Robert Schumann und Clara Wieck
Robert Schumann und seine Frau Clara. Bildrechte: IMAGO

Jubiläum Gregor Nowak lädt zu den Clara Schumann-Festwochen nach Leipzig

Zu ihrem 200. Geburtstag wird der Ausnahme-Pianistin ein Fest gewidmet, wie sie es selbst wohl kaum erwartet hätte – da ist sich Gregor Nowak sicher. Der Geschäftsführer des Schumann-Hauses in Leipzig steht hinter dem Festjahr CLARA19. Mit MDR KULTUR hat Nowak über die Pianistin, die anstehenden Feierlichkeiten in Leipzig und seine eigene Karriere gesprochen, die beim Rundfunk-Musikschulorchester der DDR ihren Anfang nahm.

Robert Schumann und Clara Wieck
Robert Schumann und seine Frau Clara. Bildrechte: IMAGO

Clara Schumann wäre überrascht, wie sie zu ihrem 200. Geburtstag gefeiert wird. Davon ist Gregor Nowak, Geschäftsführer des Schumann-Hauses in Leipzig, im Gespräch mit MDR KULTUR überzeugt. Er leitet das Festjahr CLARA19. Es sei Clara Schumann nie um ihre eigene Person, sondern um die Musik gegangen. "Sie hat sich hinsichtlich ihrer Interpretationen immer in den Dienst der Musik und der Komponisten gestellt." Insofern sei sie sicher überrascht, dass man sie nicht nur als Pianistin, Komponistin, Klavierprofessorin und Editorin betrachtet, sondern auch als emanzipierte und eigenständige Frau.

Gregor Nowak ist sich außerdem sicher, dass Clara Schumann sich trotzdem bewusst war, dass sie Großes leistet und Einfluss hat. "Sie hat sicher auch den Musikkanon geprägt. Zum Beispiel wurden reine Klavierabende nach ihr gestaltet. Das war bis dahin so nicht da", meint Nowak weiter. Sie habe gewusst, was sie bewegt hat und was sie für die europäische Musik geschafft hat.

Ein ganzes Jahr für Clara Schumann zum 200. Geburtstag

Clara Schumann (1819 -1896), German pianist and composer, at the piano - Portrait de Clara Schumann (1819-1896), pianiste et compositrice allemande, epouse de Robert Schumann.
Die gebürtige Leipzigerin Clara Schumann lebte von 1819 bis 1896. Bildrechte: imago

CLARA19 feiert vom 12. bis 29. September seinen Höhepunkt. Dann finden in Leipzig die Schumann-Festwochen statt. Geschäftsführer Gregor Nowak versteht sich dabei nicht als dramaturgischer Leiter, der jede Veranstaltung kontrolliert. Ihm sei es wichtig gewesen, alle Akteure an einen Tisch zu bringen: "Damit wir so ein Fest gemeinsam feiern können – Leipzig als Kultur- und Musikstadt." Was daraus geworden ist, bezeichnet Nowak als "ein großartiges Gefühl". Mit dem Erfolg hat er nicht gerechnet. "Aber zum Schluss kam es wie eine richtige Welle."

Die Stärke von CLARA19 liege in der Musikstadt, so der Geschäftsführer des Schumann-Hauses. "Alles Institutionen ist es gelungen, ihre Themen zu Clara Schumann an den Mann und an die Frau zu bringen."

Auch der Hochzeitstag wird gefeiert

Die Schumann-Festwochen ranken sich um zwei Jahrestage: Clara Schumanns Geburtstag am 13. September 1819 und ihren Hochzeitstag am 12. September 1840. Insgesamt sind 60 Kulturinstitutionen der Stadt mit Theater, Konzerten, Ausstellungen und Tanztheater an den Feierlichkeiten beteiligt. Rund um Clara Schumanns Geburtstag wird es unter anderem ein Festival geben, bei dem ein Großteil ihrer Klavierwerke zu hören sein werden. Konzertorte sind unter anderem das Bach-Museum, die Grieg-Begegnungsstätte, das Schumann-Haus und die Aula der Alten Nikolaischule.

In Gregor Nowaks Schumann-Haus wird zudem am 13. September mit einem Festakt die neue Dauerausstellung eröffnet. Einen Tag später ist die offizielle Eröffnung und es wird mit einem großen Inselstraßenfest gefeiert.

Gregor Nowak 41 min
Bildrechte: MDR/Olaf Parusel

Rundfunk-Musikschulorchester und Studium in Sachsen

Gregor Nowak kam 1972 zur Welt. Sein Großvater war Gewandhaus-Cellist und wurde für ihn ein musikalisches Vorbild. Im zehnten Lebensjahr begann er selbst mit dem Unterricht an der Musikschule Johann Sebastian Bach. Er wollte Orchestermusiker werden und so spielte er im Rundfunk-Musikschulorchester, angesiedelt in Berlin. Kurz vor der politischen Wende 1989 durfte das Orchester zu einem Festival nach Straßburg reisen, auch konzertierten es mit dem Thomanerchor. Mit Beginn eines Studiums hatten alle jungen Musiker das Orchester zu verlassen, so auch Gregor Nowak. Er studierte an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und an der Hochschule für Musik Dresden.

Zunächst strebte Gregor Nowak eine Stelle als Orchestermusiker an, stellte aber fest, dass seine Stärken im Organisieren und Umsetzen von Ideen liegen. Seit 2000 ist er organisatorischer Leiter des Mendelssohn Kammerorchesters Leipzig. Im Rahmen dieser Tätigkeit setzte er sich zusammen mit seiner Frau viele Jahre mit Initiativen wie dem Schulprojekt "Schüler komponieren" und verschiedenen Kinder- und Jugendprojekten im Rahmen der Konzertreihe im Leipziger Gewandhaus "Konzerte für Neugierige" für die musikalische Förderung ein. Darüber hinaus wurde Gregor Nowak 2012 zum Geschäftsführer des Schumann-Vereins Leipzig berufen. Seitdem ist er für sämtliche Konzertaufführungen im Schumann-Haus zuständig und leitet das darin befindliche Schumann-Museum.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR trifft | 31. August 2019 | 11:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2019, 14:39 Uhr

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