Bruce Hornsby auf der Bühne. 2018.
Bruce Hornsby sitzt im Jahr 2018 am Flügel. Sein Sound hat sich inzwischen verändert. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Empfehlung "Absolute Zero" – Bruce Hornsbys komplexestes Album

Als sein größter Hit gilt "The way it is". Dabei lässt sich Bruce Hornsby, umtriebig, wie er ist, nur schwer auf einen Song reduzieren. Anstatt mit The Range macht er mittlerweile Musik mit den Noisemakers und seine Stimme liegt nah bei Peter Gabriel. Auf Hornsbys neuem Studioalbum "Absolute Zero" sind außerdem Jack DeJohnette, yMusic und Justin Vernon von Bon Iver zu hören. MDR KULTUR-Musikkritiker Stefan Maelck hält es für sein vielleicht komplexestes Album.

Bruce Hornsby auf der Bühne. 2018.
Bruce Hornsby sitzt im Jahr 2018 am Flügel. Sein Sound hat sich inzwischen verändert. Bildrechte: imago/ZUMA Press

"The way it is" gilt bis heute als der größte Hit des amerikanischen Musikers Bruce Hornsby – einer dieser Über-Hits, der sich bis heute erfolgreich im Classic Rock Radio hält und der den Pianisten und Sänger reich gemacht hat. Seit Jahren schon macht Hornsby, was er will: experimentelle Alben mit Jazz-Musikern oder ein Bluegrass-Album. Zudem war er lange als Pianist von The Grateful Dead auf Tour. Jetzt ist Hornsbys neuntes Studioalbum "Absolute Zero" erschienen. Es beginnt mit dem Schlagzeug von Jack DeJohnette und einem Sound wie ein ECM-Album. Dann kommt eine Stimme, die so klingt, als hätte Bruce Hornsby Sting verpflichtet – aber es ist Hornsby selbst.

Bruce Hornsby auf der Bühne. 2018. 5 min
Bildrechte: imago/ZUMA Press

MDR KULTUR - Das Radio Di 23.04.2019 07:40Uhr 04:48 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bruce Hornsby auf der Bühne. 2018. 5 min
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Du würdest mich kaum noch erkennen, wenn du jetzt meine erste Platte hören würdest. Wenn du die auflegst und dann meine letzten Alben – das ist doch eine völlig andere Person. Es ist besser, wie es jetzt ist. Ich lerne wohl langsam, es dauert eine Weile, bis man gut wird.

Bruce Hornsby
Bruce Hornby
Stimmlich liegt Bruce Hornsby inzwischen nah bei Peter Gabriel. Bildrechte: Sarah Walor

Bruce Hornby ist mittlerweile 64, seine frühen Alben mag er sich nicht mehr anhören. Seine Band The Range, mit der er die großen Erfolge feierte, hat er zugunsten der Noisemakers aufgelöst. Nur manchmal noch erkennt man das Pianospiel des alten Hornsby, die Stimme hat sich völlig verändert und liegt nah bei Peter Gabriel. Melancholische Balladen wie "Never in this House", mit yMusic und den Staves aufgenommen, sind die Ausnahme auf "Absolute Zero".

Neben Jack DeJohnette, yMusic und The Staves hat Hornsby mit Justin Vernon von Bon Iver gearbeitet, mit dem Hornsby auch auf dem Track "Cast of" zu hören ist.

Ich dachte, ich hab all diese tollen Freunde, die sind alle große Nummern. Und die haben mir all die Jahre immer wieder nette Dinge über mich und meine Musik gesagt und dass sie große Fans meiner Arbeit seien. Und ich dachte: Nehm' ich die doch mal beim Wort und guck, ob die es ernst meinen. Ich rief ein paar von ihnen an und sie sagten alle zu!

Bruce Hornsby

Ein komplexes Album

Auf einem CD-Cover ist ein hölzerner Steg mit Kirmes-Anlagen samt Riesenrad abgebildet.
"Absolute Zero" umfasst 10 Tracks. Bildrechte: Zappo Productions/Thirty Tigers

Man braucht ein paar Durchläufe, um die Tiefe und die Schönheit dieser Stücke zu ergründen, die in Komplexität, Instrumentierung und Arrangements weit weg sind von den leicht-luftigen Pianopop-Balladen der Frühzeit. Hornsby, dessen Texte auch von den Autoren Don DeLillo und David Foster Wallace inspiriert sind, schreibt inzwischen eher Songs, die sich an klassischer Musik und lateinamerikanischer Rhythmik genau so orientieren wie an Minimalmusic von Steve Reich und Philip Glass. "Absolute Zero" ist so zu einem absolut abwechslungsreichen Album geworden – vielleicht das komplexeste Werk in Wort und Musik das Hornsby bisher vorgelegt hat.

Ich habe immer auf unterschiedliche Art Songs geschrieben – mal die Texte zuerst, mal die Musik. Wenn du dir z. B. eine Platte von James Taylor anhörst, klingen die Songs doch alle sehr gleich. Wahrscheinlich weil er immer auf ähnliche Weise an die Songs herangeht. Nimm die frühen Alben von Bob Dylan: Die Gitarre, das ist immer dieselbe Art von Akkorden – die Songs sind alle ähnlich. Das hat sicher sein Gutes, aber ich liebe stilistische Abwechslung.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 23. April 2019 | 04:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2019, 04:00 Uhr

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