"Ein wahrer Superheld" Marvels "Black Panther": Schauspieler Chadwick Boseman gestorben

Der Schauspieler Chadwick Boseman ist tot. "Er ist zu Hause gestorben, mit seiner Frau und Familie an seiner Seite", teilte sein Agent am Freitag mit. Demnach wurde bei Boseman bereits 2016 Darmkrebs diagnostiziert. Der Darsteller sprach darüber jedoch kaum in der Öffentlichkeit, sondern widmete sich weiterhin seinen Filmrollen und drehte in den Pausen zwischen Operationen und Chemotherapien. Er wurde 43 Jahre alt.

Chadwick Bosemann
Der Schauspieler Chadwick Boseman Bildrechte: dpa

Filmheld des Afrofuturismus

Die bekannteste Rolle des US-Schauspieler war vermutlich König T'Challa, in dem von den Marvel-Studios produzierten Science-Fiction-Actionfilm "Black Panther". Der Film kam 2018 in die Kinos und spielte mehr als eine Milliarde Dollar ein. Darüber hinaus stellt der Blockbuster einen Meilenstein in der Filmgeschichte dar: Denn Boseman verkörperte den ersten schwarzen Superhelden in einem Kinofilm. So regte der Film zahlreiche Gespräche in der Pop-Kultur an, die sich nun auch vermehrt mit Themen wie dem Genre Afrofuturismus auseinandersetzte. Eigentlich sollte der Darsteller die Rolle auch in dem zweiten Solo-Fim übernehmen, der für 2022 geplant war.

Filmszene - Chadwick Boseman in seiner Rolle als "Black Phanter".
Boseman in seiner Rolle als T#Challa in "Black Panther Bildrechte: imago/ZUMA Press

Der Comicverlag Marvel, bei dem die Geschichten rund um den afrikanischen Superhelden Black Panther erschienen sind, drückte Bosemans Familie ihr Mitgefühl aus. Schauspieler-Kollege Chris Evans, der in Marvel-Filmen die Rolle von Captain America übernahm, ehrte Boseman als einen "besonderen" Schauspieler und ein "echtes Original". Die Oscar-Preisträgerin Brie Larson, die zuletzt als Captain Marvel zum Franchise hinzustieß, schrieb auf Twitter: "Du wirst vermisst und niemals vergessen." Mark Ruffalo, der im Film-Universum die Rolle des Hulk verkörpert, äußerte sich ebenfalls auf Twitter: "Du warst einer der Größten aller Zeiten und deine Größe hatte gerade erst begonnen."

Anerkennung aus Hollywood und der Politik

Boseman spielte aber auch reale schwarze Ikonen: So erlebte Boseman 2013 seinen Durchbruch mit der Rolle des Baseballspielers Jackie Robinson in "42". In "Get on Up" verkörperte er die Pop-Legende James Brown. In "Marshall" übernahm Boseman die Titelrolle des Thurgood Marshall – der erste schwarze Richter am höchsten US-Gericht. Zuletzt war der Darsteller in dem Kriegsdrama "Da 5 Bloods" von Spike Lee zu sehen.

"Die wahre Kraft von Chadwick Boseman war größer als alles, was wir auf der Leinwand gesehen haben", schrieb der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, beim Kurznachrichtendienst Twitter. Mit seinen Rollen habe Boseman "ganze Generationen inspiriert und ihnen gezeigt, dass sie alles sein können – sogar Superhelden." Die Vize-Kandidatin, die wie Boseman an der Howard-Universität in Washington studierte, zeigt sich tief betroffen: "Mein Freund und Kumpan Chadwick Boseman war brillant, freundlich, gebildet und bescheiden. Er ging zu früh, aber sein Leben machte den Unterschied."

Ein wahrer Superheld

Auch der Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King III schrieb, dass Boseman für viele ein echter Superheld gewesen sei. Die schwarze Bürgerrechtsorganisation NAACP (National Association for the Advancement of Colored People) dankte Boseman für seine Arbeit auf Twitter unter dem Hashtag #RestInPower: "Dafür, dass du uns gezeigt hast, wie man Widrigkeiten mit Anmut bezwingt, wie man als König geht, ohne Bodenhaftung zu verlieren, wie stark wir sind."

Die Ikone des US-Fernsehens, Oprah Winfrey, würdigte die Stärke, mit der Chadwick Boseman seine Krankheit bekämfte und immer wieder "Größe" zeigte. Die Schauspielerin Halle Berry, die 2002 als erste schwarze Schauspielerin einen Oscar erhielt, ehrte den Verstorbenen als einen "unglaublichen Mann mit unermesslichem Talent, der das Leben annahm trotz aller persönlichen Kämpfe". Der zweifache Oscar-Preisträger Mahershala Ali, unter anderem bekannt aus dem Film "Green Book", schrieb auf der Bilder-Plattform Instagram: "Danke für deine herausragende Arbeit, deinen beispielhaften Charakter und dein Vorangehen." Der Action-Star Dwayne "The Rock" Johnson bedankte sich ebenfalls bei dem Verstorbenen "für dein Licht, und dass du dein Talent mit der Welt geteilt hast." Kerry Washington, die die weibliche Hauptrolle in Quentin Tarantinos "Django Unchained" übernahm, bezeichnete Boseman als "Kämpfer des Lichts" und – in Anspielung auf die Rolle des Black Panther – als "wahren König".

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