Final Fantasy
Das Computerspiel "Final Fantasy" begeistert nicht nur Gamer, auch die Musik ist inspirierend Bildrechte: IMAGO/Prod.DB

Album "Fantasy Worlds" Benyamin Nuss spielt "Final Fantasy"-Soundtrack auf dem Konzertflügel

Computerspiel-Musik erobert weltweit die Konzerthallen. Zahlreiche Orchester lassen die Melodien der Konsolen im breiten Orchesterklang erklingen. Benyamin Nuss hat nun mit seinem Album "Fantasy World" den Soundtrack des Rollenspiel-Klassikers "Final Fantasy" auf dem Konzertflügel eingespielt und senkt damit in den großen Konzerthallen den Altersschnitt erheblich.

von Anna Pröhle, MDR KULTUR-Musikkritikerin

Final Fantasy
Das Computerspiel "Final Fantasy" begeistert nicht nur Gamer, auch die Musik ist inspirierend Bildrechte: IMAGO/Prod.DB

Der 29-jährige Benyamin Nuss hat auf seinem neuen Album "Fantasy Worlds" Musik aus dem Computerspiel "Final Fantasy" interpretiert. Nuss ist studierter Pianist, sein Vater ist Posaunist, sein Onkel Jazzpianist – mit klassischer Musik ist der junge Mann aufgewachsen und bestens vertraut. Aber er ist auch ein Zocker, wie es so schön heißt. Und er liebt das Computerspiel "Final Fantasy" mit all seiner Musik, wie er erklärt: "In der Filmmusik hat man Hintergrundmusik und Leitmotivik. In der Computerspielmusik ist es noch detaillierter. Es gibt für jede Landschaft eine Musik, dadurch gewinnt der Spieler ein Nostalgiegefühl zu einem Ort. Dann natürlich die Leitmotivik, die die Charaktere untermalt. Und dann szenische Musik wie in der Oper, Isoldes Liebestod oder so, das ist ganz unterschiedlich."

Faible für Klassik und Computerspiele

In seiner Jugend hat Nuss alle Teile von "Final Fantasy" durchgespielt. Schon damals spielte er die Musik daraus zu Hause am Klavier nach. Vor zehn Jahren bekam er dann die Chance, Musik aus dem Spiel zusammen mit einem Orchester aufzuführen. Er war begeistert, denn die Komponisten der Musik sind für ihn Helden, wie es auch die Klassiker Bach, Mozart oder Schumann sind. Sie Spielekomponisten heißen Nobuo Uematsu, Masashi Hamauzu oder Yoko Shimomura. Nuss schätzt die vielen Einflüsse, die ihre Kompositionen ausmachen.

In der Videospielmusik ist es so, dass jeder Komponist einen komplett anderen Background hat. Manche kommen mehr aus der Klassik. Andere kommen aus der Rock-Ecke. Manche experimentieren mit Elektronik und World Music – das ist total interessant.

Benyamin Nuss

Mit seinen Interpretationen der Musik des Computerspiels "Final Fantasy" hat Benyamin Nuss einen Nerv getroffen. Sein Debütalbum "Nuss plays Uematsu" stieg 2010 auf Anhieb in die Klassikcharts ein. Seitdem ist der junge Pianist in China, Japan, aber auch den USA, Frankreich und Deutschland gefragt. Er hat in der Londoner Royal Albert Hall gastiert, ebenso in der Kölner Philharmonie. Von seinem zumeist recht jungen Publikum schwärmt er in höchsten Tönen:

Benyamin Nuss
Benyamin Nuss Bildrechte: dpa

Die Fans kommen ins Konzert und sind begeistert und man kann sich kein besseres Publikum vorstellen. Es ist wirklich das ideale Publikum. Kein Huster, niemand, der langsam ein Bonbon aufmacht. Die sind mucksmäuschenstill und hören bis zur letzten Sekunde zu, um dann in totaler Euphorie zu klatschen.

Benyamin Nuss

Nuss erläutert, dass die die meisten sonst eher selten in ein Konzerthaus gehen. So sind sie in der Wahl ihrer Bekleidung manchmal unsicher, manche kommen in Kostümen oder in Charakteroutfits.

Entspannte Klavierwelten

Viele der Stücke, die Nuss in seinen Konzerten am Flügel spielt, sind ziemlich ruhig und getragen. Mit Action und ausladenden Gesten hat seine Musik nur wenig zu tun. Für Außenstehende mag das "Final Fantasy"-Universum deshalb auf den ersten Blick ein wenig befremdlich anmuten. Aber die Welt der Computerspiele ist offener, als man vielleicht annehmen mag. Und ein gutes Klavierspiel bleibt ein gutes Klavierspiel. Das zum Durchatmen und Genießen einlädt, ganz egal, ob man zu Hause eine Konsole stehen hat oder nicht.

Angaben zum Album Benyamin Nuss: "Fantasy Worlds"
Label: Neue Meister

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 27. Februar 2019 | 10:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2019, 15:36 Uhr

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