Empfehlung Carla Bruni meldet sich mit neuem Album zurück

Carla Bruni ist Ex-Supermodel, frühere Première Dame und jetzt "nur noch" Vollblutmusikerin. Nach sieben Jahren bringt sie nun wieder ein Album heraus. Intime Chansons über Liebe, Verlangen und Sehnsucht mit dem typischen Bruni-Sound: rauchige Stimme, sanfte Rythmen, poetische Texte. Es ist eine sehr persönliche Platte, passend dazu auch der Titel "Carla Bruni". Vorgestellt hat Bruni ihr Album mit einem Mini-Konzert in den Ferber-Studios Paris. Sabine Wachs war für MDR KULTUR dabei und hat die Sängerin getroffen.

Carla Bruni
Carla Bruni Bildrechte: Universal Music

Carla Bruni strahlt, während sie in den berühmten Pariser Ferber-Studios endlich wieder einmal auf der Bühne steht. Dort, wo schon Chansons-Größen wie Jane Birkin, Juliette Gréco oder Serge Gainsbourg ihre Alben aufgenommen haben, wurde auch Brunis neue Platte produziert. Und dort stellt sie sie auch vor, coronabedingt mit einem Minikonzert.

Gelöst und entspannt, mit halb geschlossenen Augen interpretiert Bruni den einzig englischsprachigen Song des Albums: "Your Lady". Gänsehautfeeling bei den wenigen Zuschauern und auch bei der Künstlerin selbst:

Wir waren so glücklich, auf der Bühne zu stehen. Wir hatten zwar etwas Bammel vorher, wir konnten kaum proben, wir haben ja bis zum Schluss produziert. Aber es ist so eine Freude, wieder zu arbeiten. So zu arbeiten.

Carla Bruni, Musikerin

Zentrales Thema Liebe

Carla Bruni - Album
Das Cover des schlicht "Carla Bruni" betitelten Albums Bildrechte: Barclay

Schon im November 2019 hat Bruni mit der Arbeit am neuen Album begonnen. Sie beschreibt den Schaffensprozess so: "Meine Alben entstehen niemals aus einer Idee heraus, sie entstehen aus einem Gefühl. Die Emotion bringt mich zum Schreiben. Natürlich schaffe ich einen Rahmen, setze ich mich in mein Studio und ich sammle, auch wenn ich gerade kein Album plane. Ich schreibe viel. Und irgendwann suche ich alles zusammen und lege los. Ich gehe dann von einem Thema aus, einem Gefühl."

Das Gefühl ist beim neuen Album ganz klar die Liebe. In ihren unterschiedlichsten Facetten. Das stürmische Verlangen in "Rien que l’Extase", der Trennungsschmerz, wenn der Liebste auf Reisen ist, in "Les Séparés", das Gefühl einer Mutter, wenn der erwachsene Sohn das Haus verlässt. Oder einfach nur die große Liebe.

Zusammenarbeit mit dem Produzenten von Iggy Pop

Arrangiert und produziert hat die poetischen und teils untypischen Liebenslieder einer der ganz Großen in der französischen Musikszene. Albin de la Simone, der nicht nur mit nationalen Künstlern wie Vanessa Paradis arbeitet, sondern auch schon Alben von internationalen Stars wie Iggy Pop arrangiert hat. Dazu sagt Bruni: "Wir kannten uns nicht persönlich. Aber ich kenne und schätze seine Arbeit schon lange. Seine eigene Arbeit als Sänger und Musiker, aber auch seine Arbeit als Produzent. Ich wollte mit ihm arbeiten. Von seiner Musikalität profitieren, seiner Finesse. Er ist jemand, der mich sehr inspiriert und ich bin glücklich, dass er Ja gesagt hat. Denn er wird dieses Jahr keine anderen Alben produzieren. Meine Chansons haben ihm sehr gefallen."

Carla Bruni
Carla Bruni Bildrechte: IMAGO

Fremde Songs, eigene Texte

Die Texte der vierzehn Songs auf ihrem neuen Album hat Bruni selbst geschrieben. Die Musik kommt dieses Mal aber nur teilweise von ihr. Musiker wie Calogero oder Jeremy Reynolds haben an der Platte mitgewirkt.

Ich hatte einfach mal Lust auf das musikalische Universum anderer Künstler, anderer Komponisten. Das erweitert den Horizont.

Carla Bruni

Die Musik der ersten Singleauskopplung "Quelque Chose" schrieb der Pianist und Komponist Michel Amsellem, der unter anderem auch für Eddy Mitchell und Maxime Le Forestier schreibt. Über das Aneignen von fremden Songs sagt Bruni: "Manchmal schenken mir Menschen Melodien, wie Michel Amsellem. Wir haben ein Konzert in Nantes zusammen gespielt, auf Einladung von Alain Souchon, das war im Oktober. Michel spielte mit Laurent Voulzy und sagte: 'Hör mal, ich hab da ein paar Melodien für dich.' 'Super', habe ich gesagt, 'ich plane ein neues Album.' Er hat mir die Musik geschickt, und ich war begeistert und habe sofort einen Text geschrieben."

Herausgekommen ist eine Ode an das Verlangen von der Bruni sagt: "Es ist ein fröhliches Lied, ein Lied über die Sehnsucht, Wünsche, Hoffnungen. Niemand weiß wirklich, was dieses kleine Etwas ist. Es kann alles und nichts sein. Im Grunde aber ist es die Liebe, das Verlangen."

Und dieses "Quelque Chose" hat das gewisse Etwas. Es ist ein absoluter Ohrwurm und die passende erste Singleauskopplung einer Platte, die sich mit raffinierten, poetischen Texten, mal melancholisch, mal euphorisch, den abertausend verschiedenen Arten der Liebe widmet.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 12. Oktober 2020 | 07:40 Uhr