Literatur Ticker: Das war das ARD-Forum bei #wirsindbuchmesse

Die Corona-Pandemie sorgt das zweite Jahr in Folge dafür, dass die Leipziger Buchmesse nicht wie geplant stattfinden konnte. Aber auch 2021 gab es ein umfangreiches Ersatzprogramm. In der Messestadt gab es mit "Leipzig liest extra" ein Lesefest, was dank gesunkener Inzidenzen sogar mit Publikum stattfinden konnte. Und auch das ARD-Forum fand statt und hier trafen sich vier Tage lang Autorinnen und Autoren um über ihre Werke und die Liebe zur Literatur zu sprechen. Alle Gespräche der vier Tage finden Sie hier:

Buchmesse 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

30. Mai, 16:16 Uhr | Türen zu im ARD-Forum 2021

Und damit endet unser Literaturmarathon, unsere viertägige Wanderung durch Belletristik, Lyrik, Sachbücher, Kinderbücher und Hörbücher. Wir blicken zurück auf fast 50 tolle Gespräche, berührende, traurige, ernsthafte, lustige, wilde Gespräche. Es ist schön, dass Sie dabei waren und wir blicken nun schon voraus ins kommende Jahr, in dem wir, Sie und alle anderen Freunde der Literatur uns hoffentlich gesund und real auf dem Leipziger Messegelände begegnen können. Bleiben Sie gesund und haben Sie weiterhin ganz viel Freude beim Lesen!

30. Mai, 15:47 Uhr | Von einer Wandererin, die nicht gern wandert

Rebecca Maria Salentin berichtet jetzt von ihrem Buch "Klub Drushba" und ihrer Wanderung, die sie darin beschreibt. Salentin ist auf dem Wanderweg der Völkerverständigung von Eisenach nach Budapest gewandert. Dabei war sie teilweise allein unterwegs, teilweise wurde sie von Freunden begleitet. Obwohl Salentin Angst vor Spinnen, Hunden und Gewitter hat und auch nicht gern wandert, macht sie sich auf die 2.700 Kilometer lange Strecke.

30. Mai, 15:26 Uhr | Über Ringo und den riesigen Schritt junger Menschen

Von Literatur für Kinder kommen wir nun zu Büchern für und über Jugendliche. Judith Burger, die Autorin von "Ringo, ich und ein komplett ahnungsloser Sommer", erklärt, warum es ihr so wichtig ist, für und über diese Generation zu schreiben. Das sei ein Alter in dem so wahnsinnig viel passiere, sagt Burger, was man selbst in dieser Zeit so wenig verstehe. Alles fühle sich 300 Prozent stärker an und die jungen Menschen würden in dieser Zeit einen riesigen Entwicklungsschritt machen und dabei auch ein bisschen ins Wackeln geraten.

30. Mai, 14:37 Uhr | Wie Kinder einem dreibeinigen Hund ein eigenes Buch verschafften

Mit Literatur für Kinder geht es weiter. Der Autor Martin Muser und die Illustratorin Tine Schulz sind zu Gast und stellen ihr gemeinsames Buch "Nuschki" vor, dass von einem dreibeinigen Hund handelt. Das Buch sei gewissermaßen auf Wunsch seiner jungen Leserinnen und Leser entstanden. So berichtet Muser davon, dass viele Kinder bei Lesungen zu seinem Vorgängerbuch "Kannawoniwasein!", in dem Nuschki eine Rolle hatte, danach immer ganz besonders danach gefragt hätten, wie es mit diesem Hund weitergegangen sei. Das habe ihn angetrieben, dem Hund nun ein eigenes Buch zu widmen.

Martin Muser und Tine Schulz im Gespräch mit Julia Hemmerling (MDR KULTUR): "Nuschki" 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

30. Mai, 13:40 Uhr | Junges Publikum aufgepasst!

Jetzt gibt es Literatur für den Lesenachwuchs: Der Geraer Schriftsteller Hubert Schirneck liest gerade live aus seinem Kinderbuch "Zwillinge im Doppelpass. Ulf und Kathi im Fußballfieber". So viel sei verraten: Der kleine Ulf mag, anders als seine Zwillingsschwester Kathi, weder Fußball, noch seinen eigenen Namen.

Hubert Schirneck im Gespräch (rbbKultur "OHRENBÄR"): "Zwillinge im Doppelpass. Ulf und Kathi im Fußballfieber" 23 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für "Ohrenbär - Hörgeschichten für Kinder" (rbbKultur) liest Hubert Schirneck aus seinem Buch "Zwillinge im Doppelpass. Ulf und Kathi im Fußballfieber".

MDR+ So 30.05.2021 12:00Uhr 22:38 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

30. Mai, 13:18 Uhr | Über den Zauber des weißen Golds

Der nächste Gast ist die Nachfahrin von Heinrich von Brühl, der im 18. Jahrhundert als Premierminister die Geschicke Sachsens mitbestimmte: Christine von Brühl. Ihr berühmter Vorfahr hat 1737 das berühmte Schwanenservice in Auftrag gegeben. Doch genieße Heinrich heute ein eher schlechtes Image, sagt von Brühl. Auch sie verspüre noch immer ein gewisses Schuldbewusstsein. Und dennoch ist der Adel für sie noch heute von Bedeutung. Über all das schreibt die Journalistin in ihrem erzählerischen Sachbuch "Schwäne in Weiß und Gold".

Christine von Brühl im Gespräch mit Maja Fiedler (MDR KULTUR): "Schwäne in Weiß und Gold. Geschichte einer Familie" 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

30. Mai, 12:47 Uhr | Meyers Polizeiruf und das Verhältnis zum Whisky

Das erste Gespräch dreht sich, obwohl ein Schriftsteller auf dem Podium sitzt, vor allem um einen Film. Clemens Meyer hat das Drehbuch zum neuen "Polizeiruf 110" aus Halle geschrieben, und berichtet ausführlich über seine Liebe zum alten, klassischen Fernsehkrimi. Auch berichteter davon, wie er zeitweise beim Schreiben jeden Abend fast eine Flasche Whisky getrunken habe. Dies habe ihn zwar angetrieben und beim Schreiben geholfen, aber inzwischen sei er in einem Alter, in dem er sich neue Strategien ausdenken müsse, ewig könne das so nicht weitergehen.

30. Mai, 11:20 Uhr | Ein Leipziger eröffnet den vierten Tag

Der vierte und damit letzte Tag am ARD-Forum bei #wirsindbuchmesse steht bevor und auch heute freuen wir uns auf spannende, hochkarätige Gäste. Den Anfang macht ein Leipziger. Angereist aus dem liebreizenden Anger-Crottendorf wird Buchpreisträger Clemens Meyer eine Stunde Rede und Antwort stehen. Wir bringen uns in Startposition, tun Sie das auch!

29.Mai, 20:07 Uhr | Der Samstag geht, der Meyer kommt

Die Leipziger Sonne scheint noch ein bisschen und wir schließen das ARD-Forum für heute ab bevor wir morgen in den letzten dieser vier tollen Tage gehen. Erster Gast wird dann der Leipziger Autor, Drehbuchautor und Buchpreisträger Clemens Meyer. Kommen Sie gut durch die Nacht, schön, dass Sie dabei waren und bis morgen!

29.Mai, 19:53 Uhr | Wie wenig offen die Schauspielbranche ist?

Letzter Gast am Samstag im ARD-Forum ist Ulrike Folkerts, die in einem vorab aufgezeichnetem Gespräch ihre Autobiographie "Ich muss raus" vorstellt. Die Schauspielerin und Tatort-Kommissarin. Folkerts erzählt vom Aufwachsen in der nordhessischen Provinz, von einer ungewollten Schwangerschaft und, davon, wie sie ihre Homosexualität entdeckt hat. Auch berichtet sie davon, dass auch die Film- und Schauspielbranchen nicht so offen sind, wie sie immer tun würden. Immer noch gebe es in "Produzentenköpfen" eine gewisse Form der Homophobie.

29.Mai, 19:19 Uhr | Die Methoden der AfD

Am Abend wird es noch einmal politisch im ARD-Forum. Katja Bauer und Maria Fiedler sind im Gespräch, die ihr Buch "Die Methode AfD" vorstellen. So breche die Partei ganz gezielt und regelmäßig Tabus, um die Grenzen des Sagbaren zu verschieben und nutzt dafür auch immer mehr ihre Rolle im Bundestag. Da sich die Partei auch an viele Regeln im Bundestag nicht halte, sei auch das Vertrauen der Abgeordneten und Mitarbeiter im Parlament zerstört worden und habe das Parlament erschüttert. So werde inzwischen nicht mehr wie zuvor üblich in den Fahrstühlen im Bundestag gesprochen, weil man nicht wisse, ob einer der Mitfahrenden möglicherweise ein Mitarbeiter oder Abgeordneter der AfD-Fraktion ist.

29. Mai, 18:54 Uhr | Gedichte für Pop-Ikonen und Battle-Rapper

Nun ist die junge Lyrikerin und Musikkritikerin Juliane Liebert, 1989 in Halle an der Saale geboren, zu Gast die ihren Gedichtband "lieder an das große nichts" vorstellt. Liebert verarbeitet darin Erfahrungen ihrer journalistische Arbeit zu Poesie. So schrieb sie Gedichte über Nico (Velvet Underground) oder Marianne Faithful. Beste Zeile "Einer muss doch auch die Battle-Rapper trösten".

Juliane Liebert 22 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 18:29 Uhr | Was wird von Corona bleiben?

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass sowohl im vergangenen als auch in diesem Jahr keine Buchmesse in Leipzig stattfinden konnte - und ist nun Thema im ARD-Forum. Katja Gloger und Georg Mascolo sind im Gespräch und berichten von ihren Recherchen zu dem Buch "Ausbruch. Innenansichten einer Pandemie". Unter anderem sind sie auch der Frage nachgegangen, woher der große Zuspruch in Deutschland für die Querdenken-Bewegung und der große Widerspruch zu den Entscheidungen der Regierung kam. Laut Gloger habe das daran gelegen, dass ohnehin bereits eine große Spaltung vorgeherrscht habe und dass dann in dieser Extremsituation sich viele Menschen nicht gehört, mitgenommen und verstanden gefühlt haben.

Cécile Schortmann, Georg Mascolo und Katja Gloger 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 17:46 Uhr | Chemnitz und seine Rolle im sächsischen Städte-Dreiklang

Jetzt kommt Chemnitz ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Patricia Holland Moritz ist mit ihrem Roman "Kaßbergen" zu Gast und berichtet von der Selbstwahrnehmung der Menschen die aus Chemnitz, bzw. Karl-Marx-Stadt stammen im Vergleich mit den anderen sächsischen Städten. In ihrer Kindheit sei es immer ein Höhepunkt gewesen, wenn man einen Ausflug nach Dresden oder Leipzig machte, die sächsische Industriestadt sei immer etwas klein gemacht worden im Vergleich zu den anderen Städten. Umso wichtiger sei Holland Moritz ihr Roman, den sie als Hommage an eine unterschätzte Stadt begreift.

Patricia Holland Moritz 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 17:20 Uhr | Warum "Lifestyle-Linke" den Rechten in die Karten spielen

Die Politikerin Sahra Wagenknecht berichtet davon, wie auch die sogenannten Lifestyle-Linken dazu beitragen, die Gesellschaft spalten. Viele aktuelle Debatten würden, so Wagenknecht, nur noch wertschätzen, was sich von der Mehrheitsgesellschaft absetze und somit Menschen eher auseinanderführen, als zusammenführen. So sei auch ein Teil der Antirassismusdebatte spaltend. Da diese Diskurse auch sehr ausschließend geführt würden, würden diese linksliberalen Themen im Endeffekt Rechtspopulisten in die Hände spielen. Ihr aktuelles Buch heißt "Die Selbstgerechten".

Sahra Wagenknecht 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 16:57 Uhr | Sharon Dodua Otoo über die vielen Adas in ihrem Debütroman

Im Gespräch mit Autorin Sharon Dodua Otoo erzählt die Bachmannpreis-Gewinnerin (2016) über den Schreibprozess zu ihrem lang erwarteten Debütroman "Adas Raum". Darin spielen mehrere Protagonistinnen namens Ada eine Rolle, die in verschiedenen Jahrhunderten leben. Der Roman geht der Frage nach, was es bedeutet eine (schwarze) Frau zu sein. Otoo lasse in ihrem Text auch eigene Erfahrungen als schwarze Frau und aus der schwarzen Community einfließen. Zum Beispiel erlebt eine Ada, die im Jahr 2019 in Berlin lebt, Rassismus bei der Wohnungssuche. Was Otoo in ihrer Arbeit und dem Schreiben auch wichtig sei, ist der Gedanke: "Wir sind nicht Schwarz und Weiß, wir sind nicht Männer und Frauen, wir werden dazu gemacht."

Sharon Dodua Otoo 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 16:24 Uhr | Thomas Kunst und die Bedeutsamkeit von Schwänen

Wie viel Autobiografie steckt in der Romanfigur von Thomas Kunst neuem Romanhelden Bengt Claasen? Das verrät der Leipziger Autor im Gespräch. Er erzählt, dass der Text "Zandschower Klinken" autobiografische Anteile hat, etwa, da seine Eltern beide an Demenz erkrankt waren. Außerdem erläutert er die für ihn persönliche Bedeutung von Schwänen, denn ein Schwan, der ziert auch das Buchcover. Im Roman landet der Protagonist Claasen im norddeutschten Nest Zandschow, mit dabei: sein Auto mit seinem gesamten Hab und Gut. Was er dort antrifft? Eine Gruppe verrückter Menschen und: das Paradies.

Thomas Kunst 23 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 15:52 Uhr | Hengameh Yaghoobifarah äußert schmerzhafte Erfahrungen

Hengameh Yaghoobifarah ist nun im Gespräch und berichtet über ihr Buch "Ministerium der Träume". Der Roman spielt in den 90er-Jahren und spiegelt die schwierige Situation von migrantischen Personen in dieser Zeit. Leider, so Yaghoobifarah, sei das war ein Rückblick in eine Zeit vor knapp 30 Jahren, habe sich an der Situation bis heute für Menschen mit migrantischen Wurzeln nicht wirklich etwas verbessert.

Hengameh Yaghoobifarah 23 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 15:17 Uhr | Stefan Schwarz und die Männer ab 45

Der Leipziger Autor Stefan Schwarz, der sein Buch "Da stimmt was nicht" vorstellt, berichtet unter anderem davon, wie schwierig das Leben für Männer ab 45 wird. Die Familie ist versorgt, die Kinder verlassen das Haus und viele würden dann entweder in einer Übersprungshandlung einfach eine neue Familie gründen, oder sich ein extremes Hobby suchen. Dieser Druck, der in der Zeit auf Männer in diesem Alter herrsche, sei völlig unterschätzt, so Schwarz.

Stefan Schwarz 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 14:45 | Wie Dan Diner den Zweiten Weltkrieg aus neuer Perspektive beleuchtet

Den Preis der Leipziger Buchmesse hat Dan Diner für sein Sachbuch "Ein anderer Krieg. Das jüdische Palästina und der Zweite Weltkrieg 1935-1942" leider nicht gewinnen können. Im ARD-Forum berichtet der deutsch-israelische Historiker, warum er die Geschichte des Zweiten Weltkriegs neu interpretieren will. Ihn bewegt die Frage: Wie kam es, dass die Juden Europas vernichtet wurden und die Juden Palästinas überlebten? Auch Zufälle spielten dabei eine Rolle, sagt Diner.

Dan Diner 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 14:21 | Jovana Reisinger will mit "Spitzenreiterinnen" weibliche Stereotype ankratzen

Jovana Reisinger ist nicht nur Autorin, sondern auch Filmemacherin. Grundlage all ihrer Arbeiten sei immer der Text, sagt Reisinger. In ihrem zweiten Roman "Spitzenreiterinnen" spielen Frauen die Hauptrollen. Zwischen den Figuren herrscht Neid und Konkurrenz, aber es gibt auch aufrichtige Freundschaften. Die Parallelität von all den verschiedenen Frauentypen sei ihr wichtig. Es gehe nicht nur darum zu sagen: "Alle Frauen sind super". Mit ihrem Buch will Reisinger den langweiligen Mainstream feministisch machen - warum auch nicht?

29. Mai, 13:42 | Christoph Hein und die Buchmesse ohne Buch

Die Leipziger Buchmesse kann dieses Jahr nicht stattfinden und auf dem Podium sitzt nun einer, der schon sehr viele Buchmessen mit vielen Abenteuern erlebt und besucht hat: Christoph Hein. Er stellt seinen aktuellen Roman "Guldenberg" vor und berichtet von seinem ersten Auftritt auf der Leipziger Buchmesse. Damals sei er mit seinem Roman "Horns Ende" unterwegs gewesen, der gedruckt war, aber in der DDR nicht ausgeliefert werden durfte und so musste Hein damals auf der Buchmesse notgedrungen einen älteren Text lesen.

29. Mai, 13:28 Uhr | Peter Richter und die Strandlektüre, die keine sein soll.

Auch der nächste Gast ist in Dresden geboren. Peter Richter, der vor einigen Jahren mit "89/90" einen Bestseller vorgelegt hat, stellt seinen neuen Roman "August" vor, in dem eine Gruppe deutscher Touristen in den Hamptons auf Long Island einen vermeintlich entspannten Urlaub machen wollen. Das Besondere an dem Buch ist, dass es eigentlich als "perfekte Strandlektüre" sein soll und gleichzeitig eine Tiefe erreichen soll, die alles andere als strandlektürisch sein soll. Laut dem Interviewer Markus Brock sei das perfekt gelungen.

Peter Richter 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 12:54 Uhr | Warum Ingo Schulze Johannes Grützke ein Denkmal gesetzt hat

Der in Dresden geborene Autor Ingo Schulze stellt jetzt seinen Erzählband "Tasso im Irrenhaus". In einer der Erzählungen geht es um den sterbenden Maler Johannes Grützke. Auf die Frage, warum er ihn zum Thema gemacht hat sagt Schulze: "Nicht jeder kennt Grützke, aber jeder der einmal ein Bild von ihm gesehen hat, vergisst das nicht mehr."

29. Mai, 12:12 Uhr | Kritiker Scheck verteilt viel Lob

Denis Scheck ist ein harter Kritiker, aber auch ein Kritiker, der die Literatur liebt. Heute hat er einen ganzen Stapel Bücher mitgebracht, die er leidenschaftlich, wie gewohnt, empfiehlt. So bekommen Benedict Wells, Sharon Dodua Otoo, Helga Schubert, Michael Maar, Mithu Sanyal, Dana Grigorcea, Ralf König und viele anderen die Ehre der Scheckchen Würdigung. Am liebsten würde man alle seine Empfehlungen gleich in die Hand nehmen.

Denis Scheck 22 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

29. Mai, 11:46 Uhr | Tag drei steht in den Startlöchern

Guten Tag! Wir hoffen, Sie sind gut in den Samstag gekommen und freuen sich mindestens genauso wie wir auf den dritten Tag. In wenigen Minuten wird Literaturkritiker Denis Scheck die Bühne entern und mit seinem "Best of Druckfrisch" Bücher in den Himmel loben - oder zerreißen. Man darf gespannt sein. Wir sind es, Sie hoffentlich auch. Viel Spaß.

Zeitplan - wer ist wann auf dem Podium?

#wirsindbuchmesse Wer & Wann: Alle Gespräche im ARD-Forum

Wer & Wann: Alle Gespräche im ARD-Forum

Vom 27. bis zum 30. Mai wird es trotz der Buchmesseabsage sehr literarisch in Leipzig. Mehr als 50 Gespräche sind im ARD-Forum geplant, welche Autorinnen und Autoren wann zu Gast sind, erfahren Sie hier.

28. Mai, 20:04 Uhr | Licht aus, Sonne an!

Und damit endet dieser zweite, schöne und vor allem spannende Tag am ARD-Forum, wir freuen uns dass Sie, auf welcher Plattform auch immer dabei gewesen sind und gehen jetzt noch ein paar Schritte in die letzten Strahlen der Leipziger Sonne. Morgen, am Samstag geht es wieder um 12 Uhr los. Das Forum eröffnen wird dann kein Geringerer als Denis Scheck. Der Literaturkritiker wird mit seinem "Best of Druckfrisch" einen seiner gefürchteten Streifzüge durch die Höhen und Tiefen der Literatur unternehmen. Wir freuen uns drauf – und auf Sie. Bis morgen!

28. Mai, 19:46 Uhr | Thomas de Maizière und die Frage, warum Politiker Fehler so selten zugeben

Zum Abschluss des zweiten Tages wird es noch einmal politisch. Der frühere Bundesminister Thomas de Maizière ist im Gespräch und stellt sein Buch "Die Kunst guten Führens. Macht in Wirtschaft und Politik" vor. Unter anderem erklärt de Maizière, warum in der Politik so selten Fehler zugegeben werden. So würde, so der Politiker, eine Regierung sehr selten gelobt. Die Opposition kritisiere sie permanent, die Medien kritisiere sie permanent, in so einem Klima auch noch selbst Fehler zuzugeben sei deutlich schwieriger und folgenreicher als in anderen Bereichen. Daher sei auch das Eingeständnis von Kanzlerin Angela Merkel, dass die Osterruhe 2021 ein Fehler gewesen sei, ein historisch seltenes Eingeständnis, so de Maizière.

Thomas de Maizière 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ulrich Timm (tagesschau24) spricht mit Thomas de Maizière über das Buch "Die Kunst guten Führens. Macht in Wirtschaft und Politik".

MDR+ Fr 28.05.2021 12:00Uhr 25:11 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

28. Mai, 19:01 | Ein quietschendes Bett wird Lyrik – Holzgedichte

Lakonisch und doch bildgewaltig mit Pathos: Martina Hefters Lyrik kann beides! In ihrem Buch "In die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen" hat die Autorin den Werkstoff Holz als lyrisches Material gewählt und ihre Texte dem nachwachsenden Rohstoff gewidmet. Ein altes kaputtes Bett gab die Inspiration: Texte über Hopfentee, Toom-Baumarkt, einen abgesägten Finger, Holzarbeiterinnen und trockenes Knäckebrot, das Foodporn ist.

Martina Hefter 26 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

28. Mai, 18:35 | Ärmel hoch – es geht den Impfmythen an den Kragen!

Cornelia Betsch, Professorin für Psychologie an der Universität Erfurt, stellt ihr Buch "Fakten-Check Impfen. Pro und Contra auf den Grund gegangen" vor. Warum wurde Dyptherie früher "Würgeengel der Kinder" genannt? Und wie geht man am besten mit verhärteten Fronten in der Impf-Diskussion um? Das Buch informiert wissenschaftlich unterlegt umfassend über die Thematik und entzaubert allerlei Impfmythen – zum Lesen und Nachschlagen.

28. Mai, 18:22 Uhr | Was wissen Hunde? – Sie können delegieren!

"Was Hunde wissen" heißt das Buch, dass Juliane Bräuer veröffentlicht hat und in dem sie die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu und mit Hunden zusammenfasst. Auch zur Verbindung zwischen Hund und Wolf hat sie geforscht. So sei der Hund durch seine Domestikation deutlich sozialer. Unter anderem sei untersucht worden, wie Hund und Wölfe an Futter kommen, dass in einer Box versteckt ist. Während die Wölfe dabei mit allem, was sie haben die Box zu zerstören, schauen Hunde in solchen Fällen gern ihre Menschen an, und bitten sie auf diese Weise um Hilfe.

Juliane Bräuer 26 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

28. Mai, 17:35 Uhr | Warum die Kanada-Flagge falsch ist

Der nächste Gast auf den Podium ist Benjamin Fredrich, Gründer des Greifswalder Katapult-Verlages. In dem Verlag, der auch eine Schule gekauft hat, einen Wald pflanzt, eine Lokalzeitung schreibt ist auch "Spaß mit Flaggen" erschienen. Fredrich erzählt unter anderem, wie die kanadische Flagge entstanden ist. Das Ahornblatt aus dem Entwurf habe elf Zacken gehabt und sei angenommen worden. Später sei den Kanadierinnen und Kanadiern bewusst geworden, dass es ein Ahornblatt mit elf Zacken in der Natur überhaupt nicht vorkomme. Nach einiger Überlegung habe man sich dann aber dafür entschieden, dass das egal sei und ist bei den elf Zacken geblieben.

28. Mai, 17:24 Uhr | Was jeder gegen die "Triple Krise" tun kann

Es bleibt ernst im ARD-Forum. Umweltwissenschaftler Josef Settele spricht jetzt über sein Buch "Die Triple Krise. Artensterben, Klimawandel, Pandemie – warum wir dringend handeln müssen." Settele macht deutlich, dass auch er nicht die Lösung, den Stein der Weisen, gefunden habe und stattdessen es viele Lokale Lösungen brauche. So könne und solle zunächst jeder bei sich selbst im Kleinen anfangen, in dem er sich beispielsweise bewusst macht, ob der Anteil, den er für Lebensmittel ausgibt angemessen ist, oder ob er mehr investieren kann. Allein das bewusstere, und oft teurere, Einkaufen von Lebensmitteln würde schon viel bewegen.

28. Mai, 16:55 Uhr | Preise der Leipziger Buchmesse gehen an Hanika, Behrend und Tanko

Wir bleiben weiter im ARD-Forum am Ball, heben aber kurz den Blick. Denn, auch wenn die Leipziger Buchmesse nicht stattfinden kann, ist der Preis der Leipziger Buchmesse gerade vergeben worden. Freuen dürfen sich drei Frauen. In der Kategorie Belletristik wurde Iris Hanika ausgezeichnet, das beste Sachbuch hat Kerstin Behrend geschrieben und für die beste Übersetzung wurde die Leipzigerin Timea Tankó ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

28. Mai, 16:39 Uhr | Dreilinden, Garbsen-Nord und Co. - Von der Liebe zu den Raststätten

Florian Werner 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die literarische Reise geht weiter und macht sinnbildlich erstmal eine Pause. Besser gesagt eine Rast. Denn Florian Werner, der gerade auf dem Podium sitzt, hat für "Die Raststätte. Eine Liebeserklärung" mehrere Tage an verschiedenen Raststätten gelebt und berichtet von den Begegnungen die er dort hatte. Zum Beispiel von osteuropäischen Lkw-Fahrern, die für 50 Euro schwarz von Moskau nach Rotterdam fahren und sich weder die Preise im Raststättenrestaurant noch die Dusche unterwegs leisten können.

28. Mai, 16:07 Uhr | Björn Stephan und die Plattenbausiedlungen im Jahr 1994

Jetzt ist der in Schwerin geborene Journalist und Autor Björn Stephan im Gespräch, der mit "Nur vom Weltraum aus ist die Erde blau" seinen ersten Roman vorstellt. Die Geschichte spielt in einer Plattenbausiedlung fiktiven ostdeutschen Ort im Jahr 1994. Stephan erzählt, dass es ihm ein Anliegen war, auch im Fiktiven zu zeigen, das in so einer zunächst tristen Umgebung vielschichtige und sensible Menschen leben. Auch der Titel ist dabei sinnbildlich fü den Blick vieler auf etwas, was sie nicht kennen, der oft von falschen Bildern geprägt ist. "Nur vom Westen aus, ist der Osten grau", sagt Stephan.

28. Mai, 15:26 Uhr | Aus dem Petersburger Museum ins Leipziger Gedicht

Die Leipziger Lyrikerin Anja Kampmann berichtet im Gespräch mit Tino Dallmann (MDR KULTUR) davon, wie sie von einem Museumsbesuch als Kind in St. Petersburg so beeindruckt war, dass das dort gesehene Wollhaarmammut viele Jahre später nun in einem ihrer Gedichte eine Rolle fand.

Anja Kampmann 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

28. Mai, 14:51 Uhr | Von Rassismus, Kapitalismus, Hass und Mitgefühl

Die französische Autorin Emilia Roig spricht darüber, wie unterschiedlich rassistische Erfahrungen und Verhaltensweisen in Deutschland und Frankreich sich darstellen. Außerdem betont sie, die Verbindungen zwischen Kapitalismus und Rassismus. Roig sagt, der Kapitalismus ernähre sich von Rassismus und Sexismus. Gleichzeitig äußert Roig Mitgefühl mit Menschen, die so denken. Roig sagt, es muss furchtbar sein, so viel Hass in sich zu haben und zu fühlen.

Emilia Roig 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

28. Mai, 14:23 Uhr | Wie wird unter Pandemie-Bedingungen ein Hörspiel produziert?

Inzwischen hat zum ersten mal beim diesjährigen ARD-Forum das Hörbuch die Bühne eingenommen. Hörspielautor Heinz Sommer ist zu Gast und berichtet von der Produktion des Hörspiels "Der zweite Schlaf" nach dem Roman von Robert Harris. Sommer berichtet unter anderem von den Bedingungen eine Hörspielproduktion unter Corona-Bedingungen. So hätten die Akteurinnen und Akteure bei weitem nicht so wie gewohnt miteinander agieren können, wie sie das sonst gewohnt sind. Dennoch sei dies allen auf besondere Art und Weise gelungen.

Heinz Sommer 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

28. Mai, 13:46 Uhr | Anna Brüggemann und das schlechte Gewissen


Die Schauspielerin und Regisseurin Anna Brüggemann hat mit "Trennungsroman" einen Erstling vorgelegt, der eine Liebesgeschichte von ihrem Ende her betrachtet. Dass das Paar welches sie beschreibt, sich trennen wird, steht von Beginn des Romans fest, der Weg dahin, die letzten Tage auf dem Weg dahin, sind der Kern ihrer Geschichte. Die zentrale Frage, die sich Brüggemann stellt und nach dem sie mit dem Buch auf der Suche ist, ist: Woher kommt es eigentlich, dass man in Beziehungen immer ein schlechtes Gewissen hat?

Anna Brüggemann 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

28. Mai, 13:15 Uhr | Simone Buchholz und ihr Trick mit den Geschlechterklischees

Krimiautorin Simone Buchholz ist mit ihrem neuen Roman "River Clyde" zu Gast und verrät einen einfachen Trick, wie sie mit alten, ungeliebten Geschlechterklischees umgeht. Sie dreht die Rollen einfach um und schreibt männlichen Figuren in ihren Romanen Klischees zu, die seit Jahrtausenden ungerechterweise Frauen zugeordnet werden und umgekehrt. In dieser Zuspitzung werde erst deutlich, so Buchholz, wie albern viele dieser Zuschreibungen seien.

Simone Buchholz 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

28. Mai, 12:26 Uhr | Warum muss über Identitäten gesprochen werden, Mithu Sanyal?

Es geht los! Als erstes ist die Autorin und Journalistin Mithu Sanyal im Gespräch, die ihr Romandebüt "Identitti" vorstellt. Darin beschäftigt sich die in Düsseldorf geborene Tochter einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters mit Rassismus, Migration und sexueller Identität. Zentrales Thema des Gesprächs ist das Thema Identität. Laut Sanyal sei das so wichtig, weil die Identitäten, wenn sie nicht thematisiert werden, immer nur Mainstream-Identitäten meinen und erst das viele Sprechen und Thematisieren der diversen Identitäten deutlich macht, wie vielfältig wir alle sind.

28. Mai, 11:41 Uhr | Bereit für den zweiten Tag

Alle Mitarbeitenden des ARD-Forums haben sich vom ersten Tag gut erholt und sind bereit in Tag 2 zu starten und wir hoffen, Sie sind das auch. Als erstes wird in wenigen Minuten Jagoda Marinić vom Podcast "Freiheit Deluxe" mit Mithu Sanyal sprechen. Wir freuen uns drauf und halten Sie hier auch heute wieder durchgehend auf dem Laufenden. Viel Spaß!

27. Mai, 20:02 Uhr | Am ARD-Forum endet Tag 1

"Lampenfieber weg, der Puls geht ganz normal" - wusste schon eine große TV-Moderatorin am Ende großer Tage zu singen. So ähnlich ist jetzt die Stimmung am ARD-Forum, der erste Tag ist Geschichte und war ereignisreich und schön. Wir hoffen, auch Sie haben viel Schönes, Spannendes und Bereicherndes in den Gesprächen und Lesungen entdecken können oder tun das noch, indem sie sich die Videos mit ihren Lieblingsautorinnen und -Autoren jetzt zum Abend noch anschauen. Oder sie schauen, bevor sie in ihr aktuelles Lieblingsbuch schauen einer unserer drei Dokumentationen "Können Bücher einen Mord begehen?", "Können Bücher die Welt retten?" oder "Können Bücher Heimat sein?" in der ARD-Mediathek. Die Filme und alle Gespräche des heutigen Tages finden Sie unter diesem Link:

Morgen, am Freitag, geht es um 12 Uhr weiter. Erster Gast wird dann Mithu Sanyal sein.

27. Mai, 19:44 Uhr | Pianist Levit berichtet berührend von Corona-Einschnitten

Die letzten Gäste am ersten Tag sind Igor Levit und Florian Zinnecker. Sie sind nicht live im ARD-Forum, das Gespräch mit dem Autoren und dem Pianisten wurde aus organisatorischen Gründen bereits am 11. Mai aufgezeichnet. Pianist Levit berichtet eindrucksvoll und emotional von seiner Corona-Erfahrung, davon wie er kurz vor dem ersten Lockdown noch ein letztes großes Konzert spielen konnte und bereits spürte, dass da etwas Langfristiges auf uns alle zukommt. Auch die Zeit nach dem Lockdown war prägend für Levit. Durch die "Hauskonzerte", die er kurzfristig auf die Beine stellte, hätten sich völlig neue Verbindungen zwischen Menschen ergeben.

Igor Levit 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

27. Mai, 19:25 Uhr | Sophie Passmann spottet in neuem Buch über linksliberales Bürgertum

Sophie Passmann, eine der bedeutendsten Feministinnen des Landes, hat jetzt die Bühne in der Alten Handelsbörse betreten und liest eine Passage aus ihrem neuen Buch "Komplett Gänsehaut". Mal wieder bringt sie damit, wie schon in ihrem Erstlingswerk "Alte weiße Männer", den Feminismus Menschen näher, die mit der Bewegung eigentlich gar nichts anfangen können oder wollen. In "Komplett Gänsehaut" und auf der Bühne spottet sie außerdem über den Zeitgeist des linksliberalen Bürgertums, spießige Wohnzimmer-Szenarien und über das Klischee der Individualität.

Die Autorin Sophie Passmann sitzt in der alten Börse in Leipzig, im Hintergrund ein Buchcover 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Peter Hartlapp (WDR 3 Gutenbergs Welt) spricht mit Sophie Passmann über ihr neues Buch "Komplett Gänsehaut". Darin spottet die berühmte Feministin u.a. über das linksliberale Bürgertum.

MDR KULTUR - Das Radio Do 27.05.2021 12:00Uhr 25:09 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

27. Mai, 18:50 Uhr | Augustusburger Bürgermeister Dirk Neubauer beklagt Zustand der Demokratie

"Die Demokratie stirbt" – so lautet der erste Satz des neuen Buches vom Augustusburger Bürgermeister Dirk Neubauer mit dem Titel "Rettet die Demokratie! Eine überfällige Streitschrift". Sowohl als Autor als auch als Politiker, kritisiert Neubauer, dass der Idealzustand aktuell "der Stillstand" sei. Diese Stagnation wird für ihn in Sachsen besonders sichtbar, wo, laut Neubauer, oft versucht werde, Veränderung durch Verweigerung zu erreichen. Dem will er mit den zahlreichen Forderungen seines Buches entgegenwirken. Die eigene Glaubwürdigkeit stehe für ihn dabei stets im Vordergrund, sagt er.

Der Autor Dirk Neubauer sitzt in der alten Börse in Leipzig, im Hintergrund ein Buchcover 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

27. Mai, 18:23 Uhr | Einblicke in das Seelenleben junger Französinnen

Die französische Autorin Marion Messina spricht jetzt über die Lage junger Menschen in Frankreich, vor allem in Paris. Diese Generation sei von so vielen Entwicklungen enttäuscht und sei inzwischen der Politik überdrüssig geworden, so dass sie kaum zur Wahl im kommenden Jahr gehen werde. Zwar werde Emmanuel Macron schlussendlich dennoch die kommende Präsidentschaftswahl gewinnen, dennoch sei die Situation verfahren. Messinas Roman "Fehlstart" ist auch in Deutschland erschienen.

Die Autorin Marion Messina sitzt in der alten Börse in Leipzig, im Hintergrund ein Buchcover 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

27. Mai, 17:44 Uhr | Journalistin Amiri und die bittere Erkenntnis der Aufmerksamkeitsdynamik

Die deutsch-iranische Journalistin Natalie Amiri, die ihr Buch "Zwischen den Welten. Macht und Ohnmacht im Iran." im ARD-Forum vorstellt, berichtet unter anderem davon, wie es sie frustriert hat, dass der Tod von Michael Jackson 2009 die Aufmerksamkeit für die Freiheitsbemühungen im Iran völlig hat verschwinden lassen. "Plötzlich wollte niemand mehr unsere Berichte sehen", sagt die frühere Korrespondentin, obwohl im Iran Millionen auf den Straßen waren und um ihre persönliche Freiheit gekämpft haben.

Die Autorin Natalie Amiri sitzt in der alten Börse in Leipzig, im Hintergrund ein Buchcover 24 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

27. Mai, 17:18 Uhr | Lena Gorelik oder Wie die "Liebe" auf dem Weg ins Deutsche verschwindet

Die in der Sowjetunion geborene Autorin und Journalistin Lena Gorelik erklärt, wie sie, wenn sie auf deutsch schreibt, sich um das Wort "Liebe" drückt. Im Russischen liebe man alles, so Gorelik, Menschen, Freunde, Gegenstände, Momente, für alles benutze man das Wort Liebe. In der deutschen Sprache sei man sehr sparsam damit. So habe sie beim Schreiben zunächst sehr oft das Wort "Liebe" benutzt und es in der Überarbeitung dann gelöscht. Gorelik stellt ihr Buch "Wer wir sind" vor.

Die Autorin Lena Gorelik sitzt in der alten Börse in Leipzig, im Hintergrund ein Buchcover 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

27. Mai, 16:44 Uhr | Warum schreibt ein Autor, Jahrgang '84, über die Stasi?

Jetzt sitzt unter anderem Matthias Jügler auf dem Podium. Der Autor von "Die Verlassenen" erklärt, warum er, 1984 geboren, sich mit literarisch mit den Folgen der Stasi auseinandersetzt. Jügler sagt, die Stasi gibt es nicht mehr, aber die Menschen gibt es noch, sowohl Menschen die auf Täter- bzw. IM-Seite gestanden hatten, wie auch viele Menschen, die Opfer gewesen sind und immer noch seien. Diese würden immer noch unter den Folgen der systematischen Bespitzelung in der DDR leiden und deshalb sei es ihm wichtig, auch für eine Generation von Menschen, die die DDR nicht mehr wirklich oder gar nicht mehr miterlebt hat, das Geschehene und seine aktuelle Präsenz greifbar zu machen.

27. Mai, 15:09 Uhr | Der Gentleman-Traveller Eckhard Nickel

Grenzenlos geht es auch mit dem nächsten Gast weiter. Eckhard Nickel ist nach Leipzig gereist um über sein Buch "Von unterwegs" zu sprechen, und darin geht es um das Reisen im Großen und Ganzen. Nickel stellt fest, nur beim Reisen lernt man sich selbst richtig kennen. Nur die komplette Verunsicherung, die eine völlig fremde Umgebung und fremde Landschaft in uns auslöst, gibt uns die Möglichkeit genau zu erfahren wer wir eigentlich sind, so Nickel.

Der Autor Eckhart Nickel sitzt in der alten Börse in Leipzig, im Hintergrund ein Buchcover 48 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

27. Mai, 14:17 Uhr | Über die Grenzenlosigkeit des Schachs

Der Schachspieler und Autor Gerhard Richter ("Eine eigene Welt auf 64 Feldern") berichtet davon, wie grenzüberschreibend das Schachspiel sein kann und erzählt, wie in der DDR Schachspieler sich nur durch das Fernschach mit der Weltspitze messen konnten und es so zu der skurrilen Begebenheit kam, dass das Land lange nach seinem Ende noch in einem internationalem Wettbewerb vertreten war. Fernschachpartien wurden damas Zug um Zug per Postkarte ausgetragen und dauerten dementsprechend lange. So dauerte die Fernschach-Olympiade, die 1987 begann bis 1995. Das DDR-Team gewann die Bronzemedaille.

27. Mai, 12:52 Uhr | Elisa Diallo findet Identitätsdebatten befreiend

Die Autorin Elisa Diallo fühlte sich als Europäerin, als sie 2017 in Deutschland eingebürgert wurde. Ihren französischen Pass behielt sie dennoch. In ihrem Buch "Französisch Verlernen. Mein Weg nach Deutschland" beschreibt sie ihre Erfahrungen und Gedanken über die eigene Identität und die Angst, als Schwarze nicht dazuzugehören. "Die Identitätsdebatten, die wir jetzt führen, sind neu und für mich eine große Befreiung", sagt Diallo. Erfahrungen von Rassimus wurden früher nicht gehört, findet sie.

Die Autorin Elisa Diallo sitzt in einem Studio, im Hintergrund ein Buchcover 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

27. Mai, 12:26 Uhr | Regula Venske erinnert sich an ihre Kindheit auf der Nordseeinsel Langeoog

Die Schriftstellerin und Präsidentin des PEN-Zentrums Deutschland, Regula Venske hat ein Buch über die Nordsee-Insel Langeoog geschrieben, denn sie sei "eine Frau, die in der Hängematte am Südseestrand von der Nordsee träumt", wie sie selbst sagt. Während ihrer Recherche musste sie feststellen, dass Langeoog mitnichten nur das Kinderparadies war, das Venske kannte, sondern zu Hitlers Zeiten die "Führerinsel" war. "Das hat sie mir ein bisschen verleidet", gibt Venske zu, die mit dem Buch auch eine "starke Erinnerungsarbeit" machte. Interessant bei ihren Erinnerungen war, dass sie einiges ganz anders erinnert als ihre Geschwister. Zudem mahnte die Präsidentin des PEN-Zentrums zu der Einhaltung der Menschenrechte, vor allem in Ländern in Belarus, der Türkei oder anderen Orten der Welt, wo Autoren oder Journalisten im Gefängnis landen können.

27. Mai, 12:54 Uhr | Dmitrij Kapitelman und der "richtige Pass"

Auch im Gespräch mit dem zweiten Gast geht es um die Rolle von Nationalitäten und die Vorteile des "richtigen" Passes. Der aus der Ukraine stammende und in Leipzig lebende Dmitrij Kapitelman, der in diesem Jahr seinen Roman "Eine Formalie in Kiew" veröffentlicht hat, berichtet von den Hürden seiner Einbürgerung, um die er sich nachdem er bereits seit 25 Jahren in Deutschland lebte, bemüht hatte und erzählt mit einem Augenzwinkern davon, mit welcher Gleichgültigkeit und Selbstironie viele Ukrainer auf die Realitäten in ihrem Land schauen.

Der Autor Dimitrij Kapitelman sitzt in einem Studio, im Hintergrund ein Buchcover 25 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

27. Mai, 12:20 Uhr | Anselm Oelze berichtet aus dem Flüchtlingslager Kara Tepe

Es geht los: Der erste Gast sitzt auf dem Podium. Der Leipziger Schriftsteller und Philosoph Anselm Oelze berichtet von den dramatischen Recherchen für seinen Essay "Die Grenzen des Glücks" in dem er von seinem Besuch des Flüchtlingslagers Kara Tepe berichtet. Unter anderem erzählt er davon, wie er in dem Lager mit zwei Männern aus Gambia ins Gespräch kommt und erfährt, dass sie beabsichtigen, nach Berlin weiterzureisen, weil sie dort Familienangehörige haben. In diesem Moment sei Oelze der Unterschied zwischen sich und den beiden Männern auf brutale Art bewusst geworden. Er, Oelze, könne in wenigen Tagen einfach in ein Flugzeug steigen und nach Berlin zurückfliegen, diese beiden Männer jedoch nicht und der simple Grund dafür sei, dass er im Gegensatz zu den beiden Gambiern in Deutschland geboren sei und damit Möglichkeiten habe, für die er nichts getan habe, die vielen Menschen auf der Welt verwehrt bleiben.

27. Mai, 11:21 Uhr | Etwas Poesie zum Aufwärmen?

Nur noch wenige Minuten, bis das ARD-Forum in der Alten Handelsbörse eröffnet wird und unser Livestream beginnt. Wer sich bis dahin die Zeit noch ein wenig kurz machen will, dem empfehlen wir unsere Poesie-Clips. Illustrator Daniel Stieglitz und Sprecherin Katrin Schumacher haben sich einige Klassiker der Lyrik vorgenommen und auf ganz neue Art umgesetzt.

27. Mai, 4:00 Uhr | Nur noch wenige Stunden

In wenigen Stunden geht es los. Per Livestream übertragen wir ab 12 Uhr vier Tage lang das Geschehen vom ARD-Forum in der Alten Handelsbörse in der Leipziger Innenstadt. Erster Gast wird um 12 Uhr der Schriftsteller Anselm Oelze sein, der mit Bettina Baltschev von MDR KULTUR über seinen Essay "Die Grenzen des Glücks. Eine Reise an den Rand Europas" sprechen wird.

Mehr zum Lesefest in Leipzig