"Unser kultureller Gemeinwohlbeitrag im Wandel?" Wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk die Kultur in der Pandemie stärken kann

In der Corona-Pandemie ist eine besondere Sehnsucht nach Kultur spürbar. Welche Rolle kann und muss öffentlich-rechtlicher Rundfunk übernehmen, um die Kultur wieder zu stärken? Anlässlich des Lesefestes "Leipzig liest extra" lädt MDR-Intendantin Karola Wille zu einer Diskussionsveranstaltung mit Experten und Expertinnen ein: Im ARD-Forum soll es dabei vor allem um neue Formen des kulturellen Austausches gehen. Zu sehen ist die Veranstaltung per Live-Stream.

In der Corona-Pandemie ist eine besondere Sehnsucht nach Kultur spürbar. Ihre Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft und die kritische und kreative Auseinandersetzung mit Themen der Zeit zeigt sich momentan besonders, da die Bühnen geschlossen sind. Seit der Pandemie stellt sich auch die Frage, welche Rolle der öffentlich-rechtliche Rundfunk noch für die Kultur- und Kreativbranche spielt. Im Rahmen der diesjährigen Sonderausgabe des Lesefestes "Leipzig liest extra" lädt MDR-Intendantin Karola Wille daher zu einer Diskussionveranstaltung mit der Fragestellung "Unser kultureller Gemeinwohlbeitrag im Wandel?" ein.

Per Livestream aus dem ARD-Forum

Alte Handelsbörse in Leipzig
Das große ARD-Forum, das die Buchmesse-Besucherinnen und -Besucher aus der Messehalle 3 kennen, findet in diesem Jahr mitten in Leipzig statt. Vom 27. bis 30. Mai verwandelt sich die Alte Handelsbörse am Naschmarkt in das ARD-Forum. Bildrechte: imago/Westend61

Die Veranstaltung findet am 26. Mai von 14 bis 16 Uhr im ARD-Forum statt und ist per Livestream zu sehen. Es sind verschiedene Gäste aus der Kulturszene, Öffentlichkeit und Politik sowie Programmmachende eingeladen, um über die Bedeutung und Verantwortung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu diskutieren. Anknüpfend an den Leipziger Impuls sollen folgende Fragen diskutiert werden: Welche Rolle kann und muss öffentlich-rechtlicher Rundfunk übernehmen? Sind unsere Angebote Bühne oder aktive Kommunikationsräume für den kulturellen Austausch? Und was überhaupt heißt kulturelle Innovation im digitalen Raum?

Zur Begrüßung sind neben Karola Wille auch WDR-Intendant Tom Buhrow und Dr. Klaus Unterberger als Vertreter des ORF anwesend. Beim ersten Panel mit dem Thema "Kultur in den Regionen als Gemeinwohl-Rückgrat" diskutieren vier Expertinnen und Experten: Professorin Dr. Susanne Keuchel vom Deutschen Kulturrat, Publizist Gerhart Baum, Ralph Burghart von der Stadt Chemnitz als Europäischer Kulturhauptstadt 2025 und MDR-Programmdirektorin Jana Brandt.

Wie kann Kultur gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern?

Prof. Dr. Karola Wille - MDR-Intendantin
MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille Bildrechte: MDR/Kirsten Nijhof

Im zweiten Panel soll es um den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch kulturelle Innovation gehen. Eingeladen sind Katja Marx vom NDR, Dr. Ralf Müller-Schmid von Deutschlandfunk Kultur, Anne Reidt von ZDFkultur sowie Professor Christian Zöllner von Fabmobil. Zum Abschluss spricht Karola Wille mit Dr. Markus Nievelstein von Arte und Valerie Weber vom WDR über den Gemeinwohlbeitrag im Wandel.

Auch wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk seit Beginn der Pandemie viel daran gesetzt hat, Kultur stattfinden zu lassen, befindet sich die Kreativszene in einer existentiellen Situation. Die Diskussionsveranstaltung soll umso mehr neue Formen einer aktiven Teilhabe, Partnerschaften und Kulturnetzwerke beleuchten. Und zwar auf allen Ebenen: in der Region, im Analogen, auf Plattformen und im gemeinsamen - auch internationalem - Austausch.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 27. Mai 2021 | 06:15 Uhr

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Kultur

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MDR Literaturexpertin Katrin Schumacher reist nach Brünn und Prag, um wichtige tschechische Autoren im Vorfeld der Leipziger Buchmesse zu treffen. Bildrechte: MDR/Uwe Mann, honorarfrei