Stadtratsbeschluss Dresden bekommt Jüdisches Museum

München, Frankfurt, Berlin und Augsburg. Alle genannten Städte haben ein jüdisches Museum. Jetzt steht fest, dass auch in Dresden so ein Haus entstehen soll. Der Stadtrat hat nun grünes Licht dafür gegeben.

Ein Mann steht am Eingang der Neuen Synagoge in Dresden
Gestaltung und Standort der jüdischen Museums in Dresden sind noch unklar. Bildrechte: dpa

Der Dresdner Stadtrat hat am Freitagabend den Weg zu einem Jüdischen Museum in der sächsischen Landeshauptstadt frei gemacht. Eine entsprechende Vorlage wurde einstimmig angenommen, wie Grünen-Stadtrat Torsten Schulze bestätigte. Über den Standort werde aber noch verhandelt, so Schulze. Indessen begrüßte die jüdische Gemeinde die Entscheidung.

Überregional ausgerichtet, ostdeutsche Perspektive

Dem Beschluss zufolge soll das Museum in Dresden nicht nur die jüdische Stadtgeschichte behandeln, sondern auch die Historie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beleuchten sowie das Judentum im heutigen Polen und Tschechien mit in den Blick nehmen. Diese spezielle Perspektive sei eine Ergänzung zu den bisher schwerpunktmäßig in Westdeutschland bestehenden jüdischen Museen.

Seit 2013 engagiert sich in Dresden ein Verein für die Idee eines solchen Museums. Die Vorlage war im Juli 2020 in den Stadtrat eingebracht worden. Diskutiert wurde, die Fassade des alten Palais Kaskel-Oppenheim an der Bürgerwiese wieder zu errichten. Doch das Gelände gehört einer Eigentümergesellschaft, die darauf Wohnungen bauen will. Auch das Areal unmittelbar neben dem Neustädter Bahnhof war als Standort im Gespräch. 1942 und 1943 wurden von dort aus hunderte jüdische Bürger Dresdens, darunter auch viele Kinder, nach Riga und Auschwitz deportiert.

Jüdisches Leben in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 27. April 2021 | 19:00 Uhr

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