Florian Lutz
Muss spätestens 2021 gehen: Halles Opernintendant Florian Lutz. Bildrechte: dpa

Streit bei Bühnen Halle Halle: Aus für Opernintendant Florian Lutz

Florian Lutz
Muss spätestens 2021 gehen: Halles Opernintendant Florian Lutz. Bildrechte: dpa

Die Bühnen Halle werden den Vertrag mit Opernintendant Florian Lutz nicht verlängern. Das entschied nach MDR-Informationen der Aufsichtsrat der Theater, Opern und Orchester GmbH Halle (TOOH) am Freitagnachmittag. Die Verträge der anderen beiden Intendanten, Christoph Werner (Chef des Puppentheaters) und Matthias Brenner (Schauspiel) werden hingegen um fünf Jahre bis zur Spielzeit 2025/2026 verlängert.

Florian Lutz muss damit spätestens nach der Spielzeit 2020/2021 die Bühnen Halle verlassen. Er ist seit der Spielzeit 2016/2017 Opernintendant in Halle. Mit Experimenten wie der Raumbühne schaffte er es, für die Oper Halle bundesweite Aufmerksamkeit zu gewinnen, zudem holte er auch den Theaterpreis Faust. In den vergangenen Monaten herrschte an der TOOH jedoch eine heftige Personaldebatte. Dabei war Lutz heftiger Kritik, auch aus dem eigenen Haus, ausgesetzt. Zuletzt hatte sich der Orchestervorstand öffentlich gegen eine Vertragsverlängerung von Lutz ausgesprochen.

Wird Rosinski Generalintendant?

In einer unter anderem von Opernintendant Lutz unterzeichneten Stellungnahme heißt es, dass die Oper unter Lutz "viel Zuspruch und Unterstützung aus der Stadtbevölkerung" erfahren habe. Auch überregional hätten "beeindruckend viele Intendant*innen und Geschäftsführer*innen von Berlin bis München" bekundet, dass sie die Oper Halle als einen "'außergewöhnlichen Leuchtturm der Mitteldeutschen Kulturlandschaft mit bemerkenswerter deutschlandweiter Stahlkraft'" wahrnehmen.

Die Zuschauerrückgänge seien laut eigener Einschätzung mit einem Minus von neun Prozent "moderat" ausgefallen. Dennoch sei die Geschäftsordnung der TOOH mit "zahlreichen auch öffentlichen diskutierten Widersprüchen versehen".

Wer nach Lutz die Intendanz an der Oper übernimmt, ist noch offen. Allerdings legt die Stellungsnahme nahe, dass auf der Aufsichtsratssitzung auch eine Entscheidung in Richtung eines sogenannten Generalintendantenmodells unter der Leitung von TOOH-Geschäftsführer Stefan Rosinski getroffen wurde.

Aus der Stellungnahme der künstlerischen Leitung der Oper Halle "Wir bedauern natürlich, dass heute in einer denkbar knappen Abstimmung die Entscheidung in Richtung eines Generalintendantenmodells unter der Leitung von Geschäftsführer Stefan Rosinski gefällt wurde. Wir hoffen inständig für die Kunst- und Kulturstadt Halle, dass dennoch die freie Entfaltung der Kunst mit allen dafür notwendigen Bedingungen - als dem eigentlichen Zweck einer subventionierten Kulturinstitution - auch in Zukunft die erste Priorität behalten kann."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 22. Februar 2019 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 19:28 Uhr

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