Ein Smiley zwischen Kieselsteinen
Ein guter Vorsatz für 2018 – optimistischer sein! Bildrechte: IMAGO

Positiv ins neue Jahr starten Optimismus als Erfolgsrezept

Für Optimisten ist das Glas bekanntlich halb voll und nicht halb leer. Aber sind deswegen alle Optimisten gleich? Erziehungswissenschaftler Jens Weidner hat ein Buch über die positive Einstellung geschrieben. Im Gespräch mit MDR KULTUR hat er erklärt, wie Optimismus das Leben verbessern kann, welche fünf Typen es gibt und welchen er für besonders erfolgsversprechend hält.

Ein Smiley zwischen Kieselsteinen
Ein guter Vorsatz für 2018 – optimistischer sein! Bildrechte: IMAGO

Jens Weidner ist überzeugter Optimist. "Bedenkenträger gibt es genug in Deutschland", sagt er im Gespräch mit MDR KULTUR. "Was uns ein Stück weit fehlt, ist die Lobkultur." Weidner ist Professor für Erziehungswissenschaften, Anti-Aggressivitätstrainer und Vorstand des Hamburger "Clubs der Optimisten". Um mit einer positiven Einstellung ins neue Jahr zu starten, empfiehlt er, jeder solle sich über die eigenen positiven Eigenschaften bewusst werden. "Da müssten einem gleich drei, vier Punkte einfallen", so Weidner.

Und wenn man Freunde und Verwandte nach weiteren positiven Eigenschaften fragt, kämen mit Sicherheit noch ein paar Aspekte hinzu. Das stärke so sehr, nach Ansicht des überzeugten Optimisten Weidner, dass einem ein Nörgler nicht mehr so viel anhaben könne.

Fünf Optimismus-Typen

In seinem Buch "Optimismus – Warum manche weiter kommen als andere", gibt Weidner Tipps, wie man Optimist wird oder einer bleibt. Darüber hinaus identifiziert der Wissenschaftler fünf verschiedene Optimismus-Typen: Den Zweckoptimisten, den naiven Optimisten, den heimlichen, den altruistischen und den Best-of Optimisten.

So handele es sich beim "naiven Optimisten" etwa um einen Menschen, der sagt: Die Dinge werden besser, auch wenn ich nichts dafür tue. "Ich hatte neulich einen Studenten, der sagte: Ich lerne nicht für die Klausur, ich habe schon jetzt ein gutes Gefühl", erzählt Weidner. Dieser Student sei am Ende durchgefallen.

Best-of Optimisten leben länger

Als echten Karrierebeschleuniger sieht der Professor dagegen den Best-of Optimisten. Dieser handele nach dem Grundgedanken: Wenn es gut läuft im Leben, dann liegt es an mir. Wenn es schlecht läuft, liegt es an den anderen. "Natürlich ist das auch eine Form von Selbstbetrug", so Weidner. Wissenschaftlich gesehen habe diese Einstellung jedoch viele Vorteile:

Best-of Optimisten leben länger, sind gesünder – weil sie sich nicht so viele Gedanken machen und Misserfolge leichter wegstecken können.

Jens Weidner, Buchautor, Kriminologe und überzeugter Optimist

Weidners Buch liegt eine Studie des Markforschungsinstitutes Rheingold zu Grunde. Sie besagt: Deutschland ist kein Land der Pessimisten, sondern eines, in dem der sogenannte "Sekundäre Optimismus" gepflegt wird. Will heißen: Man beginnt nicht mit einem naiven "das packen wir", sondern mit der ernsthaften Prüfung einer Idee. Wird diese für gut befunden, wird Energie und Kraft investiert.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Nachmittag | 01. Januar 2018 | 16:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Januar 2018, 03:00 Uhr