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Ein städtisches Bilderbuch zum Tag der Deutschen Einheit

Kunst, Kultur und Geschichte

Halle eröffnet Freilichtausstellung zum Tag der Deutschen Einheit

von Anne Sailer, MDR KULTUR

Stand: 19. September 2021, 12:22 Uhr

Halle ist in diesem Jahr Ausrichter der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. Pandemie-bedingt wird es zwar keine Großveranstaltungen geben können, jedoch verwandelt sich die Saalestadt schon jetzt in ein facettenreiches Freilichtmuseum. Ab dem 18. September präsentiert sich Halle mit diversen Kunstinstallationen an verschiedenen Orten der Stadt wie dem Marktplatz, der Moritzburg und der Oper.

Die Stadt Halle an der Saale ist in diesem Jahr turnusgemäß Ausstatterin der Feierlichkeiten rund um den 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit. Wie schon im vergangenen Jahr in Potsdam wird es wegen der Corona-Pandemie keine große Party geben. Stattdessen hat sich die Saalestadt in ein großes Freilichtmuseum verwandelt. Und wo trifft man sich in diesem Freilichtmuseum? "Am Händel!" Das ist das goldfarbene Händeldenkmal auf dem Marktplatz. Hier thront der in Halle geborene Komponist über den Aufbauarbeiten rings um sich herum und lauscht dem Glockenspiel des roten Turmes, übrigens der Klang des berühmten "Big Ben" in London und angeblich aus einer Arie Händels.

Kunstinstallation auf dem Joliot-Curie-Platz Bildrechte: MDR/Anne Sailer

Sachsen-Anhalt modern denken

Landesmarketing-Leiterin Susanne Behtke steht vor dem Pavillon des Landes Sachsen-Anhalt. "Modern Denken" ist immer wieder zu lesen: "Sachsen-Anhalt ist schon seit der Himmelsscheibe immer der Zeit etwas voraus. Modern Denken hat bei uns daher Tradition. Das zeigen wir auf unserem Stand. Unter anderem mit der Dichte der Welterbeststätten oder auch dem großen Reformator Luther."

Kampagnen wie "Das Land der Frühaufsteher" hat Sachsen-Anhalt längst hinter sich gelassen. Man möchte mit Inhalten punkten und mit Halle als Kulturhauptstadt des Landes. Die anderen 15 Bundesländer präsentieren sich auch in der Saalestadt. Knapp 100 Stelen wurden überall verteilt aufgebaut. Auf so genannten Themenwegen können sich die Besucher über Kultur, Nachhaltigkeit, Digitalisierung oder auch das "schöne Deutschland" informieren. Susanne Behtke: "Alle Länder haben Einheitsbotschafter nach Halle geschickt. Jeweils zwei kommen aus jedem Bundesland. Toll ist, dass wir total unterschiedliche Botschafter haben. Das geht von Prominenten über Wissenschaftler bis hin zu ganz jungen Leuten, für die der Osten nur noch eine Himmelsrichtung ist."

Unter dem Motto "Gemeinsam Zukunft formen" präsentiert sich Halle anlässlich der Feierlichkeiten des 3. Oktobers. Bildrechte: MDR/Anne Sailer

Kunstwerke regen zum Nachdenken an

Für alle – also für Jung und Alt – gibt es auf dem Marktplatz zudem einen Zeitstrahl, an dem man die vergangenen 31 Jahre noch einmal Revue passieren lassen kann und mehr über die historischen Ereignisse erfährt. Die Ergebnisse eines Kunstwettbewerbs sind an drei Stellen in der Stadt zu sehen. Dabei sollten die Künstlerinnen und Künstler versuchen, die drei Bauhauselemente Quadrat, Kreis und Dreieck ins Dreidimensionale zu transferieren. Unter dem Titel "Künstlerische Installation für einen gesellschaftlichen Dialog" steht der Würfel eines Leipziger Künstlers nun im Innenhof der Moritzburg.

Der Künstler Gunther Schuhmann vor seinem Werk Bildrechte: Tom Wesse

Der Direktor des Kunstmuseums Moritzburg in Halle, Thomas Bauer-Friedrich, war mit in der Jury und freut sich über das Kunstwerk an "seinem" Haus: "Der Künstler Gunther Schumann hat sich speziell für unseren Hof beworben und ein Werk geschaffen, bei dem sich jeder Einzelne mit der Einheit auseinandersetzen soll oder kann. Da ist natürlich der Innenhof der Moritzburg wie geschaffen, denn das ist ein geschützter Raum."

Es geht um Integration und damit natürlich auch um Migration – um die brennenden Themen dieser Zeit.

Thomas Bauer-Friedrich | Direktor des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale)

Vor der Oper steht ein leicht pulsierendes, im Dunkeln leuchtendes modernes Kunstwerk. Die Pyramide auf dem Universitätsplatz trägt den Titel "Zusammenwachsen". Der Aufbau wurde gefilmt und ist damit Teil des Objektes. Alle drei Kunstwerke, so Thomas Bauer-Friedrich, regen zum Nachdenken an.

Pyramide auf dem Universitätsplatz in Halle. Bildrechte: MDR/Anne Sailer

Ein neues Image für die "Graue Diva"

Thomas Bauer-Friedrich plädiert für einen Image-Wandel der Stadt. Bildrechte: imago/VIADATA

Doch zurück zur Stadt. Zur Händelstadt Halle, in der seit 18. September die deutsche Einheit gefeiert wird. Zurück zu der Stadt, die als Graue Diva und mit dem vermeintlich hässlichen Stadtteil Halle-Neustadt immer und immer wieder für ein Bild des Ostens herhalten musste, was gern aus der Ferne betrachtet wird. Laut Thomas Bauer-Friedrich verdient es die Stadt, positiv dazustehen. Gerade auch nach dem Anschlag auf die Synagoge 2019.

Halle ist im Krieg kaum zerstört worden und nicht nur zur Einheitsfeier ein riesengroßes Freilichtmuseum, in dem man vom Mittelalter bis zur Gegenwart wandeln kann. Die Stadt habe viel zu bieten, deshalb wundere es ihn, dass er als Direktor des Kunstmuseums Moritzburg immer noch Leute aus den westdeutschen Bundesländern trifft, die das erste Mal im Osten Deutschlands zu Besuch sind – 31 Jahre nach der Deutschen Einheit. Doch eines konstatiert Bauer-Friedrich dann doch selbstbewusst: "Wer einmal da war, kommt auch wieder."

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Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 18. September 2021 | 08:15 Uhr