u.a. an Designs aus Weißenberg und Leipzig.

MDR KULTUR - Das Radio Di 06.07.2021 12:00Uhr 04:22 min

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Die Preisträgerinnen und Preisträger

Judith Anders aus Weißenberg mit Service "Vaio"
Judith Anders aus Weißenburg gewinnt mit ihrem Service "Vaio" den Publikumspreis. Bildrechte: SMWA/Julian Hoffmann

Anne Kaden aus Leipzig ist in der Kategorie Design im Handwerk ausgezeichnet worden: Die Nachwuchsdesignerin hat ein Schmuckstück aus 925er Silber gefertigt, das im Erdboden geschmolzen wurde, wodurch natürliche Farbspiele auf der Oberfläche des Edelmetalls entstanden sind. Ebenfalls in der Kategorie Design im Handwerk wurde der Burgstädter Designer Tim Walter für sein innovatives Design einer headless Gitarre ausgezeichnet: Der fehlende Gitarrenkopf reduziert das Gewicht und gibt der Gitarre eine ultimative Balance.

Mandy Münzner aus Dresden wurde für das Design des Magazins "Veto" in der Kategorie Kommunikationsdesign ausgezeichnet: "Veto" widmet sich in Herausgeberschaft von "Die Rederei gUG" mutigen und engagierten Menschen im Land und erscheint viermal im Jahr als 100 Seiten starkes gedrucktes Heft. Der Publikumspreis ging an Judith Anders aus Weißenberg für ihr Geschirr-Service "Vaio", das sich an der Schnittstelle zwischen Gefäß und Esswerkzeug positioniert und die Aufmerksamkeit verschiedener Sinnesebenen aktiviert.

Designleistungen des Sächsischen Designpreises im Überblick

Flamecoach
Jan Thiel und Flamecoach, Daimler AG, Olaf Gersbeck und Maike Vahrenhorst haben mit dem "Flamecoach" den Sonderpreis "Design macht Arbeitsschutz attraktiv" gewonnen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus multi-immersiver VR Brandsimulations Software sowie passendem wireless VR Feuerlöscher: Sozusagen ein realer Feuerlöscher in der Virtuellen Realität. Bildrechte: Jan Thiel/A4VR GMBH
Flamecoach
Jan Thiel und Flamecoach, Daimler AG, Olaf Gersbeck und Maike Vahrenhorst haben mit dem "Flamecoach" den Sonderpreis "Design macht Arbeitsschutz attraktiv" gewonnen. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus multi-immersiver VR Brandsimulations Software sowie passendem wireless VR Feuerlöscher: Sozusagen ein realer Feuerlöscher in der Virtuellen Realität. Bildrechte: Jan Thiel/A4VR GMBH
Headless Gitarre
Tim Walter aus Burgstädt wurde mit seiner kopflosen Gitarre in der Kategorie "Design im Handwerk" ausgezeichnet: Die "Gignera" wurde als Headlesskonstruktion ausgeführt. Die Gitarre besitzt keinen klassischen Kopf, mit Stimmmechaniken, sondern integrierte Stimmer am Korpus. Dies reduziert das Gewicht und gibt der Gitarre eine ultimative Balance. Bildrechte: Tim Walter /Roy Fankhänel / Odem Guitars
TracePen
"TracePen" von Paul Judts, Christoph-Philipp Schreiber und Frank Mühlbauer (Wandelbots, Dresden) ist in der Kategorie Produktdesign im Industriegüterbereich ausgezeichnet worden: "TracePen" ermöglicht es, auch Nicht-Fachleuten einen Industrieroboter einfach anzulernen. Bildrechte: Paul Judt /Wandelbots
Textilbasiertes Fahrradschloss
"tex—lock eyelets" von Elkana Stöckel (Texlock, Leipzig) ist in der Kategorie Produktdesign im Industriegüterbereich ausgezeichnet worden: Der Strang des Fahrradschlosses besteht aus einem gehärteten Stahlkern und mehreren Lagen Hightech-Fasern. Bildrechte: Elkana Stöckel, Texlock GmbH
"Die Maker der Zukunft"
Andreas Mikutta aus Leipzig wurde für sein Design "Die Maker der Zukunft" in der Kategorie Produktdesign im Konsumgüterbereich ausgezeichnet. Das Produktkonzept, in dessen Zentrum Kinder als Gestalter der Zukunft stehen, umfasst einen höhenverstellbaren Arbeitstisch mit wendbarer, kautschukbeschichteter Platte, eine rollbare Aufwahrung für Material und Werkzeug und einen Transportwagen für die Tische oder andere Materialien. Bildrechte: Andreas Mikutta
Veto - Magazin
Mandy Münzner aus Dresden wurde für das Design des Magazins "Veto" in der Kategorie Kommunikationsdesign ausgezeichnet. "Veto" widmet sich den mutigen und engagierten Menschen im Land und erscheint viermal im Jahr als 100-Seiten starkes gedrucktes Heft. Bildrechte: Mandy Münzner
"Schere, Stein, Papier"
Das interaktive Exponat "Schere, Stein, Papier" wurde von Lisa-Marie Lüneburg, Tina Bobbe, Stefan Teubner und Jan Ljubimov von der TU Dresden entwickelt und in der Kategorie Kommunikationsdesign ausgezeichnet. Direkt in den Handschuh eingestrickte Sensoren ermöglichen das Steuern des Roboterarms. Bildrechte: Stefan Teubner / TU Dresden
Raihn - Regenbekleidung für Radfahrerinnen
"Raijn - Regenbekleidung für Radfahrerinnen" von Lydia Kluga / Texlock aus Leipzig wurde in der Kategorie Produktdesign im Konsumgüterbereich ausgezeichnet. Es handelt sich um eine wandelbare All-in-One-Regenbekleidung in zwei Tragevarianten. Bildrechte: Lydia Kluge / Texlock, Leipzig
Entwicklung eines taktilen Trainingssystems für Laparoskopie
Yichen Fan von der TU Dresden hat ein taktiles Trainingssystems für Laparoskopie entworfen. Die Designarbeit will die Leistung der klinischen Chirurgie verbessern. Ausgezeichnet in der Kategorie Produktdesign im Industriegüterbereich. Bildrechte: Yichen Fan, TU Dresden
Paexo Back
Auszeichnet in der Kategorie Design macht Arbeitsschutz attraktiv: Durch das Tragen von "Paexo Back" soll Menschen ermöglicht werden, langfristig und gesundheitsschonend ihrer Arbeit in der Industrie, Logistik und Handwerk nachzugehen – designt von Emese Papp (Ottobock Industrials) von der TU Dresden. Bildrechte: Emese Papp
Ring "alloy925"
Nachwuchsdesignerin Anne Kaden aus Leipzig hat ein Schmuckstück aus 925er Silber gefertigt, das im Erdboden geschmolzen wurde. Dadurch entstehen natürliche Farbspiele auf der Oberfläche des Edelmetalls. Ausgezeichnet in der Kategorie Design im Handwerk. Bildrechte: Anne Kaden
Judith Anders aus Weißenberg mit Service "Vaio"
Judith Anders aus Weißenberg wurde für ihr Service "Vaio" mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Bildrechte: SMWA/Julian Hoffmann
Sächsischer Staatspreis für Design, Preisstatue
Die Preisstatue für die Gewinnerinnen und Gewinner des Sächsischen Staatspreises für Design 2020 wird von der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH gesponsert. Bildrechte: SMWA
Quickmodul
Noch bis zum 8. August ist die Designpreis-Ausstellung im Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz zu sehen. Bildrechte: SMWA/Julian Hoffmann
Plattencover
Danach zieht die Ausstellung weiter ins
Chemnitzer Industriemuseum.
Bildrechte: SMWA/Julian Hoffmann
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Der Sächsische Staatspreis für Design

Der Sächsische Staatspreis für Design wird seit 1992 vergeben. Der Preis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert, verteilt auf alle Preisträgerinnen und Preisträger. Die Aufteilung des Preisgeldes liegt im Ermessen der Jury. Die acht ausgezeichneten Designleistungen in den einzelnen Wettbewerbskategorien erhalten jeweils 5.000 Euro Preisgeld. Über je 4.500 Euro dürfen sich die zwei Preisträgerinnen/Preisträger des Sonderpreises "Design macht Arbeitsschutz attraktiv" freuen. Der Publikumspreis ist mit 1.000 Euro Preisgeld dotiert. Die Preisstatue für die Gewinner des Sächsischen Staatspreises für Design 2020 wird von der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH gesponsert.

Blick auf das Schloss Pillnitz von der Elbe
Die Designleistungen sind im Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz in Dresden zu sehen. Bildrechte: dpa

Mehr Informationen Die Designpreis-Ausstellung ist bis zum 8. August im Kunstgewerbemuseum im Schloss Pillnitz zu sehen und zieht anschließend ins Chemnitzer Industriemuseum weiter.

Kunstgewerbemuseum
August-Böckstiegel-Straße 2, 01326 Dresden

Geöffnet Freitag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

Mehr Design und Kunst aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 06. Juli 2021 | 06:30 Uhr

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