Staatliche Kunstsammlungen Dresden: Goldenes Ei Augusts des Starken zurück im Grünen Gewölbe

Ein goldenes Ei, dass ein goldenes Huhn beinhaltet, das wiederum eine kleine goldene Krone und einen Ring beinhaltet 6 min
Bildrechte: Grünes Gewölbe/Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Michael Wagner

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) erhalten einen neuen Ausstellungsschatz: Das Goldene Ei aus dem ehemaligen Bestand des Grünen Gewölbes kehrt als Dauerleihgabe an seinen Ursprungsort zurück. Der Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, Marius Winzeler, nannte die Rückerwerbung am Montag einen außerordentlichen Glücksfall: "Das kleine Stück schließt eine große Lücke in den Beständen einer der bedeutendsten Schatzkammern Europas."

Das knapp fünf Zentimeter kleine Ei nahm laut SKD einst in der Schatzkammer Augusts des Starken einen besonderen Rang ein. Er erwarb die Rarität im Jahr 1705 auf der Leipziger Ostermesse. Im Rahmen der Fürstenabfindung gelangte das Ei 1924 an das Haus Wettin. Nun konnte es mithilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung als Dauerleihgabe für das Grüne Gewölbe zurückgewonnen werden.

Ein goldenes Überraschungsei

Goldenes Schmuckstück mit Bild und Inschrift
Auf der Unterseite der Krone ist ein Siegelstein eingelassen. Bildrechte: Grünes Gewölbe/Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Michael Wagner

Das Schmuckstück enthält gleich mehrere Kostbarkeiten: Dreht man es auf seiner breiteren Seite auf, kommt eine kleine Henne mit Rubinaugen und emailliertem Gefieder zum Vorschein. In ihrem Innern verbirgt sich eine mit Diamanten und Perlen besetzte Krone, die wiederum – klappt man sie auf – einen Ring mit einem großen, von kleineren Edelsteinen umrahmten Diamanten freisetzt.

Auf der Unterseite der Krone ist ein Siegelstein eingelassen, der ein Schiff in stürmischer See zeigt. Dreht man das Ei auf seiner schmal zulaufenden Seite auf, erscheint unter einem halbrunden Deckel eine Tülle, auf die vermutlich ein parfümierter Schwamm aufgesteckt war.

Inspiration für Fabergé-Eier

Das Goldenen Ei verbindet materielle Kostbarkeit, hohe Kunstfertigkeit, symbolträchtige Aussage und Innovationsfreude. Den Kunstsammlungen zufolge gehörte es im 19. Jahrhundert zu den berühmtesten Stücken der Sammlung und diente unter anderem dem jungen Peter Carl Fabergé als Inspirationsquelle für das erste seiner Ostereier für den russischen Zaren.

Bis heute haben sich nur zwei vergleichbare Stücke aus dem 18. Jahrhundert erhalten: Eines bewahrt das Kunsthistorische Museums Wien, das andere befindet sich in der Königlich Dänischen Sammlung auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen.

Die SKD wollen das Goldene Ei zukünftig im Neuen Grünen Gewölbe des Dresdner Residenzschlosses zusammen mit weiteren Kostbarkeiten Augusts des Starken präsentieren.

Goldenes Huhn beinhaltet, das eine kleine goldene Krone und einen Ring beinhaltet
Das Ei beinhaltet eine Henne mit Rubinaugen und emailliertem Gefieder, wie wiederum eine mit Diamanten und Perlen besetzte Krone verbirgt. Bildrechte: Grünes Gewölbe/Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Michael Wagner

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 18. Oktober 2021 | 13:40 Uhr

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