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Bildrechte: Ullstein Verlag, HarperCollins, Gerstenberg Verlag, S.Fischer Verlag, Ullstein, C.H. Beck, Suhrkamp

Empfehlungen Die DDR, deren Ende und die Nachwendezeit - diese Bücher erzählen davon

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Johannes Nichelmann: "Nachwendekinder"

Der Journalist Johannes Nichelmann wurde 1989 in Berlin-Pankow geboren. Für sein Buch "Nachwendekinder" hat er Menschen getroffen, die offene Fragen an ihre Biografien und die ihrer Eltern haben – weil es ihr Herkunftsland, die DDR, nicht mehr gibt. Er beschreibt eine Generation auf der Suche nach Heimat und Identität.

Christa Wolf: "Was bleibt"

30 Jahre nach dem Mauerfall wird wieder darüber diskutiert, wie nahe sich Ost und West in diesen drei Jahrzehnten gekommen sind. Die Erzählung "Was bleibt" schrieb Christa Wolf 1979, erscheinen ließ sie sie aber erst nach dem Mauerfall. Denn die Thematik ist brisant: Eine Schriftstellerin berichtet davon, wie sie tagtäglich überwacht wird.

Steffen Mau: "Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft"

Lütten Klein war eines der größten Plattenbau-Viertel der DDR. 30.000 Menschen lebten dort, Arbeiter genauso wie Ingenieure. Als Gleiche unter Gleichen? So lautete jedenfalls das Credo. Wie stark es die Mentalität der Ostdeutschen bis heute prägt und welche Sprengkraft darin steckt, erklärt der Soziologe Steffen Mau, der in Lütten Klein aufwuchs.

Jana Hensel und Wolfgang Engler: "Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein"

Warum scheinen die Ostdeutschen so anders zu sein, so viele extrem rechts, viele andere bereit, das zumindest zu dulden. Aus den Gesprächen zwischen zwei profilierten Analytikern des Ostens wird u. a. klar: Ostdeutsche Identität entstand nach der Wende, geprägt von der Differenz zwischen dem Ideal, das DDR-Bürger vom Westen hatten, und dem, was sie nun als Neubundesbürger erlebten.

Frank Richter: "Gehört Sachsen noch zu Deutschland? Meine Erfahrungen in einer fragilen Demokratie"

Der Bürgerrechtler und Theologe Frank Richter engagiert sich seit 30 Jahren politisch in Sachsen und gilt seit der Friedlichen Revolution als Vermittler zwischen verhärteten Fronten. Auch in seiner Zeit als Direktor der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung (2009-2016) setzte er auf Dialog mit rechten Bewegungen. In seinem Buch zieht er eine bittere Bilanz.

Kati Naumann: "Was uns erinnern lässt"

Kati Naumann verbrachte als Kind wundervolle Tage in tödlicher Umgebung, wenn sie ihre Großeltern im DDR-Grenzgebiet besuchte. Sie gingen im Sperrgebiet spazieren, auch wenn sie dort regelmäßig kontrolliert wurden. In ihrem Roman erkundet Naumann den Teil der Geschichte, der ihr damals verborgen blieb: Zwangsabschiebungen und das Eingesperrtsein im eigenen Heim.

Hans-Joachim Maaz: "Der Gefühlsstau"

Als im Jahr 1990 das Buch "Der Gefühlsstau" des Psychologen Hans-Joachim Maaz veröffentlicht wurde, schienen viele der gerade in die Freiheit entlassenen Ostdeutschen darin die Erklärung für ihre gescheiterten Lebensentwürfe oder ihre psychischen Erkrankungen zu finden. Wie aktuell ist dieses Buch heute, beinahe 30 Jahre nach dem Mauerfall?

Andreas Petersen: "Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte"

Dass die DDR aus Moskau gelenkt wurde, ist nicht neu. Doch Andreas Petersen beschreibt in seinem Buch, wie das sogenannte Stalin-Trauma großen Einfluss auf die DDR-Geschichte, vor allem auf die Gründergeneration um Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck hatte. Denn diese "Moskauer", die den Stalin-Terror überlebten, hatten das gegenseitige Überwachen und Denunzieren bereits ausgiebig geübt.

Judith Burger: "Gertrude grenzenlos"

Im Jahr 1977 könnte sich die Geschichte zugetragen haben, um die es in dem Kinderbuch "Gertrude grenzenlos" geht. Erzählt wird vom Schüleralltag in der DDR, mit Pioniernachmittag, Fahnenappell und Linientreue. Und mit dem, was passieren konnte, wenn jemand nicht so linientreu war. Ina und Gertrude kämpfen für ihre Freundschaft, auch wenn es schwierig wird.

Lukas Rietzschel: "Mit der Faust in die Welt schlagen"

Der Autor Lukas Rietzschel wurde 1994 in der Lausitz geboren. Sein Debüt-Roman handelt von zwei Brüdern, die in der sächsischen Provinz aufwachsen: Das Dorf verödet, die Familie gibt keinen Halt, Perspektivlosigkeit breitet sich aus und die Wut wird immer größer. "Mit der Faust in die Welt schlagen" erzählt von einer langsamen Radikalisierung, wie Jugendliche zu Neonazis werden.

Ilko-Sascha Kowalczuk: "Die Übernahme"

Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk analysiert in seinem Sachbuch "Die Übernahme" die Friedliche Revolution und die Folgen. Die westdeutsche Gesellschaft habe bis zum heutigen Tag nicht die Dimension des sozialen Umbruchs im Osten verstanden. Aus seiner Sicht fehlt es an Anerkennung für die Leistungen der Ostdeutschen – auch im Osten selbst.

Peter Wensierski: "Fenster zur Freiheit"

In einem kleinen Haus am Rand von Berlin wurden ab 1986 die "radix-blätter" gedruckt. Sie boten eine Gegenöffentlichkeit zur gängigen SED-Sichtweise. Trotz aller Gefahren gelang es Stephan Bickhardt und Ludwig Mehlhorn, mit ihrer Untergrunddruckerei unentdeckt zu bleiben. "Die Stasi war oft nicht so toll, wie sie sein wollte" sagt Peter Wensierski. Der Journalist hat private Archive der Beteiligten aufgearbeitet.

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2019, 04:00 Uhr

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