Directors Florian Fischer (L) and Johannes Krell (R) pose for a photo at a press conference after winning the Golden Bear for Best Short Film for 'Umbra' during the 69th Berlinale
Florian Fischer und Johannes Krell erhielten den Bären für den besten Kurzfilm bei der Berlinale 2019. Bildrechte: dpa

Filmpreis Berlinale 2019: Goldener Bär für besten Kurzfilm geht nach Halle

Directors Florian Fischer (L) and Johannes Krell (R) pose for a photo at a press conference after winning the Golden Bear for Best Short Film for 'Umbra' during the 69th Berlinale
Florian Fischer und Johannes Krell erhielten den Bären für den besten Kurzfilm bei der Berlinale 2019. Bildrechte: dpa

In Berlin ist die 69. Berlinale am Samstagabend mit einer Abschlussgala und der Verleihung der Preise zu Ende gegangen. Der Goldene Bär für den besten Kurzfilm ging nach Halle. In "Umbra" experimentieren die Filmemacher Florian Fischer und Johannes Krell mit dem Spiel von Licht und Farbe. Zu sehen sind Bewegungen unter Wasser, rauschende Blätter oder flirrendes Licht. Gedreht wurde unter anderem im Harz. Produziert wurde der Film von der in Halle ansässigen Firma Rosenpictures.

Berlinale: Abschluss und Verleihung der Bären im Berlinale Palast: Nadav Lapid (Israel), Regisseur des Films «Synonymes (Synonyms)» zeigt die ihm verliehene Auszeichnung Goldener Bär.
Regisseur Nadav Lapid mit dem Hauptpreis der Berlinale 2019 für den Besten Film. Bildrechte: dpa

Den Hauptpreis der Berlinale räumte der Film "Synonyme" vom israelischen Regisseur Nadav Lapid ab. Die französisch-israelisch-deutsche Filmproduktion erzählt die Geschichte eines Mannes in Paris, der seine israelischen Wurzeln hinter sich lassen will. Regisseur Lapid hat damit auch eigene Erlebnisse filmisch verarbeitet. Nach seinem Militärdienst in Israel verließ er Israel und zog nach Frankreich, wo er unter anderem die neue Landessprache Französisch erlernen musste. Lapid ist der erste israelische Regisseur, der einen Goldenen Bären gewinnt.

Mit einem Silbernen Bären als Großer Preis der Jury wurde der französische Streifen "Grace a Dieu" ("Gelobt sei Gott") von Regisseur François Ozon prämiert. Er schaut auf den aktuellen Prozess gegen den Erzbischof von Lyon, Kardinal Barbarin, der viele Jahre den sexuellen Missbrauch Minderjähriger deckte.

Die serbisch-deutsche Produktion "Ich war zuhause, aber" von Angela Schanelec erhielt einen Silbernen Bären für die beste Regiearbeit. Die 57-Jährige Regisseurin widmet sich in dem Kinostreifen dem Umgang einer Mutter mit dem Tod ihres Partners.

Zwei Schauspiel-Silberbären nach China

Sowohl die beste weibliche wie auch die beste männliche Schauspielleistung erhielten mit der Schauspielerin Yong Mei und dem Schauspieler Wang Jingchun die beiden Hauptdarsteller des chinesischen Films "So Long, My Son" von Regisseur Wang Xiaoshuai. Betrachtet werden darin die Folgen der lange geltenden Ein-Kind-Politik für die Menschen in China.

Berlinale: Abschluss und Verleihung der Bären im Berlinale Palast: Silberner Bär für die beste Darstellerin geht an Yong Mei aus dem Film "Di jiu rian chang (So Long, my Son)", rechts Silberner Bär für den besten Darsteller an Wang Jingchun im gleichen Film.
Der Silberner Bär für die beste Darstellerin geht an Yong Mei und für den besten Darsteller an Wang Jingchun. Bildrechte: dpa

Für das beste Drehbuch erhielt das Team von Autor und Mafiakritiker Roberto Saviano mit Maurizio Braucci und Claudio Giovannesi den Silbernen Bären. Gezeigt wird in ihrem Film "La paranza dei bambini" ("Piranhas") das Abrutschen von Jugendbanden in die Kriminalität. Ein Silberner Bär für die Kameraarbeit erhielt der Kameramann Rasmus Videbæk für den skandinavischen Film "Pferde stehlen".

Berlinale: Abschluss und Verleihung der Bären im Berlinale Palast: Silberner Bär (Alfred Bauer Preis) für Nora Fingscheidt, Regisseurin, "Systemsprenger (System Crasher)".
Regisseurin Nora Fingscheidt erhielt für "Systemsprenger" den Alfred-Bauer-Preis Bildrechte: dpa

Eine weitere deutsche Produktion, das Drama "Systemsprenger" der deutschen Regisseurin Nora Fingscheidt, bekam den Alfred-Bauer-Preis – einen Silbernen Bären.

In dem Film wird ein von Gewaltausbrüchen getriebenes neunjähriges Mädchen gezeigt, das die pädagogischen Systeme überfordert.

69. Berlinale

Jury-Präsidentin Juliette Binoche kommt zur feierlichen Eröffnung der Berlinale
Jury-Präsidentin Juliette Binoche Bildrechte: dpa

Die Berlinale brachte vom 7. bis 17. Februar 2019 Filminteressierte in die Hauptstadt. Bei den 69. Internationalen Filmfestspielen wurden insgesamt rund 400 Filme gezeigt. In den Wettbewerb kamen statt der ursprünglich vorgesehenen 17 Filme nur 16, der Film "Yi miao zhong" ("One Second") von Zhang Yimou wurde laut Berlinale-Angaben aufgrund technischer Probleme nicht rechtzeitig fertig.

Zur Internationalen Jury gehörten 2019 die französische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche ("Der englische Patient"), außerdem u.a. die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller ("Toni Erdmann") sowie der US-Filmkritiker Justin Chang von der "Los Angeles Times".

Abschied von Kosslick

Die 69. Internationalen Filmfestspiele fanden das letzte Mal unter der Leitung von Dieter Kosslick statt, der das Festival fast 20 Jahre lang prägte. Bei der Abschlussgala am Samstag wurde Kosslick mit viel Applaus verabschiedet und zeigte sich davon sichtlich gerührt. Auf der Bühne wurde ihm ein riesiger Plüschbär mit rotem Schal, seinem Markenzeichen, übergeben. Jury-Präsidentin Juliette Binoche lobte ihn als "Best Director" der Berlinale.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte in Berlin ebenfalls Kosslick. So habe er die Berlinale "an den Fronten der großen, kontroversen Debatten unserer Zeit positioniert: mit künstlerisch herausragenden Filmen, die soziale Missstände beleuchten und Stellung beziehen, mit klaren Bekenntnissen zur gesellschaftspolitischen Mitverantwortung der Filmschaffenden".

Ab 2020 übernimmt mit dem Italiener Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek eine Doppelspitze die Leitung der Berlinale.  

Berlinale: Abschluss und Verleihung der Bären im Berlinale Palast: Berlinale-Direktor Dieter Kosslick (l) zieht neben den Schauspielerinnen Juliette Binoche (M), Jury-Präsidentin, und Sandra Hüller, Jury-Mitglied, einen übergroߟen Teddy mit rotem Schal an den Ohren.
Dieter Kosslick bei der Abschluss-Gala im Berlinale Palast mit Jury-Präsidentin Juliette Binoche und Jury-Mitglied Sandra Hüller (r.) Bildrechte: dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Februar 2019 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 22:32 Uhr

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