Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) und seine Frau Elke Büdenbender (2.v.l.) werden anlässlich des Festakts zur feierlichen Eröffnung von "100 Jahre Bauhaus" in der Akademie der Künste von Bettina Wagner-Bergelt (l), der Künstlerischen Leiterin des Festivals Bauhaus100, und Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus- Archivs, durch die Ausstellung geführt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) in der Bauhaus-Ausstellung Bildrechte: dpa

Eröffnung des Bauhaus-Jubiläumsjahres Bundespräsident Steinmeier: "Bauhaus war weltweit wirkungsvoll"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) und seine Frau Elke Büdenbender (2.v.l.) werden anlässlich des Festakts zur feierlichen Eröffnung von "100 Jahre Bauhaus" in der Akademie der Künste von Bettina Wagner-Bergelt (l), der Künstlerischen Leiterin des Festivals Bauhaus100, und Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus- Archivs, durch die Ausstellung geführt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (2.v.r.) in der Bauhaus-Ausstellung Bildrechte: dpa

Das Bauhaus-Jubiläumsjahr ist am Mittwochabend in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier feierlich eröffnet worden. In der Berliner Akademie der Künste würdigte er beim Eröffnungsfestival zu "100 jahre bauhaus" den Einfluss des Bauhauses auf Architektur und Design. Der Bundespräsident bezeichnete die Ausbildungsstätte als eine der "bedeutendsten und weltweit wirkungsvollsten kulturellen Hervorbringungen Deutschlands".

Das Berliner Eröffnungsfestival "100 jahre bauhaus" bildet den Auftakt der bundesweiten Feiern zum Gründungsjubiläum der Einrichtung und will bis zum 24. Januar u.a. mit Kunst, Konzerten, Installationen, Theater und Diskussionen einen Bogen von historischen Zeugnissen des Bauhauses bis zur heutigen Avantgarde schlagen. Gezeigt werden mehr als 25 Produktionen. Beteiligt sind daran mehr als 100 internationale Künstlerinnen und Künstler.

Weimarer Republik als Chance zur Freiheit

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier
Bundespräsident Frank Walter Steinmeier Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In seiner Rede sagte Steinmeier, von 1919 bis 1933 habe eine Gruppe "inspirierter Köpfe großartige Dinge in Architektur, Kunst, Tanz, Gestaltung, Typographie, auch Fotografie und Film geschaffen". Weiterhin betonte er, dass das Bauhaus eine Formensprache entwickelt habe, "die sich gegen den Schwulst der oft so überladenen Gründerzeit und des Wilhelminismus richtete und die sich auch den ungeheuren Zerstörungen und dem Chaos nach dem Ende des Ersten Weltkriegs stellte". Dabei habe es einen inneren Zusammenhang zur demokratischen Republik gegeben.

Das Bauhaus brauchte die Freiheit der Weimarer Republik und schenkte ihr zugleich eine Ausdrucksform.

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Dabei seien bleibende Impulse gesetzt worden, die bis in die Gegenwart nachwirken. Zugleich seien die Bauhaus-Künstler mehrheitlich Demokraten gewesen "und begriffen die Weimarer Republik als die große Chance zur Freiheit – zur politischen Freiheit und auch zur Freiheit der künstlerischen Gestaltung", betonte der Bundespräsident. Sie hätten auch den Austausch mit der internationalen Moderne gesucht und sich von Entwicklungen auch jenseits der Grenzen beeinflussen lassen.

Neue Moderne gestalten

Heute muten die Aufgeräumtheit und Übersichtlichkeit des Bauhauses vielen Menschen auch wie Kälte an, glaubt Steinmeier.

Dabei steht das Bauhaus doch auch für Verzauberung und für Liebe zum Schönen.

Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident

Steinmeier bezeichnete das Bauhaus als Synonym der Moderne und sagte zudem, das Vermächtnis des Bauhauses sei nicht, "retrospektiv eine vergangene Moderne absolut zu setzen". Es gehe darum, "eine neue Moderne zu gestalten, mit neuen Erkenntnissen, mit den Erfahrungen, die wir seither gemacht haben, mit den Bedürfnissen und Träumen der Menschen von heute". 100 Jahre Bauhaus sei "eine riesige Ressource für Orientierung in der Moderne des 21. Jahrhunderts".

Wirkungsstätten in Weimar, Dessau und Berlin

Die Feierlichkeiten zum Bauhaus-Jubiläum 2019 stehen unter dem Titel "Die Welt neu denken". Dazu sind in den kommenden Monaten rund 700 Veranstaltungen in elf Bundesländern geplant. Im Fokus stehen unter anderem die zentralen Wirkungsstätten in Weimar, Dessau und Berlin. So werden in allen drei Städten derzeit Bauhaus-Museen neu errichtet oder umgebaut.

 Das Bauhaus Gegründet wurde das Bauhaus 1919 in Weimar von dem Architekten Walter Gropius (1883-1969). Später zog die Schule nach Dessau und danach nach Berlin um, bevor sie sich 1933 auf Druck der Nationalsozialisten selbst auflöste. Bis heute gilt das Bauhaus als weltweit prägende Stilepoche in den Bereichen Architektur, Kunst und Design.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 17. Januar 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2019, 19:29 Uhr

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