Literatur Preis der Leipziger Buchmesse: Das sind die Nominierten

Die Leipziger Messe hat am Dienstag die Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 bekannt gegeben. Wie in jedem Jahr stehen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung jeweils fünf Namen auf der Shortlist. Der Preis ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Als beste Belletristik nominierte die Jury den Angaben zufolge unter anderen den gebürtigen Dresdner Ingo Schulze für seinen Roman "Die rechtschaffenen Mörder", der die politische Entwicklung eines Dresdner Buchhändlers in den Jahren der DDR bishin in die Nachwendezeit schildert.

Ebenfalls auf der Shortlist steht der aus Gera stammende Autor Lutz Seiler mit "Stern 111". Darin nimmt er Motive seines Romans "Kruso" wieder auf und schildert unter anderem die Ost-Berliner Kneipenszene der Nachwendezeit.

Breites Themenspektrum bei den Sachbüchern

Ingo Schulze, 2014
Nominiert für den Roman "Die rechtschaffenen Mörder" in der Kategorie "Belletristik": Der gebürtige Dresdner Ingo Schulze Bildrechte: Ilong Göll

Zu den Nominierten in der Kategorie Sachbuch zählt die Berliner Historikerin Bettina Hitzer mit ihrem Buch "Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts". Darin untersucht sie die Wechselwirkungen zwischen der Krankheit und den Gefühlen der Menschen, die von ihr betroffen sind. Der Verleger Jan Wenzel hat mit seinem Collage-Bildband "Das Jahr 1990 freilegen" Chancen auf die Auszeichnung. Darin lässt der Autor das Wende-Jahr mit einer Fülle von Fotos, Dokumenten und Texten lebendig werden.

Ebenfalls nominiert ist der Soziologe Armin Nassehi, der sich in "Muster" damit befasst, welche Bezüge es zwischen gesellschaftlichen Mustern und der Digitalisierung gibt. Für die beste Übersetzung darf sich unter anderen Melanie Walz Hoffnungen machen, die George Eliots Klassiker "Middlemarch" neu aus dem Englischen übertragen hat.

Eine starke Auswahl, ziemlich breit angelegt in den Themen in der Kategorie 'Sachbuch' und auch in den literarischen Handschriften in der Belletristik.

Jörg Schieke, MDR KULTUR-Literaturkritiker

Der Preis der Leipziger Buchmesse wird am 12. März vergeben. Die Gewinner wählt eine siebenköpfige Jury unter der Leitung von Jens Bisky aus. Unter den Juroren ist auch MDR KULTUR-Literaturredakteurin Katrin Schumacher. Insgesamt waren mehr als 400 Werke eingereicht worden.

Die Nominierten im Überblick

Kategorie "Belletristik"

Kategorie "Sachbuch/Essayistik"

Kategorie "Übersetzung"

Nominierte live erleben präsentiert von MDR KULTUR, Deutschlandfunk Kultur und der Leipziger Buchmesse am 22. Februar 2020 in der Diskothek Leipzig (Schauspielhaus) sowie am 23. Februar 2020 im Literaturhaus Halle. Der Eintritt ist frei.

Die Preisträger der vergangenen Jahre

Frühere Preisträger der Kategorie "Belletristik"

Esther Kinsky bei der Verleihung des Leipziger Buchmessepreises in der Kategorie Belletristik
2018 Esther Kinsky für "Hain. Geländeroman" Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Esther Kinsky bei der Verleihung des Leipziger Buchmessepreises in der Kategorie Belletristik
2018 Esther Kinsky für "Hain. Geländeroman" Bildrechte: MDR/Stephan Flad
Guntram Vesper
2016 Guntram Vesper mit "Frohburg" Bildrechte: dpa
Jan Wagner - Selbstporträt mit Bienenschwarm
2015 Jan Wagner mit "Regentonnenvariationen. Gedichte" Bildrechte: MDR/Bernd Cramer
Saša Stanišić
2014 Saša Stanišić mit "Vor dem Fest" Bildrechte: IMAGO
David Wagner
2013 David Wagner mit "Leben" Bildrechte: imago/teutopress
Clemens Meyer, 2016
2008 Clemens Meyer mit "Die Nacht, die Lichter" Bildrechte: dpa
Alle (6) Bilder anzeigen
Kategorie "Sachbuch/Essayistik"
Jahr Preisträger Titel
2019 Harald Jähner "Wolfszeit"
2018 Karl Schlögel "Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt"
2017 Barbara Stollberg-Rilinger "Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit"
2016 Jürgen Goldstein "Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt"
2015 Philipp Ther "Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa"
2014 Helmut Lethen "Der Schatten des Fotografen"
2013 Helmut Böttiger "Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb"
2012 Jörg Baberowski "Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt"
2011 Henning Ritter "Notizhefte"
2010 Ulrich Raulff "Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben. Eine abgründige Geschichte"
Kategorie "Übersetzung"
Jahr Preisträger Übersetzter Titel
2019 Eva Ruth Wemme "Verlorener Morgen"
2018 Sabine Stöhr und Juri Durkot "Internat" (von Serhij Zhadam) aus dem Ukrainischen
2017 Eva Lüdi Kong "Ungewisser Verfasser. Die Reise in den Westen" aus dem Chinesischen
2016 Brigitte Döbert "Die Tutoren" (von Bora Ćosić) aus dem Serbischen
2015 Mirjam Pressler "Judas" (von Amos Oz) aus dem Hebräischen
2014 Robin Detje "Europe Central" (von William T. Vollmann) aus dem Amerikanischen
2013 Eva Hesse "Die Cantos" (von Ezra Pound) aus dem Amerikanischen
2012 Christina Viragh "Parallelgeschichten" (von Péter Nádas) aus dem Ungarischen
2011 Barbara Conrad "Krieg und Frieden" (von Lew Tolstoi) aus dem Russischen
2010 Ulrich Blumenbach "Unendlicher Spaß" (von David Foster Wallace) aus dem Amerikanischen

Mehr über die Nominierten

Katrin Schumacher posiert für ein Foto. Im Hintergrund Regale mit Büchern. 6 min
Bildrechte: MDR Kultur/Hagen Wolf

Es ist wieder Buchmessezeit: Am 11. Februar werden die Nominierten im Wettbewerb um den Preis der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben. Vorab spricht Jurymitglied Katrin Schumacher über ihre Arbeit.

MDR KULTUR - Das Radio Mo 10.02.2020 07:10Uhr 06:14 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mehr zur Leipziger Buchmesse 2020

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. Februar 2020 | 12:10 Uhr

Abonnieren