Entscheidung gefallen Chemnitz will als Kulturhauptstadt neue Metropole werden

Als Kulturhauptstadt könnte Chemnitz endlich ein neues Image bekommen und aus dem Schatten Leipzigs und Dresdens heraustreten. Ferenc Csák, Projektleiter der Bewerbung, spricht über Chemnitz auf dem Weg zur Kulturhauptstadt und verrät, warum die Bewerbung so erfolgreich war.

Das Karl-Marx-Monument, im Volksmund auch "Nischel" genannt, im Zentrum von Chemnitz in der blauen Stunde des Tages. 7 min
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Als Kulturhauptstadt könnte Chemnitz endlich ein neues Image bekommen und aus dem Schatten Leipzigs und Dresdens heraustreten. Ferenc Csák, Projektleiter der Bewerbung verrät, was Chemnitz zur Gewinnerstadt macht.

MDR KULTUR - Das Radio Do 29.10.2020 06:00Uhr 06:48 min

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Die Entscheidung der Auswahljury ist gefallen: Chemnitz wird Europäische Kulturhauptstadt 2025. Ferenc Csák, Projektleiter der Bewerbung, betont im Gespräch bei MDR KULTUR die Bedeutung des Titels für die Stadt:

2025 steht dann Chemnitz ohne Attribute wie 'Stadt der Moderne' oder 'Stadt des Wirtschaftens', sondern als neue Metropole da.

Ferenc Csák, Projektleiter der Chemnitzer Kulturhaupstadt-Bewerbung

Dass die Stadt sich in Konkurrenz zu Leipzig und Dresden schlecht behandelt gefühlt habe, sieht auch Csák so und erinnert sich an einen sächsischen Spruch: In Chemnitz wird gewirtschaftet, in Leipzig wird gehandelt und in Dresden wird was ausgegeben. Den Titel Kulturhauptstadt versteht Csák als Möglichkeit, darüber neu zu verhandeln. Überhaupt stehe Sachsen mit 28 Städten und Kommunen hinter Chemnitz als Kulturhauptstadt. Überzeugt hat die Jury in den Augen des Projektleiters das Thema "Machen".

Wir haben im Programm Elemente, die für andere europäische Städte auch wichtig sind und auch beispielgebend sein können. Wie man alte Industrieareale zu kreativen Zentren umwandelt oder wie man bestehende Mobilitätsstrukturen zu Kulturhaltestellen wandelt und eine Region Europa zeigt.

Ferenc Csák, Projektleiter der Chemnitzer Kulturhaupstadt-Bewerbung

Überzeugend beim digitalen Jurybesuch

Chemnitz hat nicht nur mit seinem Bewerbungsbuch, sondern auch im digitalen Stadtbesuch überzeugt. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie habe die Jury darauf geschaut, welche Lösungen man anbieten könne für die Gäste, wenn sie 2025 nicht in die Region kommen können, erklärt Csák: "Aber es gab es noch einen wichtigeren Punkt, wo ich denke, bei dem wir ein Stück weit vorne waren: Das sind natürlich die Orte und das Thema der stillen Mitte."

Die Bewerbung ziele auf die Orte, wo sich die Chemnitzerinnen und Chemnitzer aufhalten, die nicht im Mittelpunkt stehen, wo aber doch trotzdem viel Kultur verhaftet ist, erzählt Projektleiter Csák. In den nächsten Jahren sollen die Strukturen für das Kulturhauptstadtprogramm aufgestellt werden und genügend Kompetenz in der Stadt gesammelt werden. Csák hofft, dass man 2030 darüber diskutieren kann, wie erfolgreich diese Bewerbung war.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 29. Oktober 2020 | 08:10 Uhr