Ausstellung Kunstsammlungen Dresden zeigen Exponate der "Sammlung Hoffmann"

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dürfen seit dem 26. März weitere Museen öffnen. Im Rahmen der Ausstellung "Still Alive" zeigen sie im Salzgassenflügel des Albertinums 65 Exponate aus den Jahren 1957 bis 2017, die aus der Schenkung der "Sammlung Hoffmann" stammen. Die Privatsammlung umfasst insgesamt über 1.200 Werke, deren zentrale Themen Lebendigkeit, Veränderlichkeit und Vergänglichkeit sind. In der aktuellen Corona-Lage wirken die Fotos, Skulpturen, Zeichnungen und Installationen wie ein künstlerischer Kommentar.

Ausstellungsansicht "STILL ALIVE. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann", März 2021
Ausstellungsansicht "Still Alive. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann", März 2021 Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Oliver Killig

Vor drei Jahren erhielten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die international bedeutende "Sammlung Hoffmann" – geschenkt. Das Ehepaar Erika und Rolf Hoffmann hatten seit den 60er-Jahren zunächst von Mönchengladbach, dann von Köln aus einen engen Kontakt zur Kunstszene des Rheinlandes und sammelten Kunst, mit der sie lebten. So war es auch später nach dem Verkauf ihrer Firma und der Übersiedlung nach Berlin. 1.200 Werke umfasst die Schenkung.

Ausstellungsansicht "STILL ALIVE. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann", März 2021 4 min
Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Oliver Killig
Ausstellungsansicht "STILL ALIVE. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann", März 2021 4 min
Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Oliver Killig

Exponate verteilt auf zahlreiche Abteilungen

STILL ALIVE. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann
Die Ausstellung stellt das Thema Flüchtigkeit in den Fokus. Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Oliver Killig

Ein eigenes Haus oder eine Abteilung wollte Erika Hoffmann, ihr Mann starb bereits 2001, für ihre Schätze nicht. Vielmehr diffundieren die Werke langsam in den Bestand der Kunstsammlungen und waren einzeln oder in kleinen Gruppen schon an vielen Orten ausgestellt.

Es ist Usus, dass sie durch die Abteilungen der SKD gehen und immer wieder über Werke der Sammlung stolpern.

Dorothée Brill, Leiterin der Schenkung "Sammlung Hoffmann"

Einen lebendigen Umgang mit der Sammlung wünsche sich die Schenkerin, sagt Dorothée Brill, die Leiterin der Schenkung "Sammlung Hoffmann": "Das ist auch einer der Gründe, dass wir keinen Raum haben, wo sie immer wieder hingehen und nur die 'Sammlung Hoffmann' sehen, sondern der Usus ist, dass sie durch die Abteilungen der SKD gehen und immer wieder über Werke der Sammlung stolpern."

"STILL ALIVE" scheint aktueller denn je

Die neue und bisher umfangreichste Präsentation der Schenkung "Sammlung Hoffmann" mit dem Titel "Still Alive" zeigt in der ersten Etage des Albertinums 65 Werke, zwischen 1957 und 2017 entstanden, von etwa 40 Künstlerinnen und Künstlern. Die Arbeiten reichen von Fotoserien, über Videos, Zeichnungen, Skulpturen bis zu raumgreifenden Installationen wie die von Chiharu Shiota, die aus 280 ausrangierten Fenstern und einem Stuhl ein neues fragiles Gehäuse schuf.

STILL ALIVE. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann
Die grazilwirkende Installation der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden/Oliver Killig

Künstlerinnen sind in der Sammlung auffällig stark vertreten. Die Ausstellung, die trotz ihrer Fülle, nur einen kleinen Teil der ganzen Schenkung zeigen kann, eröffnet jetzt die Möglichkeit, eine Vorstellung vom Charakter der Sammlung zu bekommen. Und es passiert etwas höchst Verblüffendes! Obwohl lange vorbereitet, kann "Still Alive" wie ein Kommentar zur aktuellen Lage gesehen und wie ein Resonanzraum für die mentale Situation empfunden werden. Marion Ackermann, die Generaldirektorin der Kunstsammlungen erzählt: "Ursprünglich war es so, dass Erika Hoffmann in ihrem eigenen Sammeln sehr stark Werke erworben hat, die sich mit dem Thema der Vergänglichkeit und der Flüchtigkeit und der Volatilität des Lebens befassen." Themen, die gerade jetzt zurzeit sehr aktuell seien.

Ausdruck zweier Pole

STILL ALIVE. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann
Ausstellungsansicht "Still Alive. Werke aus der Schenkung Sammlung Hoffmann", März 2021 Bildrechte: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Vergänglichkeit des Lebens und Veränderbarkeit der Welt – das sind die Klammern der Ausstellung. Veränderungen können so gewaltsam geschehen, wie die Detonationen im Video von Julian Rosenfeldt und Piero Steinle oder auf so skurrile Weise ihren Lauf nehmen, wie in der Arbeit von Fischli und Weiss. Rebecca Horns Silberkranich imitiert auf mechanische Weise Bewegung, und Marijke van Warmerdams majestätische Eiskugel wird in zwei Tagen geschmolzen sein.

Den Titel der Ausstellung fand Kuratorin Dorothée Brill bei On Kawara, der 1990 Telegramme mit der Botschaft von verschiedenen Orten an Freunde verschickte. Mit dem englischen Titel sollte sowohl Bezug zu den Werken genommen werden als auch der Gegenpol genutzt werden, der durch das Englische "still alive" deutlich werde.

Das Angehaltene und das Lebendige – dass man die beiden Pole zum Ausdruck bringen kann.

Dorothée Brill, Leiterin der Schenkung "Sammlung Hoffmann"

Im letzten Kabinett, der Arena, kann man unter einer nostalgischen Lichterkette in einer Installation von Gonzalez-Torres sogar tanzen. Allerdings nur mit einer Person aus dem eigenen Hausstand.

Mehr von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Mehr über Museen in Sachsen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 27. März 2021 | 14:45 Uhr

Abonnieren

Kultur

Katrin Schumacher mit Audio
MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei