Suzie Quatro
Mit "Can The Can" gelang Suzi Quatro 1973 der musikalische Durchbruch. Bildrechte: imago/United Archives

45 Jahre "Can The Can" Wie Suzi Quatro die Charts sprengte

Suzie Quatro
Mit "Can The Can" gelang Suzi Quatro 1973 der musikalische Durchbruch. Bildrechte: imago/United Archives

Bass spielend, nicht ganz 1,60 Meter groß, im schwarzen Lederoutfit – so rockt Suzi Quatro gemeinsam mit ihren Mannen im Sommer 1973 Ilja Richters "Disco"-Sendung. Die US-Amerikanerin rockt freilich die halbe Welt. Steht in Großbritannien auf Platz 1 in den Charts, in Australien, in der Schweiz – und in der Bundesrepublik beherrscht sie die musizierende Konkurrenz mit "Can The Can" ganze acht Wochen lang.

Suzi Quatro wird 1950 geboren. Ihr italienischer Großvater heißt noch Quattrocchi, muss aber seinen eigentlich gar nicht so schwierigen Nachnamen beim Eintritt in die USA behördengerecht einkürzen. Das musikalische Erweckungserlebnis ereilt die künftige Künstlerin recht früh.

"Seitdem ich fünf bin, bin ich Elvis-Fan", erzählt sie. Der King of Rock 'n' Roll sei nämlich der Grund, warum sie das mache, was sie eben mache. Auf ihrem ersten Album habe sie eine Version seines Songs "All Shook Up" aufgenommen, die habe Elvis dann gehört. "Und als ich 1974 durch die USA getourt bin, hat er mich angerufen und zu sich nach Graceland eingeladen. Er liebte meine Version seines Hits."

Auch Quatros Vater ist Musiker

Eine noch wichtigere Rolle für Suzi Quatros Musikkarriere dürfte der Vater spielen. Der ist selbst Musiker, lenkt die Geschicke des nach ihm benannten Art Quatro Trio. "Mein erster öffentlicher Auftritt, das war mit meinem Vater, als ich sieben Jahre alt war. Und zwar mit Bongo-Trommeln vor seiner Jazz-Band. Wir haben 'Mack, The Knife' gespielt, und ich habe 25 Cent von meinem Vater dafür bekommen", so Quatro.

Natürlich – auf Dauer mit Papa Musik machen, das geht nicht. Lieber wirft sich Suzi Quatro dann doch mit In-Etwa-Gleichaltrigen zusammen. Mit 14 landet sie bei den "Pleasure Seekers":

Wir sahen die Beatles, und danach wollten wir eine Mädchenband gründen. Jede wählte sich irgendwie ein Instrument aus. Meine ältere Schwester Patti sagte: 'Du spielst die Bassgitarre.' So begann ich, Bass zu spielen, obwohl ich Klavier und Schlagzeug gelernt hatte.

Suzie Quatro

Aller Anfang ist schwer

Suzi Quatro bei einem Konzert in der Freilichtbühne Augsburg.
Suzi Quatro bei einem Konzert in der Freilichtbühne Augsburg. Bildrechte: MDR/Werner G. Lengenfelder

Aus den "Pleasure Seekers" werden "Cradle", und dort wird die Musikerin 1971 vom Produzenten Mickie Most entdeckt. Der genießt einen guten Namen in der Branche, hat den "Animals" oder Donovan zu Hits verholfen – und ist auf der Suche nach Künstlern mit Starpotenzial für sein neues Lable RAK Records. Ihm folgt Suzi Quatro nach Großbritannien.

Doch so leicht ist der Beginn ihrer Musikerkarriere nicht: "Es war schrecklich. Ich hatte kein Geld – nur meine Bassgitarre und meinen Koffer", erinnert sich Quatro. "Mickie unterstützte mich, aber das musste ich ja zurückzahlen. Über zwei Jahre wuchsen die Schulden, und ich hatte keine Ahnung, ob ich es schaffen würde. Es war eine sehr harte Zeit für mich." Immerhin erreicht Suzi Quatro 1972 zum ersten Mal einen Spitzenplatz. Mit "Rolling Stone", ein Song, der allerdings nur in Portugal wirklich funktioniert. Doch dann, 1973, kommt "Can The Can" heraus. Von nun an läuft alles ganz anders.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 27. September 2018 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. September 2018, 04:00 Uhr