Literatur Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung an Johny Pitts und Laszlo Földenyi verliehen

In Leipzig ist dem britischen Fotografen und Essayisten Johny Pitts am Mittwoch der Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen worden. Pitts wurde bei der Veranstaltung in der Nikolaikirche per Video zugeschaltet. Der 34-Jährige bekam den Preis für sein Buch "Afropäisch. Eine Reise durch das schwarze Europa" – ein Werk, das laut Jury den harten Alltag der schwarzen Diaspora in Europa nachzeichnet.

Zugleich wurde die Verleihung des Preises aus dem Vorjahr an László F. Földényi nachgeholt, die wegen der damals sehr kurzfristigen Absage der Leipziger Buchmesse zunächst ausgefallen war. Der ungarische Essayist und Übersetzer kam dafür persönlich nach Leipzig. Földényi wurde für sein Werk "Lob der Melancholie. Rätselhafte Botschaften" geehrt.

Stadt zeigt Bilder von Johny Pitts

Aus Anlass der Preisverleihung an Johny Pitts werden bis zum 30. Juni am Nikolaikirchhof und am Hauptbahnhof großflächige Bilder aus dessen Buch "Afropäisch. Eine Reise durch das schwarze Europa" gezeigt. Stadtverwaltung und Messe Leipzig erklärten, Ziel sei es, trotz der andauernden Corona-Pandemie ein breites Publikum zu erreichen.

Pitts erzählt in seinem Band "Afropäisch" von Reisen unter anderem nach Berlin, Paris oder Marseille, wo er fragt, welche Bedeutung Schwarze Kultur für die europäische Identität hat. Am Ende erkennt er, dass Europa eben schon in der Vergangenheit nicht nur von weißen Menschen geprägt wurde.

Der mit 20.000 Euro dotierte Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird üblicherweise bei der Eröffnungsveranstaltung der Leipziger Buchmesse verliehen. Wegen der Pandemie fällt die Buchmesse allerdings schon zum zweiten Mal in Folge aus. Stattdessen wurde der Preis in diesem Jahr zum Auftakt eines alternativen Programms unter dem Titel "Leipzig liest extra" verliehen.

Bilder aus dem Buch "Afropäisch" von Johny Pitts

Johny Pitts: "Afropäisch
Bildrechte: Johny Pitts/Suhrkamp Verlag
Johny Pitts: "Afropäisch
Bildrechte: Johny Pitts/Suhrkamp Verlag
Johny Pitts: "Afropäisch
Bildrechte: Johny Pitts/Suhrkamp Verlag
Johny Pitts: "Afropäisch
Bildrechte: Johny Pitts/Suhrkamp Verlag
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Lesungen mit Live-Publikum

Beim Lesefest "Leipzig liest extra" sind von Donnerstag bis Sonntag rund 100 Veranstaltungen mit Publikum an 32 Orten geplant. Live zu erleben sind unter anderen Christoph Hein, Sebastian Fitzek, Sahra Wagenknecht, Volker Kutscher, Wladimir Kaminer oder Steffen Mensching. Die Veranstalter bitten alle Besucherinnen und Besucher, sich tagesaktuell im Veranstaltungskalender von Leipzig liest extra über die konkreten Bedingungen zu informieren.

Einige der Lesungen werden auf der Buchmesse-Webseite gestreamt, wo darüber hinaus weitere 350 Veranstaltungen als kostenloser Live-Stream oder Aufzeichnung zu sehen sein werden.

ARD-Programm #wirsindbuchmesse

Auch die ARD veranstaltet parallel zum Lesefest ein umfangreiches Programm mit Lesungen, innovativen Literaturformaten und Gesprächsrunden. Unter dem Titel #wirsindbuchmesse sollen Autorinnen und Autoren mit ihren Neuveröffentlichungen trotz der abgesagten Buchmesse eine Bühne erhalten. Zu den insgesamt 50 Gästen zählen Igor Levit, Hengameh Yaghoobifarah, Sophie Passmann, Dmitrij Kapitelman, Mithu Sanyal und Johny Pitts.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 26. Mai 2021 | 08:30 Uhr

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MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei