Cindy Sherman
Cindy Sherman wurde am 19. Januar 1954 in Glen Ridge, New Jersey (USA) geboren Bildrechte: dpa

65. Geburtstag Fotos von Cindy Sherman zeigen Horror und Ekel – und sind Millionen wert

In ihren Fotografien zeigt sie ungewöhnliche Selbstporträts, beweist Mut zum Hässlichen und hinterfragt weibliche Rollenklischees. Die US-amerikanische Künstlerin Cindy Sherman wurde für ihre konzeptuelle Fotografie schon mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt mit dem Max-Beckmann-Preis 2019. Am 19. Januar feiert sie ihren 65. Geburtstag. Wir beleuchten Facetten ihres künstlerischen Schaffens.

Cindy Sherman
Cindy Sherman wurde am 19. Januar 1954 in Glen Ridge, New Jersey (USA) geboren Bildrechte: dpa

Fotos werden zu Spitzenpreisen gehandelt

Die fotografischen Werke von Sherman werden zu Höchstpreisen gehandelt. So erzielte ihr Foto "Untitled" beim Auktionshaus Christies die Summe von 3,9 Millionen Dollar. Die Reihe "Untitled Film Stills" wurde sogar für 6,8 Millionen Dollar versteigert. Damit zählt sie zu den teuersten Fotografinnen der Welt.

Cindy Sherman s Untitled # 96, die in der Vorschau von Christie in Moskau zu sehen ist.
Shermans "Untitled #96" wurde bei Christies für ca. 3,9 Millionen Dollar versteigert. Bildrechte: imago/ITAR-TASS

Sich selbst ins Bild setzen

In verschiedenen Porträtreihen setzte sich Cindy Sherman selbst in Szene. Schon als Kind liebte sie Verkleidungen, was sie als "zutiefst menschliches Verlangen" bezeichnete. Internationale Bekanntheit erreichte sie beispielsweise mit ihren durch Softpornos und Film-Klischees inspirierten Porträts der Serie "Untitled Film Stills" Ende der 1970er-Jahre. Darin zu sehen gibt es Hausfrauen, 50er-Jahre-Reklame-Girls, Vamps oder depressive Damen der 40er-Jahre. Die technische Unvollkommenheit ihrer Abzüge wurde ihr dabei ein bewusstes Stilmittel.

Eine Frau geht an Bildern der Cindy Sherman-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin vorbei.
Porträts in einer Cindy Sherman-Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin 2007 Bildrechte: dpa

Horrorkomödie als Leinwandexperiment

Sherman drehte auch einen Horrorfilm: "Office Killer" (1997). Darin entwickelt sich eine Büroangestellte zunehmend zur exzessiven Mörderin. Ihre Opfer sind zunächst Bürokollegen, später aber auch Zufallsopfer wie Pfadfinderinnen, die ihr Gebäck verkaufen wollten. Die Leichen schafft sie in ihr Haus und zerstückelt sie. Beim Filmfestival von Locarno erhielt der Film zwar einen Goldenen Leoparden, die Kritik nahm das Werk jedoch sonst eher verhalten auf.

Szene aus dem Film ''Office Killer''. Eine Frau raucht eine Zigarette und ihr wird von hinten ein Halstuch um den Hals gelegt.
Szene aus dem Film ''Office Killer'' Bildrechte: imago/United Archives

Düstere Welten mit Ekelelementen

Ende der 80er-Jahre inszenierte Sherman fotografisch düstere Horrorszenarien, die an die morbiden Bilderwelten des Regisseurs David Lynch erinnern. Zu sehen gibt es unter anderem Erbrochenes, Müllberge, Ratten oder Verwesung. Ihr Ziel war es, beim Betrachter Ekelgefühle auszulösen.

Kunstwerk von Cindy Sherman
Foto aus der Serie "Disasters" Bildrechte: dpa

Protest gegen Sexgewerbe

Sherman klagte mit ihrer Fotoserie "Sex Pictures" u.a. das Sexgewerbe an. Mittels einer Unisexpuppe zeigte sie beispielsweise abstoßende Praktiken und Posen des Sexuallebens. Auch verzierte sie Prothesen oder Körperteile, die eigentlich für medizinische Studienzwecke gedacht waren, mit erotischen Accessoires und setzte sie so in Szene, als würden sie Pornografie darstellen.

Ein Besucher sitzt vor einer Arbeit der Serie 'Masks' der US-amerikanischen Künstlerin Cindy Sherman am Donnerstag, 30. November 2006, im Kunsthaus Bregenz, Österreich.
Arbeit aus der Serie "Masks" von Cindy Sherman Bildrechte: dpa

Über die Künstlerin Cindy Sherman Geboren wurde Cindy Sherman am 19. Januar 1954 in Glen Ridge, New Jersey/USA. Ursprünglich hat sie Kunst mit Schwerpunkt auf Malerei an der State University von New York in Buffalo studiert. Jedoch fühlte sie sich durch dieses Medium zu sehr eingeengt und wandte sich der konzeptuellen Fotografie zu. Für ihr Schaffen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt 2019 den mit 50.000 Euro dotierten Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 18. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2019, 04:00 Uhr