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Die Ausstellung im Schiller-Museum mit dem Titel "Ich hasse die Natur" steht im starken Kontrast zu den idyllischen Weimarer Parkanlagen. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

Themenjahr Neue Natur 2021

Klassik Stiftung Weimar: Wie respektvoll ist unser Umgang mit der Natur?

Stand: 16. April 2021, 12:42 Uhr

Am 17. April startet das Themenjahr der Klassik Stiftung Weimar. Unter dem Titel "Neue Natur" widmen sich in den nächsten Monaten eine Ausstellung im Schiller-Museum, eine Gesprächsreihe unter Beteiligung von MDR KULTUR und spannende Workshops dem Verhältnis von Mensch und Natur in der Kunst, der Literatur, den Wissenschaften und in aktuellen politischen Debatten um den Klimawandel. Mensch und Natur: Freunde oder doch Feinde?

Das Themenjahr "Neue Natur" der Klassik Stiftung Weimar beginnt. Ab dem 17. April soll in den kommenden Monaten mit digitalen Angeboten das Verhältnis von Mensch und Natur reflektiert werden. Die Angebote werden später mit Ausstellungen, Festen, Podiumsdiskussionen und Workshops ergänzt. Zum Auftakt wird am 17./18. April der Weimarer Park an der Ilm mit einer Klang-Promenade in eine illuminierte Welt der Töne verwandelt.

Grünes Labor der Nachhaltigkeit

Im Fokus des Themenjahrs "Neue Natur" stehen die historischen Parks und Gärten der Klassik Stiftung als Außenstandorte der Bundesgartenschau 2021.

Bau des Eingangsbereichs des Grünen Labors im Park an der Ilm. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

So gibt es das "Grüne Labor" im Park an der Ilm. Dafür wurde ein altes Gebäude mit natürlichen Baustoffen des Parks neukonstruiert. In dem Park befindet sich das Tempelherrenhaus, früher ein Veranstaltungshaus, das aber im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen wurde und nun eine Art Ruine ist. Auf diese Leerstelle wurde nun einen Holzbau gesetzt, für den Holz von Bäumen aus dem Park genutzt wurde, die z.B. aufgrund von Krankheiten gefällt werden mussten. Mit daraus geformten Holzbausteinen in der Größe von Klinkersteinen wurde ein luftdurchlässiger Kubus errichtet, in dem im Sommer Veranstaltungen durchgeführt werden können.

Das Zusammenspiel der alten Ruine und der neuartigen Holzkonstruktion hat mir von der Ästhetik her unheimlich gut gefallen. Das Bauobjekt offenbart mit seinem nachhaltigen Hintergrund – der Verwertung von Holzresten, die sonst einfach verbrannt würden – das, worum es im Kern bei diesem Themenjahr geht: um unseren mehr oder weniger respektvollen Umgang mit der Natur.

Mareike Wiemann, MDR KULTUR über das Grüne Labor

Ausstellung im Schiller-Museum: "Ich hasse die Natur"

Ein modellierter Schleimpilz rankt sich an der Fassade des Schiller-Museums entlang. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

Die größte Sonderausstellung im Themenjahr findet sich im Schiller-Museum und trägt den Titel "Ich hasse die Natur". Dort wird den zerstörerischen Kräften zwischen Natur und Mensch nachgespürt. In der Schau wird Literatur mit Videokunst verbunden, auch mit Konzeptkunst, Fotografie, Malerei. Die Präsentation animiert Betrachterinnen und Betrachter, sich Gedanken über unsere Zukunft auf der Erde zu machen. Die Ausstellung ist ab dem 17. April zunächst nur als virtuelle Ausstellung digital erlebbar, ebenso die Präsentation "Land. Fluss. Kentmanus. Natur erforschen im 16. Jahrhundert".

Gesprächsreihe "Weimarer Kontroversen"

Auch MDR KULTUR ist durch seine Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar an dem Themenjahr beteiligt. Am Eröffnungswochenende startet die Gesprächsreihe "Weimarer Kontroversen. Mensch – Natur – Beziehungskrise". Sie liegt inhaltlich in den Händen von Helmut Heith, Leiter des Kollegs Friedrich Nietzsche. Insgesamt wird es in den kommenden Monaten fünf Veranstaltungen geben.

Wir sehen an den verschiedenen Dimensionen, dass die Beziehung zwischen Mensch und Natur ambivalent ist. Wir lieben und wir hassen uns, man kann von einer komplizierten Beziehung sprechen. Dennoch ist Scheidung wahrscheinlich keine Option, wir müssen uns irgendwie zusammenraufen und Wege finden, die zu einem verträglichen Umgang zwischen uns und der Natur führen.

Helmut Heit über die Gesprächsreihe "Weimarer Kontroversen"

Die erste Ausgabe der "Weimarer Kontroversen" geht der Frage nach "Wie verstehen wir uns mit der Natur?". Dazu im Gespräch sind Stiftungspräsidentin Ulrike Lorenz und Antje Boethius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, die auch als Leiterin der letzten Arktisexpedition des Forschungsschiffes "Polarstern" bekannt ist. Das Gespräch führt MDR KULTUR-Redaktionsleiter Reinhard Bärenz. Es kann auf der Seite der Klassik Stiftung Weimar live mitverfolgt werden.

Das Tempelherrenhaus im Park an der Ilm, einem der Außenstandorte der Bundesgartenschau 2021. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 16. April 2021 | 07:40 Uhr