Auszeichnung Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für Karl-Markus Gauß

Der österreichische Schriftsteller Karl-Markus Gauß erhält den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2022. Wie das Dezernat Kultur und die Geschäftsstelle des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung am Montag mitteilten, wird Gauß für sein Buch "Die unaufhörliche Wanderung: Reportagen" ausgezeichnet. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis soll zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am Abend des 16. März 2022 im Gewandhaus zu Leipzig verliehen werden.

Der Salzburger Essayist und Publizist Karl-Markus Gauss
Karl-Markus Gauß wurde 1954 in Salzburg geboren. Er arbeitet als Essayist, Kritiker und Herausgeber der Zeitschrift "Literatur und Kritik". Bildrechte: dpa

Preisgekröntes Buch über Europäische Minderheiten

In seinem im Oktober 2020 im Paul Zsolnay Verlag Wien erschienenen Buch "Die unaufhörliche Wanderung: Reportagen" schreibt Gauß über die Sitten, Sprachen, Gebräuche, Literaturen und Religionen europäischer Minderheiten: Von den Bewohnern der Zips und der Batschka, über die chaldäischen Christen in der syrisch-orthodoxen Kirche, über die Aromunen, die eine eigenständige Sprache sprechen und im Norden Griechenlands, in Bulgarien, Nordmazedonien und Albanien leben und über die Roma in der Slowakei.

Die Jury des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung begründete ihre Entscheidung so: "Wenn Karl-Markus Gauß an Europa denkt – und wahrscheinlich gibt es keinen Schriftsteller in Europa, der öfter und nachhaltiger über dieses kleine Gebiet westlich des russischen Reiches nachdenkt –, dann denkt er über die Minderheiten nach, die sich immer noch in den Rissen dieses einsturzgefährdeten Gebäudes halten."

Karl-Markus Gauß
In seinem preisgekrönten Buch "Die unaufhörliche Wanderung" erzählt Gauß feinfühlige Geschichten von besonderen Orten und Menschen in Europa. Bildrechte: Zsolnay

Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 jährlich vergeben und zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Ausgezeichnet werden europäische Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die die Reihe von Aleksandar Tišma bis Claudio Magris fortführen. Im letzten Jahr erhielt Johny Pitts den Preis für sein Buch "Afropäisch". Das Preiskuratorium bilden der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. und die Leipziger Messe. Kooperationspartner ist die Bundeszentrale für politische Bildung.

Literatur-Auszeichnungen 2021

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 06. Dezember 2021 | 13:30 Uhr