Büchersendungen liegen im Logistikzentrum eines Buchgroßhändlers
Büchersendungen im Logistikzentrum eines Buchgroßhändlers Bildrechte: dpa

Streit um Versandkosten Buchhandel geht gegen Post bei Bundeskartellamt vor

Büchersendungen liegen im Logistikzentrum eines Buchgroßhändlers
Büchersendungen im Logistikzentrum eines Buchgroßhändlers Bildrechte: dpa

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat gegen die Deutsche Post AG beim Bundeskartellamt Beschwerde eingelegt. Mit den vorgesehenen Preiserhöhungen zum 1. Juli missbrauche das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung beim Buchversand, erklärte der Börsenverein am Montag in Frankfurt am Main.

Außerdem diskriminiere der Versanddienstleister Buchhandlungen und Verlage, indem er Großkunden wie Amazon deutlich bessere Konditionen einräume. Der Börsenverein sieht das Bundeskartellamt in der Pflicht, eine faire Marktsituation für alle Beteiligten zu schaffen.

Die Deutsche Post gefährdet mit ihren deutlich verschlechterten Konditionen für Büchersendungen die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittelgroßen Buchhandlungen und Verlage und damit unmittelbar die Vielfalt des Buchmarktes.

Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Um sich gegen den Online-Handel zu behaupten, benötigen stationäre Buchhändler eine bezahlbare Möglichkeit, Bücher zu versenden, meint der Börsenverein. Kleine und mittlere Verlage brauchen den Buchversand dringend, um Bücher zu verschicken, die im Buchhandel in der Breite nicht vorkommen, so Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

Bis zu 60 Prozent teurer

Die Deutsche Post hatte bereits 2018 die Preise für Büchersendungen deutlich erhöht. Zum 1. Juli 2019 wurden erneute Preissteigerungen von bis zu 60 Prozent angekündigt. Außerdem sollen die Maße für mögliche Buchsendungen verkleinert werden, wodurch etwa ein Drittel der bisher versendeten Bücher nicht mehr als Büchersendung gelten könnten.

Im Ergebnis werden die Buchhändler und Verlage gezwungen, zukünftig auf die um ein Vielfaches teureren Produkte aus der Paketsparte umzusteigen.

Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Preise für Büchersendungen
bis 30. Juni 2019   ab 1. Juli 2019  
bis 500 g 1,20 € bis 500 g 1,90 €
bis 1.000 g 1,70 € bis 1.000 g 2,20 €

Was ist eine Büchersendung

Büchersendungen sind für den Versand des Kulturgutes Buch vorgesehen, außerdem für Broschüren, Notenblätter und Landkarten. Durch vorgesehene Ermäßigungen bei den Versandkosten soll die Bevölkerungsbildung gefördert werden.

Der Versand von Büchersendungen dauert mit ca. vier Werktagen etwas länger als bei Päckchensendungen. Bislang mussten Büchersendungen offen versandt werden (außer in Originalverpackung), mit den Tarifänderungen der Post zum 1. Juli können sie auch zugeklebt werden.

Der Versand von 1000-Gramm-.Büchersendungen kostete 1964 ca. 25 Cent (damals 50 Pfennige), 1972 waren es ca. 50 Cent, 1989 stieg es auf ca. 100 Cent. Ab dem 1. Juli 2019 werden dafür 220 Cent fällig.

Durch die aktuellen Tarifänderungen der Deutschen Post werden Büchersendung quasi abgeschafft und mit den zuvor separaten Warensendungen vereint.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 17. Juni 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2019, 15:34 Uhr

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